92 Beitrag zur Hemipterenfauna zu Corfu. keit einer verständigen Bearbeitung des Erdbodens und einer regel-mässigen Wirtschaft in der Bekämpfung gegen schädliche Insekten an-erkannt, und aus diesem Beispiele der Bekämpfung der Tapinostola musculosa Hb. sieht man deutlich den auseinanderfolgenden Zusammen-hang, welcher zwischen der wissenschaftlichen Entomologie (Biologie der Insekten) und den Interessen der Landwirtschaft existiert. Beitrag zur Hemipterenfauna zu Corfu. Von G. Paganetti-Hummler, Vöslau b. Wien. Während meines hauptsächlich coleopterologischen Forschungen gewidmeten Aufenthaltes in Corfu im Jahre 1903, hatte ich auch eine grössere Anzahl Hemipteren erbeutet, die Herr Director Geza v. Horvath (Museum Budapest) die Güte hatte zu determinieren. Da mir bis nun das Ergebnis einer Hemipterenausbeute aus Corfu durch keine Publikation bekannt ist, so glaube ich, dass die Bekanntgabe meiner wohl nur 233 Species und Var. enthaltenden Ausbeute für die geographische Verbreitung der Hemiptera und für die Fauna Corfus genügend interessant ist, um der Öffentlichkeit bekannt gegeben zu werden, und erlaube mir nachstehend ein Verzeichniss derselben anzuführen. Ich sammelte in Corfu von den ersten Tagen des März bis 15. Juni ununterbrochen, reiste dann nach dem Parnass, um am 15. Juli wieder nach Corfu zurückzukehren, und verliess erst anfangs August die Insel endgültig. Die erste Zeit meines Aufenthaltes musste ich hauptsächlich zum Durchsuchen von Laubschichten verwenden, da auf der eben erwachten Frühlingsflora {Cistus salviaefolius, Calendula arvensis bicolor Bellidlastrum, Anemone coronaria ab.) ausser wenigen Bienen, den ersten Halictus und Andrenen nichts zu finden war. So suchte ich haupt-sächlich im königlichen Park (Villa Reale) unter dem dichten Lorbeer-gebüsch, dann in den Olivengärten an der Strasse nach dem Südende der korkyräischen Halbinsel „AI Canone" ; in einem kleinen Oliven-wäldchen, das auf einem kleinen Hügel, der sich am Rande des Sees zu Kalikiopulo erhebt, angepflanzt ist, in den kleinen Eichenhainen bei Gasturi und Benizze, am Hang des Monte Decca, im Valle di Popa, und an der Strasse nach Paläokastrizza. In dem Gesiebe fanden sich hauptsächlich : Macroscytas brunneus Fbr., Geotomus punetulatus Costa, ciliatitylus Sign., Ochetostethus nanus H. S. in Anzahl, ver-einzelt Captosoma scutellatum Faur., Odontoseelis fuliginosa L., dorsal/s F., Psaeasta exanthematica Scop. etc. Ende April speciell unter den trockenen Olivenblättern die Plint/usus-Arten. Um diese Zeit fand ich unter Steinen auch die ersten Reduviden, zu denen später hauptsächlich die beiden Ha rpa clor-Arten (iraeundor Poda und puneti-ventris H. S.) ihr räuberisches Dasein auf den Gräsern und Blüten im Sumpfe von Kalikiopulo in Anzahl führten. Auf der Rinde der Cypressen im königlichen Park fanden sich im Mai häufig die Nymphen von Mustha spinosula Lef., deren Imagines ich aber später nicht habhaft werden konnte. Inden massenhaften Asphodelusblüten wurden im Mai Cap-sns trifasciatus in seinen Varietäten regalis Horv., rufipes Fabr., annula-tus Gem. erbeutet. In den kleinen Wasseradern, die den teilweise im Mai schon trocken gelegenen Sumpf Kalikiopulo durchziehen, waren Notonecta glauca L. und var. marginata Müll., Corixa affin/s Leach, Sahlbergi Fieb., sowie Plea minutissima Fabr. gemein, während