280 [Berliner Entomolog. Zeitschrift Bd. XXXIII. 1889. Heft II.] Ueber eine neue, der Idionyx luctifera Selys verwandte ostafrikanische Libelluliden-Gattung. Von Dr. F. Karsch in Berlin. Hagen erwähnt in den Verhandl. d. k. k. zool.-bot. Ges. Wien, XVII, 1867, p. 58 und 62 einer Corduliinen-Gattung Zygonyx Selys mit zwei asiatischen Arten : Z. ida Selys von Java und Z. iris Selys von Malesien, beide in litt.; auch Brauer stellte ein Jahr später in den Verh. d. k. k. zool.-bot Ges. Wien, XVIII, 1868, p. 742, die Gattung noch zu den Corduliinen, während Selys selbst in seiner Synopsis des Cordulines, Bruxelles 1871, p. 83, ihr einen Platz unter den Libellulinen anweist. Stellt man die Charaktere dieser, in zwei noch heute unbeschriebe-nen Arten vertretenen, problematischen Gattung auf Grund der bezeich-neten Quellen zusammen, so ergiebt sich, dass bei Zygonyx Selys: 1) die Augen am Schläfenrande eine kleine Erweiterung zeigen, wie bei den Corduliinen; 2) die cellula cardinalis im Vorderflügel dreieckig, wie bei den Libellulinen gestellt, d. h. mit ihrer Spitze nach hinten ge-richtet, und durch eine Ader getheilt ist; 3) das innere Dreieck im Vorderflügel dreizellig ist; 4) das Diskoidalfeld im Vorderflügel aus zwei Zellenreihen besteht; 5) der Analwinkel der Hinterflügel beim d* abgerundet ist; 6) im Gegensatze zu Idionyx Selys das innere Dreieck der Hin-terflügel fehlt; 7) der Zahn der Fussklauen nach der Spitze gerückt, so lang wie die Klauenspitze selbst ist und diese daher gespalten er-scheint, und 8) der Nodus dieselbe Lage wie bei der Corduliinen-Gattung Macromia hat, d. h. von der Flügelwurzel zweimal so weit entfernt ist wie vom Pterostigma. Schon im Jahre 1868 hatte Selys in den Annal. d. 1. Soc. Ent. d. Belgique, 1868/69, p. 95, als fragliche dritte Art seiner Gattung Zygonyx eine Z.t luctifera Selys von den Seychellen beschrieben, zu welcher er später in Association frangaise pour l'avancement des