Systematisches Verzeichnis der deutschen Zikadinen. Von Dr. Th. Hüeber, Oberstabsarzt a. D. in Ulm. Vorwort. Zu den wenigst bekannten, nur selten gesammelten oder näher beobachteten Insektenordnungen gehören unbestritten die Zikadinen (Zirpen), wohl wegen der Kleinheit, Unauffälligkeit und Flüchtigkeit unserer heimischen Arten; denn das, was den Anfänger und Lieb-haber gewöhnlich alsbald zurückzuschrecken pflegt, das Fehlen eines einschlägigen , neueren beschreibenden Werkes oder eines verläß-lichen Katalogs, trifft hier nicht mehr zu. Seit 1896 besitzen wir Dr. Melichar's vorzügliches Werk über die Zikadinen von Mitteleuropa und der 1899 in 4. Auflage erschienene Catalogue des Hemipteres de la faune palearctique par le Dr. A. Puton (Remiremont) entspricht dem neuesten maßgebenden Standpunkt in Systematik und Nomen-klatur, wenn auch leider diese beiden schätzenswerten Werke schon wieder erheblich voneinander abweichen. Allerdings verschwinden unsere heimischen Arten mehr oder weniger unter der Überzahl der paläarktischen Genossen, doch hat Puton in dankenswerter Weise hinter jeder Art ihren Verbreitungsbezirk kurz angegeben. Sein Buchstabe A (Allemagne et Antriebe) deckt sich jedoch keineswegs mit unseren dermaligen deutschen Reichsgrenzen und begreift zahl-reiche Ausländer in sich, während anderseits manche südeuropäische (Eur. m.) Art auch in wärmeren deutschen Lagen zu treffen ist und verschiedene z. B. nur für „England und Frankreich" (B. F.) oder jjSkandinavien und Finnland" (S.) aufgeführten Arten auch auf deut-schem Boden, wenn auch verhältnismäßig selten und sparsam, vor-kommen. — Ich habe deshalb auf Grund des PuroN'schen Katalogs mit Hilfe der am Schlüsse angeführten, bisher veröffentlichten Faunen kleinerer Bezirke (teilweise auch auf Grund eigener langjähriger Sammeltätigkeit) die im Gebiete des Deutschen Reiches bis jetzt