Blumen und Insekten in Paraguay. 205 Original -Mitteilungen. Die Herren Autoren sind lür den Inhalt ihrer Publikationen selbst verantwortlich und wollen alles Persönliche vermeiden. Blumen und Insekten in Paraguay. Von C. Schrottky (Villa Encarnacion, Paraguay). II.*) Die neuen Beobachtungen, die ich über diesen Gegenstand ange-stellt habe, unterscheiden sich in sofern von den früheren, als ich nun-mehr gewisse Blüten unter stets mehrere Tage dauernde ControUe nahm; einerseits glaubte ich auf diese Weise die Besucher einer bestimmten Species vollständiger zu bekommen, andererseits gelang es mir auch, für solche Blüten gewohnheitsmässige Besucher nachzuweisen, in denen solche bei flüchtiger Aufmerksamkeit früher nicht wahrgenommen waren. Meine Bemühungen waren auch von Erfolg gekrönt, indem ich einige sonst sehr seltene lusektenarten in Anzahl erhielt; auch konnte natürlich auf das Verfahren des Pollensammeins so besser geachtet werden. Naturgemäss habe ich den Hymenopteren und unter diesen in erster Linie den Bienen meine grösste Aufmerksamkeit gewidmet; es sind aber auch andere Insekten, namentlich Schmetterlinge, diesmal häufiger ge-nannt, da sie doch wohl von grösserer Bedeutung für die Bestäubung sind, als ich früher annahm. Die folgenden Beobachtungen wurden an zwei Punkten angestellt: in Encarnacion (abgekürzt Enc.) = Camp-oder Steppenregion "und Puerto BertOni (abgekürzt P. B.) = Waldregion. Es ist ganz auf-fällig, wie verschieden sich dieselben Insekten zu denselben Blüten an diesen beiden Punkten benahmen, und macht es mir einigermassen ver-ständlich, warum hier vorkommende Bienen z. B. nicht an diejenigen Blumen gehen, woran sie doch nach der Literatur gefunden werden müssten (s. z. ß. den Abschnitt Bixa). Es herrschen eben andere kli-matische Verhältnisse, die Tiere haben ihnen mehr zusagende andere Pflanzen, auch mögen viele noch unbekannte Ursachen im Spiele sein. Wie früher sind auch diesmal nur in Kultur vorkommende Pflanzen mit aufgenommen, aber mit einem * bezeichnet worden, da ihre Beziehungen zur einheimischen Insektenfauna nicht als normal be-trachtet werden können. In den „Bemerkungen zu den blütenbesuchen-den Insekten" sind auch sonstige Gewohnheiten kurz besprochen, welche einiges Interesse beanspruchen dürfen. A. Aufzählung der untersuchten Blüten und ihrer Besucher. Fam. Iridaceae Cypella gracilis Herb, (determ. Hassler.) Der Käfer Astylus quadnlineatus (Germ.) lebt von den Perianth-blättern, welche er mehr oder minder stark anfrisst. Beim Suchen nach einer geeigneten bequemen Stelle klettert er mehrmals in die Blüten hinein und wieder heraus; dabei nehmen die starken Borsten der Elytren Pollcumassen mit, von denen beim Besuch einer zweiten Blüte leicht Teile auf deren Narbe gelangen können. Fremdbestäubung ist anschei-nend für diese Pflanze unerlässlich und wird reichlich durch den Käfer bewirkt. Enc. *) Vgl. diese Zeitschr. Vol. IV. pag. 22—26, 47—52, 73— 7S.