553 5. Kristinella monilifera n. g., n. sp. Ein Hydroidpolyp aus der Kreide. Y on Prof. Dr. F. Richters, Frankfurt a. M. (Mit 8 Figuren.) eingeg. 25. Januar 1913. Am Strande von Bülk an der Kieler Förde fand mein Sohn im Sommer v. J. einen 4X6 cm großen Feuersteinbrocken, dessen eine Seite eine glatte, braune Spaltfläche darstellt, während die andre von einer weißen Kruste mit seltsamen, federförmigen Abdrücken bedeckt ist (Fig. 1). Mir fiel sehr bald eine gewisse Ähnlichkeit des hier konservierten Organismus mit Hydroidpolypenstöckchen, mit Plumulariden, auf. Auf eine Anfrage bei Herrn Prof. Wüst-Kiel, ob die Sammlungen des dortigen geologischen Instituts ähnliche Gebilde enthielten , erhielt ich bejahende Antwort: Herr Prof. Leonhard Schulze hatte Pfingsten v.J. gelegentlich einer Exkursion auf Sylt einen Feuerstein mit derartigen Bildungen gefunden und dem Kieler geologischen Institut überwiesen. Herr.Dr. Wetzel, Assistent daselbst, hatte das Stück einer näheren Untersuchung unterworfen , und es gelang ihm , einen mikroskopischen Schliff desselben herzustellen. Während der Organismus auf meinem Stück im wesentlichen als Abdruck erhalten ist, enthält das Sylter Stück ihn in der Feuerstein-masse eingeschlossen und völlig chalzedonisiert. Die Stücke haben beide ihre Vorzüge und ergänzen einander in erfreulicher Weise. Nach-dem ich einige Zeit bei der Deutung des Fossils auf andre Fährte ge-raten war, überzeugte mich der Schliff, den Herr Dr. Wetzel mir gütigst zur Ansicht überließ , daß meine anfängliche Auffassung voll-kommen zutreffend war. Bei eingehender Durchsicht der Hydroiden-literatur stieß ich bald auf die Arbeit von Kristine Bonnevie in »Den Norske Nordhavs-Expedition 1876—1878. Auf Taf. V, Fig. 3—7 fand ich Abbildungen von Lafoè'a-Arten mit » Coppinia-Bilanng« , die mir keinen Zweifel ließen, daß ich es in der Tat mit ganz ähnlich gestalteten Hydroidstöckchen zu tun habe. Derartige Plumulariden kennt man seit Mitte des vorigen Jahr-hunderts. Hassal beschrieb 1848 (Descript, of three new British Zoo-phytes in »The Zoologist« Bd. VI), als Coppinia mirabilis, gewisse schwammartige Massen, die Dal y e 11 schon an seiner Sertularia arcta gesehen. Später fand man derartige Gebilde an andern Hydroidgat-tungen: Lafoëa, Filellum, Grammaria, stets in der Meinung, daß es sich um verschiedene Arten der Gattung Coppinia handle. Da stellte 1893 Levins en (Meduser, Ctenophorer og Hydroider fra Grönlands Vest-kyst. Kjöbenhavn) aber fast, daß die vermeintlichen Coppinien nichts