Edm. Reitter: Das Insectensieb etc. 7 Das Insectensieb. dessen Bedeutung beim Fange von Insecten, Insbesondere Coleo-pteren und dessen Anwendung. Besprochen von Edm. Reitter in Mödling. Bei verschiedenen Gelegenheiten habe ich bereits betont, dass das Insectensieb das wichtigste Fanginstrument des Coleopterologen ist und dass es noch immer nicht nach Ver-dienst angewendet und gewürdigt wird. Offenbar sind es wohl auch verschiedene damit angestellte und missglückte Versuche, welche zumeist als Ursache anzusehen sind, dass ich von ver-schiedenen Seiten aufgefordert wurde, einen Artikel zu schreiben, der die Anwendung des Insectensiebes zum Gegenstand hätte. Indem ich hierüber in nachfolgenden Zeilen das Wichtigste ausführe, glaube ich nicht nur jenen Herren, die mich dazu aufgefordert , sondern vielen Entomologen einen Dienst zu erweisen. Das Insectensieb hat den Zweck, Insecten, Con-chylien und sonstige kleine, unter Laub und Moos, im Baum-mulme , in alten Weintrestern, in Wurzelwerk , bei Ameisen und unter vielen anderen Umständen lebende Geschöpfe dadurch in grösserer Anzahl zu erbeuten, dass man mittelst dieses In-strumentes alle groben Laub-, Moos-, Wurzeltheile etc. entfernt, um aus den feinen durchpassirten Rückständen die durch-gefallenen Insecten oder Mollusken, selbst zu späterer Zeit, in aller Bequemlichkeit herauslesen zu können. Die Construction eines solchen Siebes kann mannig-fach sein. Mein erstes Sieb bestand aus einem rechteckigen, in meine Excursionstasche passenden Drahtgitter , an dessen Längsseiten jederseits 3 Häkchen angebracht waren, an die ein Leinwandsack befestigt wurde, in welchen die durchgesiebten Partikelchen hineinfielen. Eine weitere allgemein verbreitete Art des Siebes bestand in einem Säckchen, in dessen oberes Drittel ein passendes rundes Sieb eingelegt und das auch durch Siebe von verschiedener Maschenweite ersetzt werden konnte. Indem man die oberen Ränder des Siebesackes mit der linken Hand hielt, wurden mit der rechten Hand die Laub-oder Moostheile in den Sack über das Sieb geworfen, sodann wurden mit der linken Hand die oberen Sackränder geschlossen und mit der rechten das Sieb in schüttelnde Bewegung gebracht. — Das „Wiener Entomologische Zeitung" V. Heft l. (l. Januar 1886.)