153 2. Mitteilungen über Chrysomonadinen aus dem Schwarzwald. Von Prof. Dr. F. D of lein, Breslau. ;Mit 4 Figuren.) Eingeg. 5. Juni 1921. In den Jahren 1914 bis Anfang 1917 hatte ich Gelegenheit, im Schwarzwald bei Freiburg i. Br. eine große Anzahl von Arten aus der Grruppe der Chrysomonadinen zu beobachten. Die Unter-suchungen am Leben, die Zeichnungen nach dem Leben und manche Experimente habe ich damals in meinem Freiburger Institut erledigt. Dagegen die Untersuchung der zahlreichen mikroskopischen Präpa-rate, die damals angefertigt wurden, konnte ich erst im Jahre 1920 hier in Breslau durchführen. Einige Arbeiten über sie liegen an-nähernd abgeschlossen vor. Trotzdem möchte ich über manche der Resultate an dieser Stelle kurz berichten. 1) An der Art Ochromonas granulans Dofl. konnte ich vielfältige Untersuchungen machen, die zunächst interessante cytologische Er-gebnisse brachten. Es war, nächst der von mir untersuchten Rhixo-chrysis^ die erste in cytologischer Beziehung genauer untersuchte Chrysomonadine. Sie steht der von H. Meyer beschriebenen Art 0. granulosa sehr nahe, ist aber deutlich von ihr unterschieden. Einiges über ihre Cytologie habe ich schon im Jahre 1917 in dieser Zeitschrift veröffentlicht. Von den Ergebnissen möchte ich hier zu-sammenfassend berichten, daß die Bildung der Spindel bei der Kern-teilung von besonderem Interesse war. Innerhalb der Kernmembran entwickelte diese sich aus dem Caryosom zu einer typischen, an beiden Enden zugespitzten Spindel. Erst nachträglich traten die vorher durch Teilung entstandenen Basalkörner der G-eißeln an die beiden Pole der Spindel^ an der sie bis zum Abschluß der Teilung blieben. Nach dem Abschluß der Kernteilung lösten sie sich von den. Tochter-kernen ab und bestimmten das Yorderende des Ochromonadenkörpers. Das, was bei diesen Beobachtungen prinzipiell wichtig ist, ist die autonome Entstehung der zugespitzten Spindel ohne Mitwirkung der wie Centrosome sich verhaltenden Basalkörner. Diese Tatsache muß natürlich theoretisch erörtert werden, was in der ausführlichen Arbeit geschieht. Nicht weniger interessant war das Verhalten der chromatischen Substanz. Aus ihr entwickeln sich, und damit aus den Körnchen des Außenkerns ohne Beteiligung des Caryosoms, zwei Chromatinele-mente. Diese zwei Ohromatinelemente haben sich als echte Chro-mosomen erwiesen. Und zwar konnte der Nachweis dadurch ge-liefert werden, daß an ihnen in der Aquatorialplatte eine Längs-