Otto Habich und Hanns Rebel: Ein Beitrag etc. 31 Ein Beitrag zur Lepidopteren-Fauiia Nieder-Oesterreichs. Von Otto Habich und Hanns Rebel. St. Egyd am Neuwalde (582 m.), nur 4 Stunden von Schrambach, der letzten Station der niederösterreichischen Süd-Westbahn entfernt, bietet in faunistiscber Hinsicht manches Interessante. Der Charakter der Gegend ist im Allgemeinen ein subalpiner zu nennen. Ein Aufenthalt daselbst von Mitte bis Ende Juli 1882 war viel zu kurz, um einen erschöpfenden Einblick in die Fauna zu gewähren, überdies war das Wetter in der letzten Hälfte des Aufenthaltes ein überaus ungünstiges, so dass wir von manchem Ausfluge abgehalten wurden , ins-besondere von einer zweiten Besteigung des Gippels (1667 m.), welcher das ergiebigste Explorations-Gebiet der Umgegend St. Egyd's bietet. Da aber Habich schon durch mehrere Jahre die letzte Hälfte des Juli daselbst zubrachte und auch unser entomologischer Freund Herr Otto Bohatsch uns sehr dankenswerthe Daten zur Verfügung stellte, welche von seinem Aufenthalte in St. Egyd während des Juni 1865 und 1866 herrühren, so sind wir in der Lage, 323 Arten Macrolepi-dopteren zu verzeichnen, woran sich 75 Arten Micro-lepidopteren schliessen; letztere durch Rebel während des heurigen Aufenthaltes erbeutet. Des Raumes halber zählen wir aber nicht alle beobachteten, sondern nur die interessanteren Arten nominell auf. 62 Arten Rhopalocera, darunter bemerkens werth : Parnassius Apollo L., zahlreich in einem Steinbruch, 9 9 dunkel bestäubt. — CoUas PMcomone Esp. häufig (Traisenberg). — Äpatura Iris L. (5 ein 9 c. 25. VIT. fliegend gefangen (Habich). — Limenitis Gamilla Schifl'. (5 9 (i^ Steinbruch). — Limenitis Sihylla L. 16. VII. schon verflogen. — Melitaea Didyma 0. v. Aljmia Stgr. — Argynnis Poles Schifl'. (Gippel (21. VII. nur 9 9) Reissalpe, GöUer). — Argynnis Ino Esp. auf Sumpfwiesen, Juni (Bohatsch). — Argynnis Niohe L. var. Eris Meig. häufig am Traisenberg ; eine dunkle Aberr. mit drei silbernen Wurzelflecken (Reissalpe). — Erebia, im Ganzen 6 Arten, darunter E^ehia Eriphyle Frr. (5 9 (21. VII. Gippel), dürfte für die Fauna Nieder-Oesterreichs neu sein, wurde aber im Hochschwab-Gebiet schon öfters gefangen. „Wiener Entomologische Zeitung" II. (1883). Heft 2.