257 Uelber neue und bekannte Cynipiden. Von J. J. KiefFer in Bitse-h (Lothringen). 1. Alllax Latreillei nom. iiov. Wenn es voikoninit, dass aus ganz verscliiedenen Gallen, wie z. B. denen von Cijnip-i calicis und C. himgarica, Wespen her-vorgehen, die man nicht von einander unterscheiden kann, so kennt man dagegen auch den Fall, dass in Gallen, Avelche nicht oder kaum von einander zu unterscheiden sind, wie z. B. jene von Andricus raniuli und A, cirrafus, zwei specifisch getrennte Wespen-Arten leben. Ein neues Beispiel hievon finden wir in der Lebensweise von Aulax glecJiomae L. nee Latr. und A. La-treillei m. (glechomae Latr. nee L.). Beide Arten bewirken auf Glechoma die längst bekannten rundlichen Blatt-und Trieb-gallen. Die Gallwespe ist schon im October des ersten Jahres darin entwickelt. Linne hat zuerst aus den Galläpfeln von Glechoma hede-'racra den Erzeuger erhalten, und denselben Cynips glechomae genannt; die Beschreibung lautet : „fiisca thorace villoso'^ . Fauna Suecica 1761, pag. 386, Nr. 1520). Latreille (Hist. nat. d. Crust. et d. Insectes, Paris 1803, pag. 207) hat später ein ebenfalls aus Galläpfeln von Glechoma hederacea gezogenes Lisect und zwar auf folgende Weise be-schrieben: „Tres noir, glabre, luisant; antennes et pattes rou-geätres; corselet marque de deux lignes enfoncees sur le dos; abdomen tres lisse ; alles grandes, transparentes. Dans la Galle ronde du lierre terrestre (Glechoma hederacea Ij.).^"^) Vergleicht man nun diese beiden Beschreibungen miteinander, so wird es begreiflich, dass H a r t i g , welcher die von Latreille be-schriebene Wespe von Förster erhalten und später selbst ge-zogen hatte, behaupten konnte, das von Linne beschriebene Thier müsse ein anderes Lisect sein Andere Autoren wie Schenck und G. Mayr haben ebenfalls die L a frei 1 1 e'sche Art vor Augen gehabt. Von ihnen wird auch angegeben, dass *) von Dalla Torre hat diese L a t r e i 1 1 e'sche Art als „Aulax glechomae Hart." aufgeführt und als Synonym hinzugefügt: „Dii^lolepis gle-chomae Latr. Gall. exelus. insect " Die oben citirte Besehreibung zeigt aber das.s Latreille' den Erzeuger der Glechoma-Galle und zwar etwa 40 Jahre vor H a r t i g gekannt hat. Wiener Entomologiscbe Zeitung, XVII. Jahrg., X. Heft (31. December 1898).