I Hymenopterologische Miszellen. 559 Hymeiiopterologisclie Miszellen. III.') Von Dr. Gustav Mayr. (Eingelaufen am 20. Ai)nl 1904.) Die Ormyrus -Arien Europas. Unter den Hymenopteren sind manche Gattungen bekannt, bei welchen die Individuen je einer Art ganz außerordentliche ^Unterschiede in Größe, Form der Körperteile, Skulptur usw. auf-weisen, worüber man sich bei den Arbeitern der in großen Kolonien lebenden Ameisen der Gattungen Dorylus (mit 7 — 11 Fühlergliedern), ÄUa, Pheldologdon usw. überzeugen kann, wobei die größeren und größten Arbeiter der verschiedenen Arten zur Unterscheidung der Spezies mehr oder wenige gute Anhaltspunkte bieten, während bei den kleinen und kleinsten nur undeutliche oder auch keine auf-zufinden sind. In meiner Abhandlung: „Die Einmietler der mittel-europäischen Eichengallen" (1872) habe ich bereits darauf auf-merksam gemacht, daß sich die Arten bei Untersuchung der größeren Individuen mehr oder weniger gut von einander unter-scheiden lassen, während dies bei den kleinen Exemplaren, welche wegen zu spärlicher Nahrung sich nur kümmerlich entwickeln, oft nur schwierig oder nicht der Fall ist. In meiner Abhandlung: „Die europäischen Torymiden, biologisch und systematisch be-arbeitet" (1874) machte ich besonders darauf aufmerksam, daß zur sicheren Bestimmung vieler Arten nicht einzelne Individuen genügend sind, sondern eine Reihe verschieden großer Exemplare aus einer Galle nötig ist, um erst durch die Merkmale der Variations-reihe eine Art sicher bestimmen zu können. Als ich vor vielen ») Siehe in diesen „Verhandhangen», Jahrg. 1902, S. 287-303-, 1903, S. 387—403. Z. B. Ges. Ed. LIY. 38