109 Die in luälirischen Grotten lebend vorgefundenen Coleopteren. Von Sanitätsnit Dr. A. Fleischer in Bninn. Schon vor vielen Jahren liat sich der bekannte (irottenfursclier ür. Wankel der Mühe nnterzogen, die Grottenlauna do<. mährischen Karstgebietes, namentlich in der Gegend bei Sloup. zu (hirchtbrsclu'n. Was das Vorkommen von eigentlichen (Trottenkätern Ix'triftt, war das Resultat ein negatives. Sein Enkel Dr. Absolon setzt jetzt die Forschungen fort und hat schon eine stattliche Reihe von neuen eigentlichen blinden Grottentierchen aus den niederen Klassen, sowie Myriapoden, Acai'iden, Collembolen, Turbellarien etc. etc. entdeckt und nel)st])ei Coleopteren gesammelt und mir zur Determination eingeschickt. Trotz der Menge des eingeschickten Materiales ist kein einziger eigentlicher Grottenkäfer dabei, vielmehr wurden alle durch Wasser in die Grotten eingeschwemmt. Im mährischen Karst-gebiete gibt es bekanntlich Bäche, deren Lauf anfangs ol)erirdisch ist und die oft plötzlich verschwinden, um in die unterirdischen kleinen 8een in den Grotten einzumünden; manche, wie der Punkva-bach. laufen eine Strecke unterirdisch und brechen dann plötzlicdi unter einem Felsen hervor und laufen dann durch das ganze Tal oberirdisch. In den dunklen Yorhallen der eigentlichen Tropfsteingrotten wurden meistenteils Staphylinen-und Cafops-Avten gefunden und zwar Käfer und Larven, namentlich Qxcdius mesornelinifs, der auch sonst meist in dunklen Kellern angetroffen wird. Die Tierchen linden hier offenl)ar in dem Kot der zahllosen Fledermäuse reichliche Nahrung. Die in den eigentlichen Tropfsteingrotten gefundenen Coleopteren sind zumeist solche Arten, die an Gebirgsbächen oder überhaupt in Wäldern leben. Zahlreich wurde gefunden Treclms quadrisfrialus und palpal IS, A'^otioph / las-Arten, Amaren, Harpalen, selbst ein Aptinus mutüalus. Ja Herr Dr. Absolon fand sogar lebende Halticiden und Orrhesles-Arten, die in den Grotten zugrundegehen. Von kleinen Curculioniden sind es meist Äpion-Arten, Fhijlobias-und Ceator-ilfijnchits-Arten. Von Staphylinen findet man hauptsächlich solche, die beim Wasser leben, Athcta gregaria, Xantholinen, Lathrobien, Wiener Entoinologische Zeiluug, XXVI. Jahrg., Heft III (31. März 1907).