Entomologisehe Naehriehten. Begründet von Dr. F. Katter in Putbus. Herausgegeben von Dr. Ferd. Karsch in Berlin. XXIV. Jahrg. Januar 1898. No. 1 u. 3. Die Gattung Joppa, Von Dr. Kriechbaumer in München. Die Gattungen Joppa und Ichneumon des Fabricius zeigen so viele gemeinschaftliche Merkmale, dass selbe nur als Abtheilungen einer Familie (Ichneumonidae) betrachtet werden können und es kaum möglich ist, eine scharfe Grenze zwischen denselben zu finden. Es sind hauptsächlich 2 Merkmale, welche bei den ausgeprägteren Arten der ersteren Gattung besonders in die Augen fallen und durch welche sich dieselben hauptsächlich von den Ichneumonen unter-scheiden, welche deshalb auch zunächst Berücksichtigung verdienen, nämlich 1) die scharf abgesetzten, nadelrissigen Hinterleibssegmente und 2) die ausser der Mitte lanzettlich erweiterten Fühler der ? (die Fühler der S sind kurz säge-zähnig oder deren Glieder am Ende etwas knotig, aber es fragt sich noch, ob dieses Merkmal für sich allein zuverlässig genug ist). Die meisten bisherigen Autoren legen das Hauptgewicht auf das zweite Merkmal und beachten das erste gar nicht oder nur als nebensächlich, andere legen auf die Form des Schildchens ein unverdient grosses Gewicht und bringen Ichneumon-und Joppa-arten mit kegelförmig zugespitztem Schildchen zur Gattung Trogus. Daher ist auch der Umfang und Inhalt der Gattung Joppa bei den bisherigen Autoren ein sehr verschiedener. Nach meinen bisherigen Studien der betreffenden Thiere bin ich nun zu der Ansicht gekommen, dass jene Arten, bei denen sich die beiden erstgenannten Merkmale vereinigt finden und daher der Gegensatz zu den Ichneumonen am stärksten ausgeprägt erscheint, als die typischen Formen zu betrachten sind. Ich bezeichne selbe daher als Holo jop-pin ae. Jene Arten dagegen, welche nur das eine dieser beiden Merkmale besitzen, nenne ich Hemijoppinae, und zwar die Arten mit stark abgesetzten und meist nadelrissigen