254 10. Zur Kenntnis der Lacerta danfordi Gthr. und der oxycephalen Eidechsen überhaupt. Von Dr. Franz Werner, Wien. eingeg, 26. November 1903. Nach langjährigen Bemühungen ist es mir gelungen, erwachsene Exemplare der kleinasiatischen Lacerta danfordi Gthr. zu erhalten, welche von Herrn Walther Siehe im Dumbelek-Dagh (cilicischer Taurus) gesammelt worden waren. Es ergab sich auch bei flüchtigster Betrachtung, daß diese Art nicht nur von den beiden von mir aus Kleinasien beschriebenen Lacerta-Axien L. anatolica und cappadocica spezifisch vollständig verschieden ist, sondern, wie bereits Boulenger durch Einbeziehung der L. graeca Bedr. in die Synonymie der dan-fordi anerkannte, dieser griechischen Art sehr nahe steht. Da mir nun ein recht befriedigendes Material der oxy-und platycephalen ia-certa-kxten und ihrer pyramidocephalen Abkömmlinge vorliegt, so will ich es versuchen, die L. danfordi mit Bezug auf die Unterscheidungs-merkmale von ihren Verwandten neu zu charakterisieren. Daß ich die beiden von mir beschriebenen Lacerten nicht mit L. danfordi ver-wechselte, verdanke ich in erster Linie dem Umstand, daß ich mich beim Vergleich streng an die geradezu ausgezeichnete Abbildung bei Boulenger hielt, welche mir auch die Wiedererkennung dieser fast verschollenen Art auf den ersten Blick ermöglichte. Die europäischen Arten der Gruppe sind alle deutlich platyce-phal, sogar diejenige Form, welche einer der asiatischen Arten [L. laevis Gray) am ähnlichsten ist [L. muralis Laur.) ; dagegen ist von den asiatischen nur L. depressa deutlich platycephal, die andern aber mehr oder weniger pyramidocephal, am meisten L. laevis Gray. Alle sind Mauer-oder Felseneidechsen und die meisten sehr lokalisiert; eine weite Verbreitung und damit auch große Variabilität (wenngleich nach Ausscheidung der grünen L. serpa Raf. und ihrer Verwandten weit geringere, als mau früher glaubte) besitzt nur L. muralis^ nächst ihr L. depressa und laevis. L. depressa bewohnt die Gebirge an der Nord-küste Kleinasiens, Transkaukasien, die östlichen Gebirgszüge der Südhälfte Kleinasiens und das Demawendgebiet in Nordpersien ; L. laevis den cilicischen Taurus, Rhodus, Cypern und Syrien ; dagegen findet sich L. danfordi nur im cilicischen Taurus und einigen angren-zenden Gebieten, L. oxycephala nur in Süddalmatien, der Herzegowina und Montenegro (auch in diesem beschränkten Gebiet durchaus nicht allgemein), L. mosorensis nur auf der Baba planina und bei Korito in der Herzegowina, sowie auf der Mosor planina in Dalmatien, L. graeca nur im Taygetos, L. hedriagae nur auf Korsika, L. anatolica