262 NOVITATES ZooLOniCAE XXXIV. 1928. DIE ERGEBNISSE MEINER DRITTEN REISE NACH DEN BALEAREN NEBST EINER UBERSICHT ALLER BISHER VON DER INSELGRUPPE DER BALEAREN UND PITYUSEN BEKANNTEN VOGELARTEN. Von Dr. A. v. JORDANS. {Abgeschlossen am 1. Mdrz 1928.) T^RST iin Fiuhjahr .1927 konnte ich meinen nach meiuer zweiten 1921 untcr-■*-' nommenen Reise gefassten Entschluss, noch ein weiteres Mai die Insel-gruppe der Balearen aufzusuchen, ziir Tat werden lassen. Die Ausfiihrung wurde mir finanziell ermoglicht durch das Entgegenkoinmen der " Notgemein!<chaft der Deutschen Wissensuhaft "' und der Unterstiitzuiig durch Harm Geheimrat Prof. Dr. Koenig, denen ich hierfUr auch an dieser Stelle meinen verbindlichen Dank ausspreche. — Auf dieser Reise begleitete mich Frhr. Nikolaus von und zu Bodman, dein ich fiir seine Hilfe und Uberlassung von crbeutetem Material herzlich danke. Ferner schulde ich Dank neben den Behorden vor allem dem Deutschen Botschafter in Madrid, Herrn Graf von VVelczeck, dem Deutschen Consul in Palnia, Herrn Alfred Miiller, der mir mit gewohnter Liebenswiirdigkeit in alien Schwierigkeiten mit Rat und Tat zur Seite stand, den Grundbesitzern in Mallorca, die mir wie friiher bereitwilligst jede erbetene Jagderlaubnis in ihren Revieren gaben, und ferner alien jenen Herren Collegen, die mir spater zu Hause durch Uberlassung von Vergleichsmaterial bei der wissenschaftlichen Bearbeitung der Ausbeute halfen. Wir fuhren diesmal erst am 3. April von Bonn ab ; die Reiseroute ging dank dem Entgegenkommen des belgischen und franzosischen Ministeriums iiber Paris — Port Bou — Barcelona, von hier mit dem Dampfer nach Palma. Bis zur spanischen Grenze verlief die Fahrt ohne jede Schwierigkeit, aber hier wurden uns trotz aller auf Grund unserer Papiere erhobenen Einspriiche von der spanischen Zolldirektion unsere Gewehre beschlagnahmt, die mitgenommene Munition dagegen durchgelassen. Das Deutsche Generalconsulat in Barcelona wandte sich sofort telegraphisch nach Madrid, ich selbst an den Deutschen Botschafter, dem unser freies Passieren der Grenze voni spanischen Ministerium zugesagt war, zunachst aber ohne jeden Erfolg. Trotzdem Graf Welczeck auf unsere wiederholten Tclegramme alle Schritte unternahm, war es ihm erst nach fast 14 Tagen auf (irund mehrmaliger personlicher Vorstellungen im Ministerium moglich, die Freigabe zu erwirken, nachdem die Generalzolldirektion die Gewehre zwar schon etliche Tage vorher freigegeben, sie dann aber sofort der Zivilgouver-neur beschlagnahmt hatte ! Am 17. April erhielten wir sie endlich, nachdem 10 fiir luis kostbare Tage nutzlos verstrichen waren. Icli berichte hieriiber eingehender zur Warnung fiir solche, die mit Gewehren nacli Spanien wollen und nicht vorher im Besitz einer beglaubigten Absclirift der Ministerialerlaubnis sind — trotz aller sonstiger Liebenswiirdigkeit der spanischen Behorden. Erneute Schwierigkeiten hatten wir, als wir die offizielle Erlaubnis zur Jagd auch auf solche Vogel erbaten, die durch die neuen Jagd-und Vogelschutzgesetze in Spanien geschiitzt sind, Gesetze, die sonst erfreulicherweise scharf durchgefiihrt werden ;
v. Die Ergebnisse meiner dritten Reise nach den Balearen. Nebst einer Uebersicht aller bisher von der Inselgruppe der Balearen und Pityusen bekannten Vogelarten