85 Neue Mittheiluiigen über Gallmücken. Von J. J. Kieffer in Bitseh. In (lieser Sclirift werden die neuen Gallmücken nur dnich eine kurze Diagnose gekennzeichnet. Ausführlicher und mit erklärenden Abbildungen sollen dieselben in einer INFonographie der europäischen Gallmücken, an welcher ich seit Jahren arbeite, beschrieben werden. Eine die Fühler der Gallmücken betreffende Bemerkung muss ich noch vorausschicken. Da in Wirklichkeit bei allen Gallmücken der vermeintliche Stiel der Geisseiglieder eine halsartige Verlängerung des vorhergehenden Gliedes dar-stellt, wie es Laboulbrnc zuerst im-Dasyneura und Diplosis gezeigt hat, so wurde von mir in der Wien. Entom. Ztg. 1895, pag. 7, Anmerkung, geschi'ieben : „Eigentlich sind die Füliler-glieder der Gallmücken fast im m e r sitzend, da der als Stiel benannte Theil nicht die Basis der betreffenden Glieder, sondern die Spitze des vorigen Gliedes bildet." Dass ich dadurch keines-wegs in Abrede stellen wollte, dass das erste Geisselglied auf eine besondere Weise dem zweiten Basalgliede eingelenkt sei, liegt auf der Hand. Wenn nun Herr R ü b s a a m e n in der-selben Zeitschrift (1895, pag. 184, Fussnote) meine Bemerkung auf das erste Geisselglied und zwar in einem anderen Sinne bezieht und dabei schreibt: „Die Bemerkung des Herrn Kieffer, dass alle Geisseiglieder eigentlich ungestielt seien . . .", so ist dies eine Unwahrheit. Weder dieser Ausdruck noch der von Rübsaamen hier gemeinte Sinn, sind von mir. Ich habe vielmehr eben desshalb den Ausdruck: „fast immer" gebraucht, weil ich nicht nur diese mehr oder weniger deutliche Verengung, wodurch die Beweglichkeit der Geissei ermöglicht Avird, sondern in manchen Fällen einen deutlichen Stiel für dieses Glied erkannt habe; dieses wurde schon im Jahre 1889 erwähnt, so z, B. für Clinodiplosis Lieheli m. -Schizoinyia sociabüis Rübs. ! (Entom. Nachr. Berlin, 1889, pag. 174), Wenn aber Rübsaamen ge-schrieben hätte, dass die von ihm selbst gemachten Angaben über das erste Geisselglied falsch seien (z. B. bei Cecid. lathyrina Rübs.: „erstes Fühlerglied ungestielt!" [Bonn 1890, pag. 28]) so wäre er in der "Wahrheit gewesen. Wiener Entomologiäche Zeitung, XV. Jahrg., III. Heft (31. März 18JB).