NOVITATES ZOOLOOIOAE XXI. 1314. 25 DIE VOGEL VON SERAN ' (CERAM). (Aus den zoologischen Ergebiiissen der II. Freiburger Molnhken-Expedition). Von EKWIN STRESEMANN. (Tafein III.— V.) DEN Aiilas.s zur vorliegenilen Arbeit gab die ornithologlsche Sammlnug, welche von den Mitgliedern der II. Freiburger MoIukken-E.Kpedition wahrend ihres Anfentbaltes anf Seran vom 29. April bis 26. Dezember 1911 angelegt wurde, nnd welelie 118 Arten in 539 Exemplaren umfasst. Da eine znsammenfassende Darstellung unseres Wissens iiber die Oruis dieser Insel seit dem Ersclieinen von Sajvadoris grossem Werk 0)-nitologiu della Papuasia e delle Molucche, 1880-82, uicLt nnteruommen, nnd unsere Kenntnis der Vogelwelt Serans gerade in den letzten Jahren wesentlicb erweitert worden war, so erscbien es angezeigt, mit der Bearbeitung der Sammlung eine Anfiibrnng aller bisber von der Insel bekannten Arten nnd die Citiernng aller Literaturstellen, die sich speziell auf Seranvcigel bezieben, zu verbinden. Hiervon wnrde nur Salvadoris Werlv ansgenommen. Infolge des Entgegenkomiuens Herrn Ogilvie-Grant's, dem idi dafiir ancb an dieser Stelle den schuldigen Dank aussjireche, war icb in der Lage, die niebt nnl)edentende Sammlnug (60 Arten in 191 E.xemplareu), die der zn friUi verstorbene Wilfred Stalker im Oktober und November 1909 fiir das Britisb Museum anf Seran zusammengebracbt batte, und aus welcber Herr Ogilvie-Grant bisber nur einige neue oder interessante Arten bekannt gegeben batte, fur meine znsammenfassenden Untersucbnngen zu benutzen. Im Britisb Museum und anf Reisen, die micb nacb Paris, Leiden nnd Dresden fiihrten, konnte icb ferner einen grossen Teil des Materials priifeu, das von friilieren lieisenden auf Seran gesammelt worden war, darnnter fast alle Typen der end^mischen Arten. Elir vielfacbe Unterstiitzung bei dieser Anfgabe bin icb insbesondere den Herren Dr. van Oort, Dr. Menegaux, W. R. Ogilvie-Grant nnd Prof. Dr. Jacobi zu Dank verpflichtet. Die vorliegende Arbeit verdankt iudessen ibre Form in erster Linie dem Um stand, dass Herr Dr. W. von Rotbscbild mir in liberalster Weise einen Arbeits-platz in Tring-Museum, in welcbem sicb nun ancb die Sammlnng grosstenteils, ' Dieser Schreibweise. welcbe zucrst duicb vau Hoevell (Notulen van de Algemeene en Bestuurs-vergaderingen van bet Bataviauscb Genootscbap van Kunsten en Wetenscbappen. Deel xxv. Batavia 1888. p. 189) in Vorscblag gebracbt worden ist und seitdem in den wicbtigsten Sohriften iiber die Insel (Martin 1894, Sacbse 1907) Aufnabme gefunden bat, gebiihrt der Vorzug vor der amtlicbeu und meist gebriiuchlicben Form Ceram ; letztero wurde durcb die Hollander aus den portugie-siscben Karteu iibernommen und scheint zum ersteu Slal im Mappeniundo des Fernao Vas Dourado von 1571 in der Scbreibart Oerham (oder Cerbam ?) aufzutaucben : auf friiheren Karten wird die grosse Insel ebenso wie die ibr siidsiidwestlicb vorgelagerte kleine : Ambon genannt. Seran ist die pbonetiscbe Scbreibweise des Inselnamens, wie cr sicb in den Dialekten der Kiistenorte Siidwest-Serans findet ; die Stjimme des Binnenlandes nennen ibre Heimat : Selane. Kiedel scbreibt Serang : dies entspricbt indessen nur der entstellten Ausspracbe im Moluklien-Malaviscben. In den altjavaniscben Gediehten Pararaton (etwa 1346) und Nagarakretiigama (1365), in denen zuerst der Name der Insel aufgezeicbnet wurde, wird er vollig korrekt : Seran gesobreiben (G. P. Rouflaer: De Javaansobe Naam "Seran" van Z.W. Nieuw-Guinea v66r 1545 ; en een Rapport van Rumpbius over die Kust van 1684. — Tijdschr. Kmi, Ncderl, Atirdi'ijksh. OeiKwtschij) (2) xxv, 1908, pp. 308-347.)