jQ Gesellschaft naturforschender Freunde, Berlin. Vorkommen zwischen den Ruinen jener Burg spricht für die Annahme, dass der Ur im Mittelalter noch lebend im nörd-lichen Theile der Provinz Posen vorgekommen ist, woraus wieder auf sein gleichzeitiges Vorkommen in Hinterpommern geschlossen werden darf. Herr H. J. KoLBE sprach über die Arten der eigen-thümlichen Neuropterengattung Nemoptera. Herr Dr. F. Stuiilmanx in üar-es-Salaam sandte an das Berliner Museum eine Nemoptera aus Usambara in Deutsch-Ost-Afrika. Bisher war noch keine Art der Nemo-pteriden (eine zur Ordnung der Neuropteren gehörige Familie) aus diesem Gebiete bekannt. Das Kapitel „Die Netzflügler Deutsch-Ost-Afrikas" in dem Werke Stuhlmann's „Deutsch-Ost-Afrika" erfährt dadurch auf S. 32 eine Ergänzung. Es war vorauszusehen, dass die Familie auch in Ost-Afrika einen oder mehrere Vertreter habe. Einen eigentlichen Nachtrag zu den „Neuropteren Deutsch-Ost-Afrikas" will der Vortragende erst später liefern. Die Nemopteriden sind, bis auf je eine Species in Indien. Australien und Chile, auf Afrika (in seinem ganzen Umfange), sowie Süd-Europa und West-Asien beschränkt. Es sind jetzt 33 Species bekannt, von denen 12 im palä-arktischen Gebiet (Süd-Europa, Nord-Afrika und West-Asien), dagegen 1 8 in dem afrikanischen Gebiet (Afrika südlich der Sahara und südlich von Aegypteu) heimathen. In Süd-Europa sind vier Arten zu Hause, nämlich 1) Nemoptera lipennis III. 1812 (lusitanica Leacii 1815) in Portugal, Spanien (Andalusien, Granada, Gibraltar) und Süd-Frankreich (Marseille) ; 2) Nemoptera coa L. (coquclcrti Wkstw.) in Griechen-land (Inseln und Continent): Epirus, Athen, Akarnanien, Aetolien, Morea; 3) Nemoptera sinuata Ol. in Südost -Europa (Balkan, Rumelien, Constantinopel) und Klein-Asien, Syrien, Cilicien; 4) Nemoptera (Halter) ledereri Selys bei Tultscha in Bulgarien und auf dem Bodz Dagh, 15 Meilen südlich von Smyrna.