47 Ueber die Flugzeit einiger Coleoptereii. Von Romuald Formanek in Brunn. Die Wichtigkeit der Kenntniss der Flugzeit einzelner C 1 e p t e r e n für den Sammler ist aus dem Umstände zu ersehen, dass selbe mit wenigen Ausnahmen nicht über 14 Tage (lauert. Während der Flugzeit kommt der betreffende Käfer auf der bezüglichen E'utterpflanze, dem Baume etc. massenhaft vor und wird sehr häufig in copula angetroffen. Vor Beginn der Flugzeit kommen die vorzeitig entwickelten Thiere nur einzeln vor und nach Ablauf derselben findet man gewöhnlich nur noch die Weibchen, welche das Fierlegen bis dahin nicht beendet haben. Ich merke mir die Flugzeit in den Bestimmungsbüchern bei dem in Betracht kommenden Käfer nebst den näheren An-gaben über den Kundort, dann über die Futterpflanze, beziehungs-weise nähere Lebensweise der Käfer in Bruchform an, wobei der Nenner die Älitte der Flugzeit und der Zähler den bezüg-lichen Monat bedeutet. Wie nützlich derlei Anmerkungen sind, ist aus dem Nach-stehenden zu ersehen. Seit 10 Jahren konnte ich in der Brünner Umgebung den angeblich seltenen Clerns 4-maculatus Schall, jedesmal am 24. Mai (Mitte der Flugzeit) in einer beliebigen Anzahl sammeln und brachte in einer Stunde weit über lOÜ Stück zur Strecke. Derselbe lebt nicht wie die übrigen Clerus-Arten auf dem gefällten Holze, sondern auf den lebenden, vorzüglich jüngeren Kieferbäumen in Gesellschaft der Wanze Aradiis chwamomeus Panz., nach welcher er jagt, und ist am häufigsten an schwülen Tagen zwischen 4 und 6 Uhr nachmittags, wo er in den Rinden-ritzen geschäftig läuft, anzutreffen. Hiebei kann nicht unerwähnt bleiben, dass dieser Cleriis nur jedes zweite Jahr zu finden ist; es niuss daher angenommen werden, dass er zu seiner Entwickelung volle zwei Jahre be-nöthigt. Am 25. Juni sammelte ich in der Ortsgemeinde H o 1 a-s e k bei Brunn auf den aus Weidenzweigen hergestellten Garten-zäunen zwischen 4 und 6 Uhr nachmittags Crijphalus RijbinsJäi E elfter und Exocentnis StierUnii Gangib. von jedem in circa 90 Minuten gegen lOO Stück, hievon circa ^'o in copula. Der erstere frisst im Baste der Rinde, während der letztere tiefe Löcher im Holze bohrt. Wiener Entomologische Zeitung, Will. Jahrg., II. und III. Heft (31. März 1899).