358 KOVITATES ZOOLOUICAE XXI. 19U. BEITRAGE ZUR KENNTNIS DER AVIFAUNA VON BURU. (^[iis den .::ooloi/ischen I'Jrgebnissen der II. Freiburger Molukkeii-Expcdition.) Von ERWIN STRE8EMANN.* A. Zur ornithologischen Erforschung der Insel. DER Ornis von Barn sind uicht so iiuffalleiide Typeii eigen, wie dorjetiipjen der Nachbarinsel Seran ; es fehlt ihr der Kasuar, der Jahrvogel und der Kakadii, nnd so erkliirt es sich, dass wir im XVII. Jahrhnndert nichts nnd im XVIII. iiiir sehr weniges iiber die gefiederten Bewohner dieser Insel erfahren. Valentyn erwilhnt 172<) Philemon ?/iolitcce/isis, den er ganz richtig einen Verwandteii des " soki " (P/iilemon subcorniculatas) nennt ; er sagt ferner, dass aut Burn ein Maleo vorkomme, der grosser sei als der atnboiaische, was durch die nenesten Untersucbnngen bestiitigt wnrde ; er bezeiclmet Porphjrio calvus als biinfig auf Burn nnd erzilhlt, dass man auf dieser Insel Sula Icucogastra zu zahmen wisse. Es war um die Mitte des XVIII. Jahrbuuderts, dass (soweit sicli aus der Literatur nacbweiseu lilsst) znm ersten Mai Bnruvogel in enropiitsche Kabiiiette gelangten. Wilbelm Graf Bentinck-Rlioon (1704-1773), ein eifriger FOrderer der Natnrknnde, veranlasste die leitendeu MilQuer der Ost-und West-Indiscben Companien, in "Ost" und "West" einige Jabre hintereinander " zeldzarae en merkwaardige voorwerpen " sammeln zu lassen, nm das " Akademische Kabiiiet " der Leidener Hochscbnle, derea Curator er seit 1747 war, za bereicbern.' Uuter den Vogeln, die in diesen Sammlungeu euthalteu waren, befauden sicb anscbeinend vornebmlicii solcbe aus den yiidmolukken und vom Kap der Gutcu Hoifniuig ; wenigstens erfabren wir durcb Brisson, dass " M. le Comte de Bentinck " eiue gauze Reibe Vogel von den genannten Localitiiten an Reaumur sandte, die uacb dem Tode des letzteren (1757) durcb Brisson in seiner monumentalen Oniithologic (17(i(l) eingebendbescbrieben warden. Als Heimat der Molukkenvogel nennt dieser Autor fast in jedem Falle den Hauptplatz Ambuina; so soil nacb ibm aucb die Colmnba viridis amboi lie lists {Ornitk. I. p. 145) [= Treroii aromatica, (Gm.)] von dort stam-men. Es bat sicb jedocb spiiter gezeigt, dass diese Taube auf Burn bescbriinkt ist, und damit ist der Beweis geliefert, dass wenigstens eine Vogelart von dieser Insel bereits in Reauraurs Sammlung gelangt war. Pbilibert C'ommerson, der als Arzt und Naturforscber an der beriihmten Erdumsegelung Bougainville's 176(3-1709 teilnahm, war der erste wissenscbaftliche Reisende, welcber die Vogelwelt Burns aus eigener Anscbauuiig kennen lernte. Am 2. f^eptember 1768 liefen die beiden Scbiflfe der Expedition, von Port Praslin auf Neu-Irland kommend,-in der Bacbt von Kajeli ein, wo die Offiziere und * Owing to the war it has been impossible to submit all proofs to the author, though the greater part has been corrected by him. Should any errors have been overlooked, these circumstances must be the excuse. — Editors. ' Matthijs Siegenbeek, Ge.wkiedetiU der Leidsali^ IloogescJtol vanhareopngting in diii jiiri' 1575, tot hetjaar 1825, vol. ii., Leiden 1S:J2, p. !)0. ' In Bougainville's Reisebericht wird auf p. 277 die Beobachtung einer Anzahl Vogelarten auf dieser Insel verzeichuet und eine davon, Carjwjjhaga rtibricera Bp., sehr kenntlich beschrieben : " Nous avons tnii quelques gros pigeons de la plus grande beaute. Leur p'.umage est verd-dore. lis ont le col et le ventre gris-blanc et une petite crete sur la tcte."