Die Rüßlergattung Nanophyes und ihre Arten. Von R. Formsinek, Vize-Präsident, und Dr. L. Melichar in Brunn. Die Gattung Nanophyes wurde von Schönherr im Jahre 1838 in Genera etspeciesCurculionidum IV, p. 780 aufge-stellt. Dieselbe gehört in die Rüßlerfamilie Apioninae, Trib. Nano-phyni und bildet daselbst mit der Gattung Nanomicrophyes Pic {Microphyes Weise) eine selbständige Tribus. Im Jahre 1869 erschien in L' Ab ei 11 e VI. p. 305 eine Monographie dieser Gattung von H. Brisout, in welcher 33 Arten beschrieben sind. Seit dieser Arbeit sind zahlreiche neue Arten publiziert worden. In der nach-stehenden Tabelle konnten wir jedoch nur jene Arten aufnehmen, von welchen ein genügendes ^laterial zur Untersuchung vorlag. Von einigen nordafrikanischen und asiatischen Arten, welche derzeit auch zur palaearktischen Fauna gerechnet werden, lagen nur einzelne, zu-meist ältere, schlecht präparierte Exemplare vor, so daß eine Um-präparierung der Tiere ohne Gefahr der Beschädigung derselben nicht vorgenommen werden konnte. Diese in der Tabelle nicht auf-genommenen Arten sind am Schlüsse des Verzeichnisses mit An-gabe des betreifenden Zitates und Fundortes angeführt. Vom k. k. Naturhistorischen Hofrauseum in Wien, vom Deutschen entomologischen Museum in Berlin, von Herrn Reitter in Paskau, Herrn 0. Leonhard in Dresden und von der Firma Dr. Staudinger & Banghaas wurden wir in der bereitwilligsten Weise mit iVawo/)7^^/e.s-Material versorgt. Allen Genannten sprechen wir hier für die freundliche Unterstützung un-seren verbindlichsten Dank aus. Bei den uns vorliegenden Arten ist der Rüssel drehrund, mindestens so lang als der Kopf und Halsschild, mehr oder weniger gekrümmt, selten gerade. Die Fühler in der Nähe der Mitte eingelenkt, der Schaft gerade, an der äußersten Spitze verdickt, bis zum Vorder-rande der Augen reichend. Die Geißel samt der Keule länger als der Schaft, die Geißel fünfgliedrig, seltener viergliedrig (CorimaJia), das erste Glied angeschwollen, die übrigen Glieder gegen die Keule an Länge abnehmend und gewöhnlich an Breite zunehmend. Die Keule viergliedrig, bei den Untergattungen Nanodisciis und Nano-fliyrs in sp. sehr stark entwickelt, kräftig abgesetzt, so lang, bis-Wiener Entomolngisclie Zeitung, XXXV. Jahrg., Heft IIF— IV (25. April 1916). 5