535 Fragmente zur Mykologie (XXIII. Mitteilung, Nr. 1154 bis 1188) Von Prof. Dr. Franz Höhnel k. ^\. Akad. (Vorgelegt in der Sitzung am 26. Juni 1919) 1154, Über Cladosterigma fusispora Patouill. und Micro- cera Clavariella S p e g a z z i n i. Von Cladosterigma fusispora gab ich in Österr. bot. Ztschr. 1907, 57. Bd., p. 323 an, daß der als Hyalostilbee beschriebene Pilz eine Dacryomycetinee ist. Patouillard's Urstück habe ich nicht gesehen. .Seine Nährpflanze ist an- geblich eine Myrtacee. Auch das untersuchte, von Noak 1898 im südlichen Brasilien gesammelte Stück sollte auf Blättern einer Myrtacee sitzen. Allein die nun vorgenommene Prüfung der Blätter zeigte mir, daß dieselben offenbar von einer Laurinee herrühren, denn sie besitzen Ölschläuche und keine Öldrüsen, Daher ist auch die nicht gut entwickelte Fliyllachora, auf welcher der Pilz schmarotzt, nicht mit P/z. disiingtienda Rehm verwandt, wie in Ann. mycol. 1907, V. Bd., p. 352 angegeben ist. Offenbar schmarotzt die Cladosterigma auf verschiedenen Phyllachora- Arten auf mehreren Nährpflanzen. Patouillard gibt die Sporen 5 bis 6 {X breit an, ich fand sie jedoch nur 2 bis 3 |x breit. Ich fand nun, daß der von Balansa in den Plantes Parag. Nr. 3483 ausgegebene Pilz, der tatsächlich auf Eiigeiiia- Blättern, also auf einer Myrtacee auftritt und als Microceva Clavariella von Spegazzini 1891 beschrieben wurde, mit Cladosterigma fusispora zusammenfällt. 536 F. Höhnel. Daher hat der Pilz Cladosterigma Clavariella (Speg.) V. H. zu heißen. Die genauere Untersuchung desselben zeigte mir nun, daß es sich zweifellos um einen Basidiomyceten handelt, indessen nicht um eine Dacrj'omycetinee, sondern um eine eigenartige Clavariee. Die einfach zylindrischen oder wenig verzweigten, fast gallertigen, blassen Fruchtkörper sind überall mit einem dichten Hymenium überzogen. Die dicht parallelstehenden Basidien sind keulig, nach unten kegelig spitz zulaufend, oben abgerundet; sie sind meist nur 7 bis 10=:^ 2-5 bis 3 [j. groß, selten bis \2 ^ ?>-^ \x. Oben zeigen sie meist nur eine 1 bis 2 [X lange Spitze, die manchmal gegabelt ist. Nicht selten sind aber 2, auch 3 kurze Spitzen vorhanden, die oben kleinkugelig verdickt sind und offenbar Sterigmen dar- stellen. Indessen gelang es mir nicht, noch daran sitzende Sporen zu finden. Im Alter wachsen diese Sterigma oft unregelmäßig aus. Die zahlreich zu findenden Sporen sind anfänglich offenbar alle einzellig, keulig-spindelig, oben stumpf- lich, unten spitz ausgezogen und etwa 8 bis 12^2 bis 3 [x groß. Doch findet man auch viele 16 bis 26 ^ 2-5 bis 3 \i große, ähnlich gestaltete oder oben und unten spitz aus- gezogene Sporen, die meist 2, selten 3- bis 4-zellig sind. Diese Sporen halte ich für in Keimung begriffene. Ob die Gattung Cladosterigma neben den vielen Clavarieen- Gattungen haltbar ist, wäre noch näher zu prüfen. Die Fruchtkörper der Cladosterigma sind aus hyalinen 1 [x dicken Hyphen aufgebaut, die im Achsenteile dicht parallel gelagert sind. Von diesem Achsenzylinder gehen nach außen zahl- reiche verzweigte Hyphen ab, die in einer hyalinen zähen Schleimmasse locker eingelagert sind und an deren Zweig- enden die Basidien sitzen. Wollen web er (Fusaria autogr. delin. 1916, Taf. 434; Ann. myc. 1917, XV. Bd., p. 27) erklärt den Pilz als echte Microcera D., was aber nicht richtig ist. Fragmente zur Mykologie. o37 1155. Über die Gattung Langloisula Ellis et Everhart. Wurde als Hyphomycengattung aufgestellt in Journ. of Mycology 1889, V. Bd., p. 68, Taf. X, Fig. 1 bis 3 auf Grund von Langloisula spinosa E. et Ev'. Es heißt zwar in der Beschreibung, daß die gelben, kugeligen oder eiförmigen Conidien auf den spitzen Enden von wiederholt sparrig- gabelig verzweigten Trägern sitzen, allein solche aufsitzende Conidien werden nicht gezeichnet. Ich vermute daher, daß der Pilz gar kein Hyphomycet, sondern ein mit Asterostromella v. H. et Litsch. (Sitzb. Akad. Wiss. Wien, math.-nat. Klasse, Bd. 116, Abt. I, 1907, p. 773) verwandte Corticiee ist. Wenn dies richtig ist, was das mir nicht zugängliche Urstück des Pilzes zeigen wird, so würde sich die Gattung Langloisula E. et Ev. 1889 von Asterostromella v. H. et L. nur durch die Gelbfärbung der Sporen unterscheiden. Die äußerliche Beschaffenheit des Pilzes spricht nach der Beschreibung ganz dafür, daß der- selbe eine Corticiee ist. Die Beschreiber desselben sagen selbst, daß er äußerlich genau einem dünnen gelben Corticiimi gleicht. Für die Wahrscheinlichkeit, daß es sich um einen Basidioinyceten handelt, spricht auch die Form der Sporen. 1156. Über Physospora elegans Morgan. Aus der Beschreibung und Abbiidung des Pilzes in Journ. Cincinnati soc. Natur. History 1895, XVIII. Bd., p. 44, Taf. III, Fig. 23 geht hervor, daß der Pilz ein Basidiomycet ist, und zwar eine eigentümliche sehr lockere Coniopliora, die Conio- pliora elegans (Morgan) v. H. genannt werden muß. Die breiten und kurzen Basidien sind nicht zu einem Hymenium verwachsen und haben 1 bis 3 meist 2 dicke Sterigmen. Die kugeligen, ockergelben Sporen sind 16 bis 20 [x groß; das Hyphengewebe zeigt Zcihlreiche Schnallenbildungen. 1157. Über Ascomycetella punctoidea Rehm und Capnodiopsis mirabilis P. Henn. In den Berichten der deutschen botanischen Gesellschaft 1918, 36. Bd., p. 308 habe ich ohne weitere Begründung die 538 F. Höhnel, Angabe gemacht, daß Capnodiopsis inirahilis ein Alters- zustand von Asconiycetella pnnctoidea ist. Da die beiden Pilze scheinbar völlig voneinander verschieden sind, ist es nötig, dies zu begründen. Schon in meinen Fragmenten zur Mykologie Nr. 244 (VI. Mitt., 1909) und Nr. 651 (XIII. Mitt., 1911) gab ich an, daß beide Pilze auf der Unterseite der Blätter von zwei Miküiiia- Avten wachsen, die sich, wie mir der mikro- skopische Vergleich zeigte, einander sehr nahe stehen müssen, da die Haarbildungen derselben einander fast gleichen und sich fast nur in der Breite der Haare voneinander unterscheiden. Neben großen Haaren treten bei beiden Arten noch kurze, zartvvandige, mit einem bräunlich gefärbten Safte erfüllte, stark bogig zusammengekrümmte Haare auf. Beide obige Pilze wachsen nur auf diesen Haaren, entweder an der Spitze oder weiter unten auf der konvexen Seite derselben. Bei der Mikania, auf der das Capnodiopsis wächst, sind diese Haare etwa 170 [X lang und 30 [x dick, bei der anderen mit der Asconiycetella sind sie kleiner und nur 15 [x breit, daher es den Anschein hat, als wüchse der Pilz direkte auf der Epidermis, was aber nicht der Fall ist. Wo die Pilze auf den Haaren sitzen, werden die Zellen derselben von einem schwarzen, sehr kleinzelligen vStroma ausgefüllt, auf dem außen der Fruchtkörper sitzt. Bei dem Exemplare der Asconiycetella pnnctoidea sind die Fruchtkörper in bester Entwicklung, Schläuche und Sporen sind reichlich vorhanden, der Pilz ist weichfleischig und nur in der Mitte der Basis desselben zeigt sich schwarzes Stromagewebe; die Haarzellen sind noch nicht stark stro- matisch infiziert. Hingegen ist das Original von Capnodiopsis mirabilis, wie man schon mit der Lupe sehen kann, alt und überreif. Daher findet man, daß das Stromagewebe die Haarzellen viel stärker ausgefüllt hat und auch die Fruchtkörper sind durch die Weiterentwicklung des Stromas hart und kohlig geworden. Die ursprünglich fleischige Schichte, in der die Schläuche lagen, ist mehr minder stromatisiert, die wenigen aufzufindenden Schläuche sind leer oder abgestorben und Fragmente zur Mykologie. i^t'59 nur stellenweise zu sehen. Bei wiederholter genauer Unter- suchung gelang es mir nicht, auch nur eine Spore zu finden und auch früher fand ich nur wenige abgestorbene Schläuche mit eingeschlossenen Sporen. Offenbar sind die meisten Schläuche infolge der Weiterentwicklung des Stroma oblite- riert und verschwunden. Daher sind auch die wenigen gesehenen Sporen kleiner und nur dreizellig, ohne Längs- wand. Der ganze Pilz ist, wie ich nun erkannte, alt und halb- morsch und nicht, wie ich früher glaubte, unentwickelt, sondern überreif. Schon nach meiner ersten Untersuchung des Pilzes (Fragm. Nr. 651) erkannte ich, daß Ascomycefella pnnctoidea offenbar dem Capnodiopsis nahesteht; schon damals hätte ich erkennen müssen, daß beide derselbe Pilz sind, wenn ich nicht übersehen hätte, daß Capnodiopsis inirahiJis niclit unentwickelt ist, wie ich glaubte, sondern ein überreifer Alters- zustand. 1158. Über die Gattung Perisporium Fries. Der Name Perisporiiim Fr. erscheint zuerst im Systema mycol. 1821, I. Bd., p. XLIX. Dann werden in demselben Werke 1829 im III. Bde, p. 248 15 Arten der Gattung auf- geführt, die sehr verschiedener Natur sind. Diese Gattung Perisporiuin Fries 1829 kommt aber nicht weiter in Betracht, weil Fries 1849 in Summa Veget. scand. p. 404 die Be- schreibung der Gattung völlig geändert hat und Cor da als Mitautor nennt. Er beschreibt die Gattung hier ganz nach den Angaben Corda's in Icon. Fung. 1838, II. Bd., p. 26, Fig. 97 über Perisporium vulgare Cda., welche er auch als sechste Art anführt und durch schiefen Druck hervorhebt, unter dem synonymen Namen P. dissemijiatum Fr. Es ist daher kein Zweifel, daß diese Corda'sche Form die Grundart der Gattung Perisporiuin Fries-Corda 1849 ist. Die vorher angeführten fünf Arten sind sehr verschiedener Natur und gehören nicht in die Gattung. 1. Perisporiuin extiiherans Fr. (Syst. myc. 1823, II. Bd., p. 432) ist jedenfalls ein dothidealer Pilz, wahrscheinlichst eine Carlia Rbh.-Bon.-v. H. (Sphaerella Fr.). 540 F. Höhnel, 2. Perisporiiim hetuUnum (A. et S.) Fr. ist MoUisia hettüina (A. et S.) Rehm (Ben bayrisch, bot. Ges. 1914, XIV. Bd., p. 96). 3. Perisporinin Tragopogi (A. et S.) Fr. ist ein kleines Sclerotium oder eine unreife Sphaeriacee. 4. Perisporiiim alnenm Fr. (Syst. myc. 1829, III. Bd., p. 250) ist gewiß derselbe Pilz, den Fuckel (Symb. myc. 1869, p. 97) als Stigmatea alni beschrieben und in den Fung. rhen. Nr. 1703 ausgegeben hat. In der Syll. Fung. 1882, I. Bd., p. 496 steht er bei Sphaerella. Die Untersuchung von Fuckel's Stück zeigte mir, daß derselbe eine zarthäutige, schwach und blaßbraun beborstete, fast kahle, subcuticulär sich entwickelnde Coleroa Rbh. ist. Die reifen Sporen sind grünlich. Der Pilz hat Coleroa alnea (Fr.) v. H. zu heißen. 5. Perisporinin fagineiini Fries (Syst. myc. 1829, III. Bd., p. 249) sind nach der Beschreibung sehr kleine, oberflächliche, eikugelige, glänzende, schwarzbraun-blasse Gebilde, die an i?/Z7^5-Blattdrüsenhaare erinnern, unbekannter Natur. Mit der Grundart Perisporinin vulgare Corda ganz nahe verwandte Formen sind zunächst noch drei weitere bekannt geworden, die vielleicht zum Teile zusammenfallen und noch vergleichend geprüft werden müssen. Es sind dies Perisporinin fnniculatnm Preuss (Linnaea, 1851, 24. Bd., p. 143), gleich Preussia fnuicnlata Fuckel (Symb. myc. 1869, p. 91), gleich Fleischhakia laevis Auerswald (Hedwigia 1869, VIII. Bd., p. 2), sowie Fleischhakia punctata Auerswald und Prenssia Kunzei Fuckel (Symb. myc. 1873, II. Ntr., p. 18). Die beiden Gattungen Preussia Fuck. 1869 und Fleisch- hakia Auerswald 1869 sind mit Perisporiuin Fries-Corda 1849 synonym. Diese Gattung wurde bisher zu den Peri- sporieen gestellt, die jedoch keine einheitliche Familie sind, womit daher eigentlich nur gesagt ist, daß die Fruchtkörper keine Mündungsöffnung haben. Neuerdings (Ann. myc. 1917, XV. Bd., p. 448) haben Theissen und Sydow die Preussia fnuicnlata, Pr. Kuuzei, sowie die Fleischhakia punctata geprüft und gefunden, daß bei den beiden letzteren Pilzen die Schläuche als Endglieder eines verzweigten Hyphenstockes, der am Grunde des Fragmente zur Mykologie. <341 Gehäuses entspringt, entstehen. Infolgedessen sie die Gattung Perisporiuin zu den Aspergilleen stellen. Ich konnte nur die Prcnssia fnnicnlata und Pevisporümi typhanim Sacc. unter- suchen, was aber ganz ohne Belang ist, denn die echten Arten der Gattung stehen einander sehr nahe, ja sie sind vermutlich nur Formen einer Art. In der Tat nimmt Schröter (Pilze Schlesiens 1S93, IL Bd., p. 250) an, daß Perisporium Vulgare, fniiiciilatmn und Knnzei derselbe Pilz sind, was ich auch glaube. Auch P. iypharnm Sacc. wird dazu gehören. Diese Art wird Perisporium disseniinatnni Fries 1849 (Summa veg. scand., p. 404) zu nennen sein. Vergleicht man diesen Pilz auf Achsenschnitten mit dem Fruchtkörper irgend einer Aspergillee, so erkennt man ohneweiters, daß es sich auch nicht im entferntesten um eine solche handeln kann, und erscheint mir die Ansicht der Obgenannten völlig un- verständlich. Schon der Axialschnitt durch einen reifen Fruchtkörper läßt vermuten, daß es sich um eine viel- schlauchige Pseudosphaeriee handeln werde, die mit Sporormia de Not. verwandt sein wird. Schon Auerswald sah (Hedwigia 1869, VIII. Bd., p. 3), daß seine Fleischhakia- Arten Sporen haben, die ganz denen von Sporoniiia-Arten ent- sprechen und stellte daher nur ungern diese Gattung auf. Nun ist Sporormia in der Tat, wie ich fand, eine Pseudo- sphaeriaceen-Gattung. Indes der Mangel an Paraphysen, die Form der Schläuche, die sehr verschieden lang gestielt sind und daher in mehreren Lagen stehen und anderes, lassen wieder Zweifel aufkommen. Will man ganz ins klare kommen, so muß man jüngere Zustände des Pilzes prüfen. Solche fand ich nun sehr schön in dem in Fautrey, Hb. Crypt. de la Cöte d'or Nr. 528 unter den Namen Perisporium typharmu Sacc. F. Phoeiiicis dactyliferae ausgegebenen Stücke. Hier zeigte sich nun zunächst ganz deutlich, daß die Frucht- körper nicht, wie überall unrichtigerweise angegeben wird, ganz oberflächlich stehen; sie entwickeln sich vielmehr unter der Epidermis und brechen ganz hervor. Auch die auf Stroh wachsenden Stücke von P. fnnictilatmn Pr. in Krieger, F. sax. Nr. 426 zeigten mir dasselbe. Auch wenn der Pilz auf Holz wächst, bricht er zwischen den Fasern hervor. 542 F. Höhnel, Schon Corda wußte dies, wie aus seiner Fig. 97, 2, Taf. XIII, hervorgeht. Die jungen Fruchtkörper haben nun eine bis 80 \l dicke parenchymatische Membran, die einen rundlichen Raum um- schließt, der ganz mit dicht verwachsenen, hyalinen, gegen 2 [Abreiten, senkrecht parallelen Hyphen ausgefüllt ist, zwischen denen die Schläuche sich bilden. Während dem Größerwerden des Fruchtkörpers entstehen immer mehr und mehr Schläuche. Die Stiele der erstgebildeten verlängern sich am stärksten, die der folgenden allmählich weniger stark, so daß die zu- letzt entstandenen Schläuche nur kurze Stiele haben. Hier- durch wird der ganze Innenraum der Fruchtkörper mit Schläuchen ausgefüllt, gewissermaßen schichtenweise. Ebenso reifen dieselben in demselben Maße später aus, so daß im Fruchtkörper die Schläuche oben schon ganz reif sind, während weiter unten dieselben noch ganz unreif sind. Der Nucleus ist dann oben bereits von den Sporen schwarz, in der Mitte und unten noch hyalin. Während dieses von oben nach unten fortschreitenden Ausreifungsvorganges wird das para- physenartige Gewebe zwischen den Schläuchen fast ganz aufgelöst, so daß schließlich nur mehr ganz vereinzelte Hyphen als Scheinparaphysen übrig bleiben. Man ersieht aus diesen Angaben, daß Perispoviuiu ein sehr eigenartiger pseudosphaerialer Pilz ist, der sich von Sporormia nur durch die sehr zahlreichen sehr verschieden lang gestielten, schichtweise von oben nach unten allmählich ausreifenden Schläuche, den Mangel von paraphysoiden Hyphen und die ganz hervorbrechenden Fruchtkörper unter- scheidet, die sich nicht durch eine kleinere Öffnung in der Decke, sondern durch Abwurf der letzteren in ihrer vollen Breite entleeren. Reife ganz offene Fruchtkörper gleichen daher auffallend einem Scheibenpilz. 1159. Über die Gattung Microthyrium Desmazieres Ist aufgestellt in Ann. scienc. nat. Bot. 1841, 2. Ser., XV. Bd., p. 138, Taf. 14, Fig. 1 mit der Grundart Micro- thyriiiin microscopicnm Desm., ausgegeben in den PI. crypt. Fragmente zur Mykologie. ^4o France 1840, Nr. 1092. In dieser Nummer sind drei Exem- plare vorhanden, das eine auf Blättern der Edelkastanie, das zweite auf Buchsbaumblättern und das dritte auf Blättern von Ouercns Hex. In der Artbeschreibung heißt es, daß der Pilz auf Rot- buchen-, Edelkastanien- und Eichenblättern auftritt. Offenbar handelt es sich um eine Form, die auf dürren Blättern von Cupuliferen wächst. In der Tat zeigte mir die Untersuchung, daß der Pilz auf den Buchsbaumblättern eine ganz andere, eigene Art ist. Desmazieres ausführliche Beschreibung beruht auf dem Pilze auf Edelkastanienblättern. Allein mein Exemplar davon zeigt denselben nur ganz schlecht entwickelt. Indessen konnte ich mich davon überzeugen, daß das Exemplar auf den Blättern von Ouercns Hex, das gut entwickelt ist, denselben Pilz enthält. Desmazieres sagt, daß Paraphj^sen fehlen und glaubt, daß die Schläuche oben rosettig unter dem Ostiolum befestigt sind, ferner gibt er an, daß die Sporen drei wenig deutliche Querwände haben. Allein diese Angaben sind falsch. Paraphysen sind vor- handen, fädig, zwischen den Schläuchen nur selten deutlich, aber oben ein dickes, hyalines Epithecium bildend. Es ist bekannt, daß an Quetschpräparaten die Paraphysen oft schein- bar fehlen, daher viele unrichtige Angaben. Ferner habe ich mich davon überzeugt, daß die Schläuche nicht oben, sondern an der dünnen mikroplektenchymatischen hyalinen Basalschichte sitzen und gegen das Ostiolum hin kegelig zusammengeneigt sind. Endlich fand ich, daß die Sporen niemals vierzellig sind, sondern, wenn gut entwickelt nur zweizeilig, wobei die obere Zelle um 1 bis 2 {i länger ist als die untere. Die Thyriothecien sind fast Kreisrund, flach, wenn gut entwickelt oben mit kleiner Papille, 80 bis 220 {x groß, am Rande glatt oder etwas uneben, weder gelappt noch gewimpert. Mikroskopisch beobachtet erscheinen sie schön durchscheinend dunkelbraun. Das Schildchen zeigt eine rundliche 8 bis 12 [j. breite Mündung, die oft wenig deutlich, schmal dunkler o44 F. Höhn ei, braun beringt ist. Es besteht aus einer 4 bis 5 [x dicken Lage von streng strahlig gerade verlaufenden, dicht ver- wachsenen, fast gleichmäßig 3 bis 4-5 [jl breiten, derb- vvandigen Hyphen, die aus meist quadratischen, gegen den Rand hin kürzer und rechteckig werdenden Zellen bestehen. Die am Rande befindlichen Zellen sind kaum breiter, nicht längsgeteilt und nicht lappig oder wimperig. Die Basalschichte ist hyalin, dünn und sehr kleinzellig; sie reicht nicht bis zum Schildchenrande, sondern hat nur etwa drei Fünftel der Schildbreite. Die zahlreichen Schläuche sind spindelig-keulig, unten kurzstielig, zarthäutig, oben verschmälert abgerundet und dickhäutiger, achtsporig und 40 bis 58 ^ 7 bis 10 [j. groß. Paraphysen vorhanden, langfädig, oben ein dickes hyalines Epithecium bildend. Jod gibt nirgends Blaufärbung. Die hyalinen Sporen sind meist gerade, länglich mit stark verschmälert abgerundeten Enden, plasmareich, zarthäutig, meist anscheinend einzellig, doch wenn gut entwickelt, mit einer wenig deutlichen Querwand, etwa 1 jx unter der Mitte. Die obere Zelle ist oft '0*5 bis l \i breiter als die untere. Die Sporen erscheinen reif fast stets mit 1 bis 2 Längs- streifen versehen und sind. 12' 5 bis 14 ^ 2 bis 3 [j. groß (meist 13 bis 14 « 2 bis 2-5 [x). Mit diesem Pilze ist nun zweifellos identisch Micvo- thyriiim Oiiercns Fuckel (Symb. myc. 1869, p. 98) nach der Beschreibung und der Abbildung auf Taf. III, Fig. 11. Nur sind die Maßangaben wie bekannt bei Fuckel meist unrichtig und zu klein. Hingegen ist der in Syll. Fung. 1883, p. 663 als Micro- tJiyriimt microscopicum beschriebene Pilz verschieden und offenbar eine Mischart. Die kleinen (25 bis ?>Q ^ 7 bis 9 (j.) Schläuche und Sporen (8 bis 10^3 bis 3-5 »x), sowie der wimperige Schildchenrand zeigen, daß es sich um eine andere F'orm handelt. Die daselbst aufgestellte Forma macrospora Sacc. auf Buchsbaumblättern ist eine eigene Art, die nur sali Btixns wächst und muß Microthyrümt macrosponim (Sacc.) V. H. genannt werden. Winter bringt in seinem Pyrenomycetenwerke nur eine Übertragung aus der Syll. Fungorum und was er (p. 52) als Fragmente zur Mykologie. o4o Microthyritim microscopiaint abbildet, ist nicht diese Art, sondern die Form auf Buchsbaumblättern. Diese Form, Microthyriinn macrosporiim (Sacc.) \^ H. wird heute fast allgemein als das echte M. microscopiami D. angesehen und ist als solche in Krieger, F. sax. Nr. 1965, Rehm, Ascom. exs. Nr. 1494, Jaap, F. sei. exs. Nr. 610, Fuckel, F. rhen. Nr. 190 und Roumeg., F. sei. exs. Nr. 6363 ausgegeben. Dieser Pilz hat zarthäutige bis 200 fj. große Thyriothecien, die aus ganz dünnwandigen, 4 bis 6 «x breiten Zellen bestehen, die meist wenig gestreckt sind. Am Rande befindet sich ein bald schmaler, bald bis 40 [x breiter wimperiger Saum, der aus nur l'5[x breiten Radialhj'phenenden besteht. Um das kleine rundliche Ostiolum zeigt sich ein scharf begrenzter Ring, der aus 3 bis 4 konzentrischen Reihen von dunkel- braunen, dickwandigen Zellen besteht. Paraphysen vorhanden, fädig. Schläuche zarthäutig, dickkeulig, 34 ^ 9 }x. Sporen hyalin keulig-länglich, zweizeilig, untere Zelle kürzer (4 bis 6 [j.) und ohne Öltropfen, obere Zelle länger und etwas breiter, mit zwei großen Ültröpfchen. Sporengröße 13 bis 18 ^ 3-5 bis 4 ji. Man ersieht daraus, daß dieser Pilz von M. microscopicuui D. völlig verschieden ist. Microthyrinm rnicroscopiciim auf Lorbeerblättern in Raben h.-W., F. eup. Nr. 2943 und Roumeg., F. gall. exs. Nr. 2586 ist der Art Desmazieres sehr ähnlich, aber sicher verschieden. Microiliyriiim Laiiri v. H. hat kein Subiculum und auf der Blattoberseite gleichmäßig zerstreute bis etwa 220 jj, große Thyriothecien mit einer runden, 12 (x breiten nicht beringten Öffnung. Das Schild hat mikroskopisch dieselbe dunkelbraune Farbe, wie M. microscopiami, aber die Radialreihen der 3 bis 5 jjL breiten quadratischen, meist aber rhomboidischen oder unregelmäßigen, ziemlich derbwandigen Zellen sind weniger gerade und meist wenig verbogen. Außen gehen sie in eine 20 bis 30 [X breite braune Randzone über, die kurzwimperig endet und aus 1*5 bis l-8}x breiten, parallel verwachsenen Hyphen besteht. Paraphysen fädig, lang. Schläuche keulig, 546 F. Höhnol, zarthäutig, etwa 40 bis 50 ^i; 8 [x. Sporen zweizeilig stehend, längHch-spindelig-keulig, hyalin, ungleich (oft undeutlich) zwei- zeilig, untere Zelle 4 [jl lang, an den Enden verschmälert abgerundet. Sporen größer, 12 bis 14 « 2-5 bis 3 [i. Öltröpfchen fehlend. Microthyrium nticroscopictim auf dürren Blättern von Raniinciiltis lüigna in Vi 11, F. bavarici Nr. 820 ist nach dem Original eine ganz unreife Schizothyriee. Die oberflächlich zerstreut oder in kleinen Gruppen auftretenden, unregelmäßig rundlichen, mattschwarzen, ganz flachen, mündungslosen 90 bis 200 [X großen Fruchtkörper haben eine einzellschichtige, olivbraune Decke, die am Rande, in ein hyalines, sehr zartes, strukturloses Häutchen ausläuft. In der Mitte sind die '6 bis 4 |JL großen Zellen, die eine hyaline Wandung und einen gleichmäßigen olivbraunen Inhalt zeigen unregelmäßig par- enchymatisch angeordnet, nach außen zu stehen sie in un- deutlichen Radialreihen und sind gestreckt, 2 bis 3 ^ 5 bis lOjJL (einzelne manchmal bis 30 [x lang)..Eine Mündung fehlt völlig. Bei Druck zerfällt die Deckschichte in unregelmäßige Stücke. Fruchtschichte ganz unentwickelt. Wahrscheinlich eine Microthyriella v. H. Microthyrium microscopicum auf dürren Blättern von Acacia longifolia in Raben hörst, F. europ. Nr. 1963 ist ganz ähnlich dem M. Latiri v. H., ist aber weniger gut entwickelt. Die zerstreut stehenden "Thyriothecien sind un-- regelmäßig rundlich, 140 bis 170 [i groß. Die runde 10 bis 12 [j, große Mündung ist nicht beringt. Die Zellen sind braun, eckig, 3 bis 4 [X groß, in weniger regelmäßigen Radialreihen angeordnet, am Rande in einen ganz 'schmalen Wimpersaum aus 1-5 bis 2 [x breiten kurzen Hyphen übergehend. Sporen fand ich nur einmal gut entwickelt. Sie sind spindelig länglich, ohne Öltropfen, 10 bis 12 «2-5 bis 2-7 jx groß, zweizeilig; die obere Zelle ist etwa 2 jx länger als die untere. . Ein Subiculum fehlt völlig. Der Pilz hat Microthyrium Acaciae v. H. zu heißen. Microthyrium Angelicae Fauirey et Roumeg. (Rev. myc: 1892, XIV. Bd., p. 8) soll keine Mündung und eikugelige. Fragmente zur Mykologie. 04/ Schläuche haben. Mein Exemplar in Roumeg., F. gall. exs. Nr. 5971 zeigt den Pilz nicht. Gehört kaum in die Gattung. Microthyrinm Smilacis de Not. ist nach Theissen und Sydow (Ann. mycol. 1917, XV. Bd., p. 416) die einzige sichere europäische Myiocopron- Axt Der Pilz gehört aber in die Gattung Ellisiodothis Th. (Ann. myc. 1914, XII. Bd., p. 74, Taf. VI, Fig. 5) und ist von Ellisiodothis Rekmiana Th. et S. (Ann. myc. 1915, XIII. Bd., p. 248) kaum ver- schieden. Er hat Ellisiodothis Stnilaris (de Not.) v. H. zu heißen. Die Grundart Microdothella culmicola Syd. 1914 hat auch oberflächliche (und nicht subcuticuläre) Schlauchstromata, ist daher diese Gattung von Ellisiodothis kaum verschieden. Microthyrinm Idaenm Sacc. et R. (Revue myc. 1883, V. Bd., p. 238, Taf. 40, Fig. 14). Ich fand am Original in Roumeg., F. gall. exs. Nr. 2933 nur Spuren von Phoma cytosporea (Fr.) Starb. (Bih. tili K. Sv. Vet.-Acad. Handl. 1894, Afd. 3, Nr. 2, p.' 47) und reichlich jenen Pilz, den Desmazieres in den PL crj'pt. France 1857, Nr. 405 als Melampsora pimctifonnis Mont, ausgab Und den ich als Melanobasidium pnnctiforme (M.) v. H. näher beschrieb. Der Pilz ist jedenfalls kein Micfothytitiin, nach den Sporen vielleicht eine Diaporthee vermengt mit dem Melano- basidium. Eine dem Microthyrinm macrosportim (Sacc.) v. H. nahe verwandte, aber sicher verschiedene Form fand ich im Frühjahr 1903 bei Jaize in Bosnien auf dürren jungen Zweigen der Purpurweide. Microthyrinm Salicis v. H. n. sp. Subiculum fehlend. Thyriothecien in ziemlich dichten, ausgebreiteten Herden, kreisrund, dünnhäutig, durchscheinend heilbraun, 80 bis 100 jx breit, aus radiär stehenden dünnwandigen, meist 3 bis 4 [x breiten, und 5 bis 6 |x langen Zellen bestehenden H3'phen gebaut, die am schmalen Rande kurzlappig verzweigt sind, ohne eine deutliche Wimperung zu bilden. Mündung rundlich, 8 bis 10 |x breit, von 3 bis 4 Reihen von etwas kleineren, dunkelbraunen quadratischen Zellen umringt. Paraphysen vor- handen, fädig. Schläuche keulig, oben abgerundet und derb-' 548 F. Hühnel, wandig, sonst zarthäutig, sitzend, 26 ^ 9 bis 10 [i. Sporen zu acht, hyalin, zweizeilig, spindelig-länglich mit abgerundeten Enden, gerade, 9 bis 10 ^ 2-5 [jl groß. Die obere Zelle zeigt zwei große Öltröpfchen und ist fast doppelt so lang als die untere. Ist von M. macrospormn durch die kleineren, klein- zelligeren, am Rande nicht gewimperten Thyriothecien, die kleinen Schläuche und Sporen gut verschieden. Microthyrinm microscopictmi Desm. var. Dryadis Rehm (Ann. myc. 1904, II. Bd., p. 520), später (Ann. myc. 1909, VII. Bd., p. 414) Tricliothyrium Dryadis Rehm genannt, ist in Rehm, Ascom. exs. Nr. 1571 ausgegeben und darnach Calotliyviiim Dryadis (R.) v. H. zu nennen. Der schwer sichtbare Pilz hat 60 bis 160 [x breite, unregelmäßig rundliche ganz oberflächliche, aber doch ziemlich fest anhaftende Thyriothecien, die in der Mitte eine unregel- mäßige, meist längliche, 4 bis 5 |i, große Mündung zeigen, im mittleren Teile fast undurchsichtig sind und aus dunkel- violettbraunen, verhältnismäßig derbwandigen, 2 bis 2-5 [jl breiten, radial verlaufenden Hyphen bestehen, die etwas wellig verbogen und innen kurzzellig, nach außen wenig gestreckt- zellig sind. Am helleren, durchscheinenden, etwa 20 [x breiten Rand- saum sind die Hyphen nur 1*6[a breit, verlaufen parallel mäandrisch, sind am Ende etwas lappig verzweigt und bilden eine undeutliche Wimperung. Das manchmal spärliche, meist aber gut entwickelte Subiculum besteht aus meist wenig und undeutlich septierten langgliedrigen, durchscheinend schmutzig violetten, 2 bis 3 p. breiten Hyphen, die wellig-zackig locker verlaufen und netzig verbunden sind. Hie und da sitzen an diesen Hyphen kleine lappig verzweigte Zellen, die aber allmählich in kleine rundliche Membranstücke übergehen, die aus verbogenen, mäandrisch-verwachsenen Zellen bestehen und offenbar ganz junge Thyriothecienzustände sind, die nur stellenweise auftreten. Hyphopodien fehlen daher. Nicht selten sind kleine, 70 jx große, mit 20 bis 25 [x großer Öffnung versehene sterile Fruchtkörper, die anscheinend Fragmente zur Mykologie. o49 keine Pyknothyrien. sondern abnormale, verkümmerte Thyrio- thecien sind. Paraphysen deutlich, fädig. Die Schläuche sind erst birn- förmig und 13 bis 16 i^^ 8 (x groß, zarthäutig, später strecken sie sich, werden keulig und 20 ^^ 7 oder 25 :=; 5 bis 6 [a groß. Die anfiuiglich drei-, später zweireihig stehenden Sporen sind meist länglich-stäbchenförmig, gerade, mit abgerundeten Enden^ vier in einer Reihe stehenden Öltröpfchen und einer Quer- wand ohne Einschnürung in der Mitte. Sie haben eine etwas unscharfe, außen schleimige Membran und sind meist 7 bis 7*5 ^ l'öjj. groß, seltener (bei den bestentwickelten, größten Thyriothecien) 8 bis 9 ^ 2-5{jl groß. Darnach ist der Pilz ein echtes Calothyriimi. Microtltyvinm nncroscopiciiui Desmazieres Var. row- fusum Desm. ist in den PI. crypt. France, 1859, Nr. 696 ausgegeben und beschrieben. Es ist eine eigene Art, die Microthyrümi confusiim (Desm.) v. H. genannt werden muß. Die 90 bis 180 [x großen schwarzen, runden, flachen Thyriothecien haben kein Subiculum und sitzen in Menge vereinzelt auf der Unterseite der Blätter von Jimiperus virginiana. Die Mündung ist rundlich und etwa 8 [x breit. Das Schildchen ist dunkel kastanienbraun, in der Mitte fast undurchsichtig und auf einer etwa 40 «j, breiten Fläche aus nur 2 |x breiten, rundlicheckigen Zellen aufgebaut. Nach außen zu besteht es aus radialstehenden, gestreckten, wellig- mäandrisch verlaufenden, parallel verzweigten, 1-5 bis 2 {x breiten Hyphen, die am Rande eine schwache Wimperung bilden. Der durchscheinende Randsaum ist etwa 20 [x breit. Basalschichte hyalin. Paraphysen reichlich, fädig. Die Schläuche sind zylindrisch-keulig, derbwandig, unten kurz knopfig und 30 bis 32 ^ 6 bis 7 ■ 5 [x groß. Die zweireihig stehenden Sporen sind hyalin, gerade oder wenig gekrümmt, länglich- zylindrisch, gleich zweizeilig, an den Enden abgerundet und 7*5« l-7|x groß. Doch findet man auch etwas keulige oder fast spindelförmige, 8 bis 9*5 ^ 2 bis 2*4 |j. große, deren obere Zelle wenig länger als die untere ist. Sitzb. d. mathem.-naturw. Kl., Abt. I, 128. Bd. 39 o50 F. Höhnel, Microthyriiun Umhelliferartmt v. H. n. sp. An dürren Stengeln von Doldengewächsen, Selenika in Dalmatien, April 1903. Ges. V. Höhnel. Thyriothecien zerstreut 200 bis 300 [x breit, unregelmäßig rundlich, ohne Subiculum, schwarz, etwas glänzend, flach, obertlächlich. Mündung rundlich, 20 bis 24 [jl weit auf dem 60 [JL breiten opakschwarzen Mittelfelde liegend. Schildchen schwarzbraun, aus radial verlaufenden, 1-6 bis 2 bis 3 [j. breiten, derbwandigen, parallel verwachsenen Hyphen be- stehend, die sich nach außen gabelig verzweigen und dünner werden. Randzone heller, durchscheinend, Rand etwas lappig, kaum gewimpert, aber nicht glatt. Querwände spärlich, dünn. Paraphysen reichlich, fädig. Schläuche zylindrisch - keulig, unten etwas bauchig, derbwandig, oben abgerundet, kurz- knopfig gestielt, 34 bis 50 ~ 8 bis 9 [x. Sporen hyalin, gleich zweizeilig, mäßig derbwandig, an dei' Querwand nicht ein- geschnürt, an den Enden verschmälert abgerundet, mit wolkigem Inhalt, gerade, 13 bis 16 =; 3 bis 4, selten bis 18 = 5 jx groß, länglich, elliptisch. Microthyrimn Jochromatis Rehm (Hedwigia 1895,34. Bd., p. [162]) ist in Rehm, Ascom. exs. Nr. 1123 ausgegeben. Nach Theissen (Österr. bot. Ztschr. 1912, 62. Bd., p. 279 j sollen die reifen .Sporen elliptisch und braun sein. Ich finde aber mit Rehm, daß die 16 -^ 8 jx großen Sporen hyalin und birnförmig sind. Die obere 8 [x breite Zelle ist fast kugelig und zeigt oben meist eine kleine Papille, die untere ist abgerundet, kegelförmig und 6 [x breit. Es ist daher fraglich, ob die von Theissen gesehenen braunen Sporen zum Pilze gehören. Derselbe nennt den Pilz Seynesia Jochromaiis CR.) Th., allein der Pilz entwickelt sich unter der Cuticula und ist eine echte Leptopeltee, die Leptopeltis Jochromatis CR.) v. H. genannt werden muß. Die in dichten kleinen Gruppen stehenden Fruchtkörper sind rundlich-eckig, verschmelzen öfter zu wenigen und sind 100 bis 220 [X breit und 60 bis 80 |x dick. Die Basalschichte ist hyalin. Die nur oben entwickelte Decke ist einzellschichtig, 6 bis 8 [X dick. Die Außenwand der Deckenzellen ist dick. Innen- und Seitenwände dünn. Die Decke besteht aus streng Fragmente zur Mykologie. o5 1 radiär verwachsenen, 4 bis 8 |i breiten Hyphen, mit derben Längswänden und dünnen Querwänden, die 4 bis 8 [a weit von- einander abstehen. Paraphysen fädig, reichHch. Oben reißt die Decke spaltig-lappig weit auf. Ein verwandter Pilz ist offenbar Aphysa Rliynchosiae (K. et C.) Th. et S. (Ann. myc. 1917, XV. Bd., p. 134), welche aber braune Sporen, keine Paraphysen und eine nicht radiär gebaute Decke hat. Microtliyrinm grande Niessl, beschrieben und ausge- geben in Raben h., F. europ. Nr. 2467, als Seynesia grandis (N.) Winter in Hedwigia 1885, 24. Bd., p. 107, wurde von Sydow 1914 in die neue Polystomelleen-Gattung Palaivania als Grundart gestellt. Die Untersuchung zeigte mir, daß es wohl möglich ist, daß der Pilz eine Polystomellee ist, der- selbe ist jedoch sehr leicht ablösbar und in fast allen Einzel- heiten einer Seynesia so ähnlich, daß ich es für nicht aus- geschlossen halte, daß derselbe doch nur eine solche, kräftig- entwickelt, ist, was an reichlicherem Material noch vergleichend geprüft werden muß. Microthyriimi Heder ae Feit gen habe ich in Fragm. Nr. 138, III. Mitt., 1907 nach der Beschreibung iüv Micropeltis Flageoletii Sacc. 1893 gehalten. Allein dieser Pilz ist eine Coccodiniee und hat Lhnacinia carniolica (R.) v. H. zu heißen, da MicropelHs carniolica Rehm 1892 davon nicht genügend verschieden ist. Feltgen's Pilz hat aus dunkel- braunen, 1 '5 bis 2 [1 breiten Radialhyphen bestehende Thyrio- thecien und vierzellige Sporen. Er hat Phragmothyritmi Hederae (Feltg.) v. H. zu heißen (Fragm. Nr. 725, XIV. Mitt. 1912). Microthyrinm confertnin Theissen (Ann. myc. 1909, VII. Bd., p. 352), ausgegeben in Theissen, Dec. fung. brasil. Nr. 36, ist unrichtig beschrieben und eingereiht. Es ist ein ausgebreitetes, aus violettbraunen, wellig verlaufenden, sep- tierten (Glieder 8 bis \2 \k lang), h^^phopodienlosen, 2 bis 3 (x breiten, schön netzig verbundenen Hyphen bestehendes Subiculum vorhanden. Die Thyriothecien sind fast undurch- sichtig, werden beim Kochen mit Kalilauge ziegelrotbraun und zeigen keine Spur einer Mündung. Sie sind 220 bis 260 [j. 552 F. Höhnel, breit und nur am 40 bis 70 [j. breiten Randsaume radiär, aus 2 bis 3 [JL breiten Hyphen, die dicht verwachsen sind, auf- gebaut. Die ganze 120 bis 140 »j. breite Mittelfläche besteht aus unregelmäßig geformten und angeordneten Parenchj^m- zellen. In der Mitte sieht man wohl öfter eine etwas hellere, etwa 30 bis 40 [i breite rundliche Stelle, doch nie ein Ostiolum. Bei Zerquetschen der mit Kalilauge behandelten Thyriothecien zerreißen diese nie strahlig-spaltig, sondern in unregelmäßige Schollen. Der Pilz verhält sich in dieser Beziehung so wie ClypeoMla v. H. in Fragm. Nr. 478, X. Mitt., 1910. Im übrigen verhält er sich so wie Calothyrüun, in welche Gattung der Pilz später von Theissen versetzt wurde (Ann. myc. 1917, XV. Bd.. p. 418). Er stellt aber eine gute eigene Gattung dar, die ich Calothyriopsis v. H. nenne. Calothyriopsis v. H. n. G. Wie Caloihyriuni, aber Thyrio- thecien nur am Rande strahlig gebaut, im ganzen Mittelfelde unregelmäßig parench3^matisch, ohne Osteolum, durch Zerfall des Mittelteiles des Schildchens sich öffnend. Grundart: Calothyi^iopsis conferta (Th.) v. H. (Syn.: Microthyriiun confertnni Th., Calotliyritim confej'tum Th.). Asterella olivacea v. H. (Ann. myc. 1905, III. Bd., p. 326) wurde von Theissen (Österr. bot. Ztschr. 1912, 62. Bd., p. 396) als Microthyriuin erklärt. Indessen geht schon aus meiner Beschreibung hervor, daß der Pilz Microthyriella olivacea v. H. zu lieißen hat, wie auch die nochmalige Unter- suchung desselben gezeigt hat. Microthyriiun mactilans Zopf in Nova Acta Acad. Leop. Card. 1898, 70. Bd., p. 255 wurde vom Autor sehr genau beschrieben und gut abgebildet, ist jedoch kein Microthyriuin. Zopf hat übersehen, daß, wie mir das Original in Arnold, Liehen, exs. Nr. 1742 zeigte, der Pilz nicht oberflächlich wächst, sondern ursprünglich unter der Oberfläche des Thallus eingesenkt ist und erst dann ganz hervorbricht. Das Gehäuse ist ringsum, also oben und unten gleich entwickelt, schwarz- braun und einzellschichtig, radiär gebaut, mit einem an- fänglich rundlichen Ostiolum, das später sich weiter öffnet. Fragmente zur Mykologie. OO*^ Sporen hyalin, zweizeilig. Paraphysen fehlen nach Zopf völlig. Der Pilz ist phacidialer Natur und unterscheidet sich von Leptopeltella v. H. (Ann. myc. 1917, XV. Bd., p. 3U4 und Ber. d. deutsch, bot. Ges. 1917, 35. Bd., p. 418) durch das Wachstum auf Flechten und den Mangel der Paraphysen. Er stellt eine neue Gattung dar, die wegen des fast ober- flächlichen Wachstums am besten neben der subcuticulären Leptopeltella gestellt werden kann. Lichenopeltella v. H. n. G. Phacidiales. Leptopeltineen. Wie Leptopeltella, aber Flechten bewohnend, schließlich ganz oberflächlich werdend. Sporen zweizeilig, hyalin. Paraphysen fehlend. Grundart: Liclienopdtella luacnlaus (Zopf) v. H. (Micro- thyrium maculans Zopf 189S). Microthyrinm Platani Richon 1889, vom Autor nicht beschrieben, jedoch von Feltgen (Vorstud. Pilzfl. Luxemburg 1903, Ntr. III, p. 310) wieder gefunden und beschrieben. Die Untersuchung seiner Exemplare zeigte mir, daß es sich um eine gute Art der Gattung .handelt. Der Pilz bedeckt in aus- gebreiteten lockeren Herden die ganzen trockenen Blätter und Blattstiele der Platane. Die Thyriothecien haben kein Subiculum, sind 60 bis 100 [x groß, ganz flach, durchscheinend schmutzig braun, am Rande kurzzackig-lappig, aber nicht gewimpert. Das 8 bis 10 \h breite rundliche Ostiolum liegt in einem 20 bis 25 [X breiten, schwarzen, opaken Ring. Das Schild ist streng strahlig gebaut. Die Radialhyphen sind innen breiter (3 bis 4 \h) und kurzzellig, derbwandiger, nach außen zu mehrmals gabelig verzweigt, langzelliger und schmäler (1'5 bis 2 ijl). Paraphysen deutlich. Schläuche keulig, zarthäutig, 20 bis 30 is 6 bis 8 ;j., unten kurzstielig verschmälert. Die acht hyalinen, gleich zweizeiligen spindeligen Sporen sind 7 bis 9 ^ 1 -8 bis 2-5 [X groß und liegen 2- bis 3-reihig im Schlauche. Ist eine gute eigene Art. Feltgen gibt die Schläuche und Sporen etwas größer an (40 bis 48^5 bis 7 u., 8 bis 10^:^2-5 bis 3-5 jx). Microthyrinm ntinutissimum Thümen ist nach dem Originale in Thümen, Mycoth. univ. Nr. 962 vom Autor 554 F. Höhnel, falsch beschrieben und von Theissen (Österr. bot. Ztschr. 1912, 62. Bd., p. 218) nicht gefunden und' daher unrichtig beurteilt worden. Der auch mit der Lupe kaum sichtbare Pilz kommt herdenvveise an der Oberseite der Blattränder vor. Die Thyrio- thecien sind ganz flach rund, am Rande uneben, aber nicht gewimpert, ohne Subiculum, durchscheinend hellviolett. Die rundliche, 6 bis 8 [i große Mündung ist von 3 bis 4 Reihen von 2 bis 3 [X breiten, derbwandigen, dunkler violetten Par- enchymzellen umgeben, wodurch ein oft wenig ausgeprägter, 24 bis 28 p. breiter Ring entsteht. Das Schild ist streng strahlig gebaut, besteht aus wenig gestreckten, 2 bis 3 bis 4 [x breiten Zellen, die gegen den Rand durch Radialteilungen oft schmäler werden. Die Sporen sind zylindrisch, gerade, an den Enden ab- gerundet, mit einigen Öltröpfchen versehen, undeutlich zwei- zeilig, 9 ^ 2'5 (X groß. Paraphysen jedenfalls vorhanden. Schläuche aufgelöst. Microtliyidtiui iliciinmi de Not., in der Syll. Fung. 1883, II. Bd., p. 660 als Myiocopron, ist nach dem Original in Erb. critt. ital. Nr. 994 ein eigenartiger, ganz steriler Pilz. Derselbe sitzt nur blattunterseits (nicht oberseits, wie 1. c. angegeben) oberflächlich auf der Epidermis und schließt mit seiner dicken Basalschichte die dichtstehenden Büschelhaare des Blattes ein. Er bildet schwarze, etwa rauhe, rundliche oder meist unregelmäßige, flache, 0-25 bis X-bmin große Flecke, die in großer Zahl das Blatt besetzen. Er ist ein ganz flaches, 110 bis 140 (X dickes Stroma, das aus vier Schichten besteht. Die 80 bis 120 [x dicke Basalschichte liegt der Epidermis fest an und besteht aus einem mikroplectenchymatischen hyalinen oder blassen Gewebe. Darauf liegt nun eine etwa 20 \i. dicke Palissadenschichte, die aus dicht parallel stehenden hyalinen, einzelligen, geraden, steifen, oben stumpfen 20 ^ 2 \i. großen Fäden besteht, die gegen den Rand des Pilzes kürzer werden und schließlich fehlen. Auf dieser Schichte liegt ein ganz dünnes, durchscheinend braunes Häutchen, das meist strukturlos ist oder stellenweise undeutliche kleinzellige oder radiäre Strukturen aufweist. Die Deckschichte endlich ist Fragmente zur Mykologie. OOi) () bis 8 [X dick, schwarz, opak, zeigt auch an dünnen Quer- schnitten keinerlei Struktur, sondern scheint aus dünnen Schichten zu bestehen. In der Flächenansicht ist dieselbe jedoch (scheinbar) aus 2 [i großen dunkelbraunen, derbwandigen rundlichen Zellen, die dicht verwachsen sind, zusammengesetzt. Diese zwei Deckschichten sind offenbar ein sekretartiges Ausscheidungsprodukt der Palissadenschichte. Derartige Über- züge zeigen öfter einen scheinzelligen Bau, der dann aber, wie auch hier, genau der ausscheidenden Schichte entspricht. Die in der Beschreibung erwähnten Schläuche und Sporen waren nicht zu finden. Microthyrinin Cetrariae Bresadola (Malpighia 1897, XI. Bd.. p. 62) ist nach dem Originale Lichenopeltella Cetrariae (Bres.) V. H. zu nennen. Der Pilz sieht ganz Microtliyrinm- artig aus, ist rundlich, scharf berandet, manchmal schwach gelappt, wenig durchscheinend, schwarzbraun und etwa 120 (x breit. Er tritt in dichten Herden auf beiden Thallusseiten auf Die Fruchtkörper sind flachlinsenförmig, bis über 30 [x dick und haben oben in der Mitte eine flachkegelige Mündungs- papille mit der öfter 26 [x breit schwarz beringten, rundlichen 7 bis 8 [j. breiten Mündung. Das Gehäuse ist ringsum ent- wickelt, einzellschichtig, oben etwa 4 [x, unten 2 [x dick und oben sowie unten streng radiär aus innen 2 [x breiten, nach außen bis über 4 (x breiten, aus 3 bis 4 [x langen Zellen be- stehenden Hyphen aufgebaut. Die untere Hälfte des Gehäuses ist heller braun, zeigt verschwommene Zellwände und in jeder Zelle einen olivgrünen, homogenen, 3 [x großen Inhaltskörper. Paraphysen fehlen. Der Pilz wird schließlich ganz ober- flächlich aufsitzend, entwickelt sich aber unmittelbar unter der Thallusoberfläche. 1160. Über die Gattung Meliola Fries. Diese große Gattung wurde von Theissen und Sydow in drei Gattungen zerlegt. Die Unterscheidung derselben beruht nur auf dem Vorhandensein oder Fehlen der Borsten und Hyphopodien: Meliola Fr. mit Borsten und Hyphopodien, Meliolina Syd. mit Borsten, ohne Hyphopodien und Irene Th. et Syd., ohne Borsten, mit Hyphopodien. Es ist klar. 556 F. Höhnel. daß man auf diesem bequemen, aber schematischen Wege in der Regel nur künstliche Gattungen ohne besonderen Wert erhalten kann. Nichtsdestoweniger sind diese drei Gattungen brauchbar, doch müssen sie anders und genauer beschrieben werden. Die Genannten gingen von der Voraussetzung aus, daß die Meliola- Arien alle im allgemeinen gleich gebaut sindj das ist aber durchaus nicht der Fall. Bei einer Durchsicht der Arten erkennt man, daß man einige tiefer begründete natürliche Gruppen unterscheiden kann, die einen größeren Gattungswert haben als Irene, die sich von MelioJa nur durch das Fehlen der Borsten unterscheidet. Ich unterscheide fünf Gattungen, die voneinander durch mehrere Merkm.ale zu trennen sind. 1. Meliola Fries. Mit Mycel- oder Perithecialborsteii und Hyphopodien. Schläuche eiförmig, zarthäutig, vergänglich. 2- bis 4-sporig; Sporen zylindrisch-länglich mit breit abge- rundeten Enden, einfarbig. Grundart: M. amphitricha Fries. 2. Irene Syd. et Th. Wie Meliola, aber ohne Borsten. Als Grundart wird Irene inerntis (Kalchbr. et C.) an- gegeben. 3. Appendicnlella v. H. Wie Meliola, ohne Borsten, Peri- thecien mit dicken, wurmförmigen Anhängseln. Grund art Appendicnlella calostroma (Desm.) v. H. (= Meliola sangiiinea Ell. et Ev. =: M. Puiggarii Speg. = ,1/. rnbicola P. Henn. = M. manca Ell. et M.\ Weitere Arten: .4. larviformis (P. Henn.) v. H.; .4. Ecliinus (P. Henn.j; .4. Cornn caprae (P. H.) V. H. 4. Meliolina Syd. Borsten zahlreich, meist verzweigt. Schläuche meist 5- bis 8-sporig, Hyphopodien fehlend. Sporen 4-zellig, mit oft kleineren Endzellen. Bisher sicher nur auf Myrtaceen. Als Grundart wird Meliolina cladotriclia (Lev.) angegeben. Allein abgesehen davon, daß nicht sicher feststeht, was -diese Art ist, da das Urstück derselben nach Bornet (Ann. scienc. nat, 3. Ser., 16. Bd., 1851, p. 269) zu alt ist. gibt Gaillard, Monogr. Meliola, Paris 1892, p. 46 ausdrücklich an. daß sie zweierlei Hyphopodien hat. Auch sind die Schläuche eiförmig, Fragmente zur Mykologie. O»"^ <■ zweisporio. Die vierzelligen Sporen haben kleinere und schmälere Endzellen und messen 65 bis 70 ^ 18 bis 22 [x. Der Pilz, den Winter (Hedvvigia 1885, 24. Bd., p. 25) als Meliola cladofricJia Lev. beschreibt: Schläuche eibirn- förmio-, 100 bis 105 « 40 bis 50 ;x, achtsporig; Sporen zylin- ."risch, beidendig breit abgerundet, vierzellig, wenig ein- geschnürt, 44 bis 52^ 12 bis 14 -j,, ist von Gaillard's Pilz verschieden und ist fast sicher Meliola mollis Berk. et Br. z= M. puldierrima Syd. Auch ist zu beachten, daß die Sporen- bilder bei Gaillard, Taf. IX, Fig. 4 und Bornet, Taf. XXII, Fig. 15 nicht genügend übereinstimmen. Es steht daher nicht lest, ivas Meliola cladotricha Lev. ist. Diese Form kann daher nicht als Grundart aufgestellt werden. Ich betrachte als Grundart der Gattung Meliolina Syd.^ die Meliolina mollis (Berk. et Br.) v. H. in Fragm. Nr. 524, X. Mitt., 1910, welche nach den Urstücken vollkommen gleich ist. M. pidcherrima Sydow (Ann. myc. 1913, XL Bd.^ p. 254). Diese und die Meliolina radians Syd. (Ann. myc. 1914, XII. Bd., p. 553) haben Sporen, die nur wenig ein- geschnürt und deren vier ^Zellen ziemlich gleich groß sind. Hingegen hat die Meliolina octospora. Penz. et Sacc. (an Cooke?) nach meinem Fragm. Nr. 413, IX. Mitt., 1909 sehr stark eingeschnürte Sporen, deren Endzellen viel kleiner sind als die fast kugeligen Mittelzellen. Mit diesem Pilze ist offen- bar gleich Meliolina Yatesii Syd. (Ann. myc. 1917, XV. Bd., p. 195). Meliolina arborescens Syd. (Ann. myc. 1913, XI. Bd.,, p. 256) ist vielleicht auch derselbe Pilz, denn die einzige widersprechende Angabe, betreffend die 1- bis 2- sporigen Schläuche, ist zweifelhaft, da diese bereits aufgelöst waren. Meliolina hapalochaeta Syd. (Ann. myc. 1917, XV. Bd., p. 145> ist die einzige Art mit un verzweigten Borsten. Meliolina scheint keine einheitliche Gattung zu sein. Die einen Arten schließen sich an Meliola an, die anderen an Leptonieliola v. ,H. 5. Leptonieliola v. H. Mit oder ohne Borsten. Mit Hypho podien. Schläuche, mit fester nicht vergänglicher Membran, keulig, achtsporig. Sporen 4- bis 6-zellig, spindelig, mit kleineren, fast hyalinen Endzellen. Paraphysen sehr zahlreich» Ö58 F. Höhnel, deutlich, spitzendig. Manchmal Arthrohotrynm .Sacc. als Neben- frucht. Grundart: Lepfouieliola liyalospora (Lev.) v. H., ferner Leptomeliola qiiercina (Pat.) v. H., L. javensis v. H. n. sp., L. aiiomala (Tr. et Earle) v. H. (Syll. Fung. XVII. Bd., p. 552). Zwischen diesen Gattungen gibt es auch Übergangsformen. Irene merinis (K. et C.) soll nach Gaillard an den Peri- thecien homförmige, einzellige, dünnwandige blassbraune, 60=;15|i große Anhängsel haben. Offenbar Bildungen wie bei AppendiculeUa. Ich habe indes an meinen Stücken davon nichts gesehen. Jedenfalls werden sie aber manchmal auftreten und ist daher M. inermis als Grundart von Irene nicht gut gewählt. Ahnliche Arten mit Neigung zur Bildung von Appen- diculella-Anhängseln scheinen nach den Beschreibungen auch Meliola Erythrinae Syd. und Irene papUlifera Syd. (Ann. myc. 1917, XV. Bd., p. 185 und 194) zu sein. Meliola snbapoda Syd. (Ann. myc. 1914, XII. Bd., p. 547) hat nur äußerst spärliche Hyphopodien, die zudem verkümmert sind, könnte daher auch als Irene gelten, Borsten fehlend. Meliola rizalensis Syd. (a. a. 0. p. 551) hat nur äußerst spärliche Borsten, hingegen reichliche Hyphopodien. Ist also fast eine Irene. Meliola insignis Gaill. (Monogr. Meliola 1892,. p. 44) verhält sich ganz ähnlich. Hat Podosporiiun Schw. ais Nebenfrucht. Meliola Vibnrni Syd. (Ann. myc. 1917, XV. Bd., p. 193) wird vom Autor selbst als Mittelform zwischen Meliola und Irene erklärt. Nicht in die Gattung gehören: Meliola fnscopnlveracea Rehm (Hedwigia 1901, 40. Bd., p. 162) hat weder Hypho- podien noch Borsten und grobwarzige «Sporen sowie nur 60 bis 90 [i, große Perithecien; ferner Meliola? clavalispora Spegazz. (Bol. Acad. nac. cienc. Cordoba 1889, XI. Bd., p. 50U). Hat haarige Perithecien, zylindrische Schläuche, kugelige einzellige Hyphopodien und keulige fünfzellige Sporen. Fragmente zur Mykologie. 559 MelioJa clavispora Patouill. ist eine Microthyriacee, Meiio- laster n. G. in Ber. deutsch, bot. Ges. 1917, XXXV. Bd.. p. \()(). 1161. Leptomeliola javensis v. H. n. sp. Mycelräschen blattoberseits, zahlreich, fest angewachsen, unregelmäßig rundlich, schwärzlich, allmählich verlaufend, 2 bis 5 uiui breit. Hyphen dunkelbraun, derbwandig, steif, 6 bis 8 [X dick, gerade verlaufend, meist gegenständig, fast rechtwinkelig verzweigt, mit 20 bis 30 {j. langen Gliedern. Borsten fehlend. Hyphopodien sehr zahlreich, dichtstehend, gegen- und wechselständig, zweizeilig, kurzstielig, Kopf kugelig, 18 w 14 |x. ^r//;ro77oJ/?f;;/ - Nebenfrucht im Rasen ziemlich zahlreich, gleichmäßig verteilt, schwarz, steif 0'9 bis {-"^mni hoch, unten 60,' oben 40 [x dick, mit länglichem, 80 [x breitem Köpfchen, das aus fast parallelen Trägern besteht. Conidien gerade oder wenig gebogen, spindelig, vierzellig, 28 bis 32 5^ 7 [j, groß, durchscheinend braun, untere Zelle fast hyalin, schmäler und länger als die drei oberen. Perithecien wenig- zahlreich, kugelig, trocken stark einsinkend, fast glatt, 180 bis 260 [j. groß. Paraphysen sehr zahlreich, 4 jj, dick, lang, scharf spitz endigend. Schläuche sehr zahlreich, keulig, oben abgerundet, unten allmählich stielig verschmälert, festhäutig, nicht ver- gänglich, achtsporig, 80 ^ 20 bis 24 [i. Sporen zweireihig, spindelig, mit verschmälert abgerundeten Enden oder etwas keulig, gerade, vierzellig, Mittelzellen groß, durchscheinend hellbraun, Endzellen viel kleiner, fast hj^alin, 28 bis 35 ^ 8 bis 10 (x. Jod bläut die Schlauchschichte deutlich. Auf Blättern einer An(^nacee (Uvaria?) bei Depok, Java 1907 von mir gesammelt. 1162. Acrospermum Adeanum v. H. n. sp. Perithecien graubräunlich, matt, etwas rauh, vereinzelt, aufrecht, 500 bis 800 [x hoch, keulig, oben 100 (x breit abgestutzt; 200 bis 280 [x breit, unten 100 [x dick und kurz- gestielt. Ostiolum rundlich, klein. Perithecienmembran 32 bis 560 F. Höhnel, 36 [j- dick, innere Schichte etwa 20 [x dick, aus 3 bis 4 Reihen von dickwandigen, 3 bis 6 [j- breiten, der Länge nach gestreckten Zellen bestehend, äußere Schichte aus einigen Lagen von etwas größeren braunen, dünnwandigen, 4 bis 6 >j. breiten, quergestreckten, 8 bis 16 [x langen Zellen bestehend. Außen halbkugelige bis kugelige vorstehende 11 [x breite dünnhäutige Zellen, welche die Rauhigkeit der Perithecien bedingen. Para- physen zahlreich, lang, wenig verzweigt, 1 bis 1 • 5 [x dick, nicht verschleimend. Schläuche zahlreich, zylindrisch, oben abgerundet und nicht verdickt, 470 bis 520 [x lang, 1 1 bis 12 |x breit, derbwandig, meist etwa sechssporig. Jod gibt keine Blaufärbung derselben. Sporen fädig, sehr lang (über 200 [j.) septiert, an den Enden abgerundet, 2 bis 2*6 [x breit, hyalin, Glieder 8 bis 15 |x lang. Am Grunde der Perithecien hyaline, zarthäutige, 2 bis 4 [x breite Hyphen, die eine Art von wenig entwickeltem .Subiculum bilden. Auf den abgestorbenen Blättern des Laubmooses Amblysiegiiim variiun, zwischen Mitgenfeld und Brückenau im Rhöngebirge, Unterfranken, XII., 1915, A. Ade. Der schwierig sichtbare Pilz vv'urde dem Entdecker von Rehm als Tuhcnfia Adcana n. sp. bestimmt, allein die Färbung desselben, der wenn auch sehr kurze Stiel und die schmalzylindrischen Schläuche weisen denselben in die Gattung Acrospermnin. Immerhin nähert sich derselbe sehr Tiibeußa und ist eine bemerkenswerte Übergangsform. Im Fragmente zur Mykologie Nr. 420, IX. Mitt., 1909 wies ich auf die nahe Verwandtschaft der Gattungen Ophioncctria, TorrnbicUa, Barya und Acrospermnin mit- einander hin, während ich in Ann. myc. 1917, XV. Bd., p. 379 angab, daß Acrospennum unzweifelhafte Beziehungen zu den Sordariaceen aufweist. Diese beiden Hinweise können nebeneinander als gleich- berechtigt bestehen, denn es ist sicher, daß die Hypocreaceen zu den Sordariaceen in Beziehungen stehen, die auch durch die Gattung Melanospura vermittelt werden, worauf schon Schröter in Pilze Schlesiens 1894, II. Bd., p. 272 hin- gewiesen hat. Fragmente zur Mykologie. o61 Die obengenannten einfachen Hypocreaceen- Gattungen und noch einige andere mit fadenförmigen Sporen stehen sich einander sehr nahe. Ihre Abgrenzungen voneinander sind bisher nur ganz unsichere geblieben, daher die Einreihung der einzelnen Formen bisher zum großen Teile eine sehr willkürliche war. Nach eingehenden Studien kam ich zu folgender Über- sicht derselben. I. Perithecien gestielt. A. Schläuche keutig-z3iindrisch. Paraphysen vorhanden. Perithecien dunkelfarbig, knorpelig. Sporen breiter, kurzgliedrig. JBonihardiastruin andrmim Patouillard. B. latisponini (Syd.) v. H. (Acrospermtun Sydow). B. Schläuche streng zylindrisch, oben dünnwandig, Para- physen vorhanden. Perithecien fleischig- knorpelig. Sporen schmal. Acrosperniuni roinjiresstnn Tode. .4. Roheygc'aninu Dermazieres. .4. parasiticiun Sydow. A. ochraceum Sydow. A. Adeaniim v. H. II. Perithecien nicht gestielt. A. Perithecien-Membran parenchymatisch, blau, häutig, Schläuche zvlindrisch, oben nicht verdickt, Paraphysen vorhanden. Ot/anodernta viridiiliim (B. et C.) v. H. {Acrospermnni B. et C.) B. Perithecien-Membran nicht blau. a. Schläuche zylindrisch, oben halbkugelig verdickt. a. Ohne Paraphysen. Pilzschmarotzer. Barya pavttssitica Fuckel. B. agaricicola (Berk.) v. H. (Nectria Berkeley). ß. Paraphysen einfachfädig. Tierschmarotzer. Torruhiella araiiicida Boudier. T. sericicola v. Höhnel. 562 F. Hohnel, h. Schläuche keulig, oben nicht verdickt. a. Paraphysen fehlen. Ophloiiectria tricJiosjwra (B. et Br.v Sacc. {Nectria Berk. et Br.). 0. anceps (P. et S.) v. H. (Tubeiißa Penz. et Sacc). ,3. Paraphysen \'orhanden. Tubeufia javanica Pen zig et Sac- cardo. T. Corona ta Penz. et Sacc. T. cerea (Berk. et Curt.) v. H. Sphaeria Berk. et C). T. cylindrothecia (Seaver) v. H. {Ophio- nectria Seaver). Die in diesen Gattungen als erste angeführten Formen sind die Grundarten und durch den Druck hervorgehoben. Boinbardiastnun andinuin Pat. (Bull. soc. Mycol. 1893, IX. Bd., p. 153, Taf IX, P'ig. 2) kenne ich nicht, wird aber von B. latisporuui, die ich kenne, kaum gattungsverschieden sein. Acrospcrniimi Tode wird wegen der auffallend nahen Verwandtschaft mit Tubeufia P. et S. künftighin zu den Hypocreaceen zu stellen sein, wie dies schon EUis (Journ. i)f Mycol. 1887, III. Bd., p. 4) mit Recht tat. Acrosperjuiim ochraceuin ist eine deutliche Übergangsform zu den unzweifel- haften Hypocreaceen. Cyaiiodenna viriduhun (B. et C.) v. H. n. G. ist schon wie Lisea und GibbereUa durch die schön blaue Färbung der Perithecien-Membran gut als eigene Gattung bestimmt. Ophionecfria Sacc. fällt nicht, wie ich früher glaubte (Fragm. Nr. 757, XIV. Mitt., 1912), mit Tubeufia P. et S. zu- sammen. Die beiden Gattungen unterscheiden sich durch das Fehlen, beziehungsweise Vorhandensein von Paraphysen. Daher mußte Tubeifia anceps P. et Sacc. mit angeblich fehlenden Paraphysen zu Ophionecfria gestellt werden. Sphaeria cerea B. et C. galt bisher stets als Ophionecfria, unterscheidet sich aber von Tubeifia nur durch die niedrigen Perithecien. Seaver (Mycologia 1909, I. Bd., p. 70) stellt Fragmente zur Mykologie. 563 daher diese Art ganz richtig mit T. cylindrothecia in eine und dieselbe Gattung, nur muß diese Tnhenßa und nicht Ophioiietfria heißen. Um weiteren Verwirrungen zu entgehen, müssen künftig- hin die hierher gehörigen Formen nach dem obigen Schema eingereiht werden. 1163. Über die Gattung Roussoella Saccardo. Wurde 1888 auf Grund von Roussoella nitidiila Sacc. et Paol. aufgestellt und als Dothideacee betrachtet. Nach Theissen und Sydow (Ann. myc. 1915, XIII. Bd., p. 185, 428, 598) sind Didymosphaeria striatula Penz. et Sacc. 1901, Dothidea hystevioides Cesati 1879 bis 1880 und Phaeodothis gigantochloae Rehm 1914 derselbe Pilz. Die Genannten erklärten denselben für eine echte Didymosphaeria. Die Untersuchung des bisher, wie man sieht, sehr verschieden beurteilten Pilzes zeigte mir, daß derselbe eine eingewachsene, stromatische Hypocreacee mit Schein- clypeus ist. Da er in keine der bisherigen Hypocreaceen-Gattungen paßt und die Grundart der Gattung Roussoella Sacc. ist, muß er Roussoella Jiysterioides (Ges.) v. H. genannt werden. Die vier weiteren bisherigen Arten der Gattung Roussoella gehören nach Ann. myc. 1915, XIII. Bd., p. 185 bis 187, 331 und 491; 1918, XVI. Bd., p. 181 bis 183 in drei Dothideaceen- Gattungen, daher Roussoella nach der Grundart genommen werden muß. Diese, Roussoella hystevioides (Ges.), hat meist längliche, 0'7 bis A mm lange, 0"5 bis 2 mm breite, unten flache, oben flach gewölbte, 220 [i dicke Stromata, die 1 bis 20 Perithecien, die ein- bis mehrreihig in einer Schichte liegen, enthalten. Die farblose, verkieselte Epidermis des Bambusrohres ist 36 jJL dick. Darunter liegt eine 32 ]x dicke Schichte, die aus meist fünf Lagen von flachen Rindenparenchymzellen besteht und an welche sich eine mächtige Sclerenchymfaserschichte anschließt. Die am Rande allmählich dünn werdenden Strömen des Pilzes liegen meist an der Grenze zwischen dem 564 F. Höhnel, Parenchym und Sclerenchym, doch schließen sie außen stellen- weise einige Fasern ein. Sie sind daher etwa 80 [x tief ein- gewachsen und wölben das über ihnen befindliche Gewebe ziemlich stark vor. Die dicht herdenweise stehenden flachen Pusteln, in welchen die Strömen sitzen, sind matt schwarz, etwas längs- gestreift und zeigen keine Spur von Mündungsöffnungen oder Papillen. Es scheint, daß die Entleerung der Sporen erst nach dem Abwittern und Zerbröckeln der spröden Epi- dermis und des Parenchyms stattfinden kann. In der Tat konnte ich an zahlreichen Querschnitten niemals eine Durch- brechung der Epidermis durch den Pilz sehen. Die in den Strömen liegenden 160 bis 360 \i. breiten Perithecien sind meist so hoch als die Strömen dick sind und oben flach, ohne merkliche Papille. Die 12 bis 15 (x dicken Perithecien- wände bestehen aus hyalinen, stark zusammengepreßten, dünnen Fasern, werden oben dünner und lassen hier eine ganz unscharf begrenzte Stelle frei, durch welche die Ent- leerung der Perithecien stattfinden kann. Sie stoßen seiUich meist dicht aneinander, doch bleiben zwischen je zwei Peri- thecien öfter bis 360 [x breite Zwischenräume übrig, die mit Stromagewebe ausgefüllt sind. Dieses ist nun ebenfalls aus hyalinen, senkrecht parallel verwachsenen Fasern gebildet, die von oben bis zur Basis reichen. Die sehr blaßbräunliche Färbung, welche das Stromagewebe sowie die Perithecien- wände öfter zeigen, rührt nicht von den Häuten der Hyphen, sondern von dem bräunlichen Inhalte derselben her, so daß der ganze Pilz eigentlich aus hyalinem Gewebe besteht. Die über den Strömen befindliche Parenchymschichte erscheint wenigstens stellenweise mehr weniger Clypeus-artig geschwärzt; diese Schwärzung rührt aber davon her, daß die Inhalte der Parenchym zellen absterben und dunkelbraun werden. Man findet zwar auch braune Hyphen, die die Epidermis senkrecht durchsetzen und etwas ins Parenchym eindringen; diese rühren aber nicht von der Roussoella, sondern von einem dünnen schwärzlichen Überzug her, der die Epidermis außen bedeckt und fremden Ursprungs ist. Fragmente zur Mykologie. obo Kocht man Quer- und Flächenschnitte durch die Strömen mit Kalilauge unter dem Deckglase, so kann man sehen, daß der ganze Pilz (bis auf die Sporen) aus hyalinem Gewebe besteht und ein echter Clypeus fehlt. Die Gattung Ronssoella Sacc. 1888 mit der Grundart E. hysterioides (Ges.) v. H. ist daher zu den Hypocreaceen zu stellen. Solche scheinbar schwarze Hypocreaceen mit einem Scheinclypeus sind in den Tropen eine häufige Erscheinung; sie wurden aber bisher nicht erschöpfend untersucht und daher für Sphaeriaceen oder dothideale Pilze gehalten. Einige davon habe ich bereits aufgeklärt. So ist Gnignardia Freycinetiae Rehm nach Ann. myc. 1918, XVI. Bd., p. 59 eine neue Hypocreaceen -Gattung, Micronectriopsis v. H. Phyllachora Canarii P. Henn. ist eine mit Polystigma verwandte Hypocreacee. Ebenso Phyllachora amphidyma Penz. et Sacc. Ich stelle diese zwei Arten in die neue Gattung Clypeostigma v. H. Man ersieht daraus, daß oft Pilze, deren Stellung scheinbar ganz klar ist, doch ganz anderswo ihren richtigen Platz haben. 1164. Über Phyllachora amphidyma Penz. et Sacc. In Ann. myc. 1918, XVI. Bd., p. 214 gab ich an, daß Phyllachora Canarii P. Henn. eine Hypocreacee ist, die bis auf weiteres als Polystigma Canarii (P. H.) v. H. einzureihen ist. Ich bemerkte dabei, daß noch mancher andere bisher als Phyllachoracee beurteilte Pilz zu den Hypocreaceen oder Sphaeriaceen gehören wird. Eine solche Form ist nun auch die Phyllachora amphi- dyma Penz. et Sacc. (kon. Fung. Javan. 1904, p. 36) nach dem vom Originalstandorte herrührenden Stücke in Rehm,* Ascom. exs. Nr. 1469. Der Pilz verhält sich genau so, wie die Phyllachora Canarii. Die beiderseitigen Scheinclyp^i sind auch von verdickten Blattnerven begrenzt. An dünnen Schnitten erscheinen sie vveinrot gefärbt. Es sind deutUche, aus vielen Laigen von Sitzb. d. mathem.-naturw. Kl., Abt. I, 128. Bd. -iO 566 F. Höhnel, hyalinen oder vveinrötlichen, stark zusammengepreßten Zellen bestehende Perithecienmembranen vorhanden. Das Ostiolum ist etwas eingesenkt. Das hyaline Stromagewebe besteht aus sehr zarten dicht verflochtenen Hyphen und färbt sich mit Jod nur stellenweise schwach violett. Der Pilz hat bis auf weiteres PoJystigma amphidyma (P. et S.) V. H. zu heißen, könnte jedoch mit der P. Canarii in eine eigene Hypocreaceen-Gattung, Clypeosiigma v. H., gestellt werden, die hauptsächlich durch die kleinen, nur ein oder wenige Perithecien enthaltenden, beiderseits einen scharf begrenzten Scheinclypeus aufweisenden Strömen von Po/v5^/^7«a verschieden wäre. Mit Leptocrea Sydovv (Ann. myc. 1916, XIV. Bd., p. 87) hat diese Gattung nichts zu tun. Leptocrea wird nach der Beschreibung und Abbildung eine stromatische Stictidee sein, die zunächst mit Pseiuio- rhytisma Bistortae (Lib.) Juel verwandt ist. 1165. Über die Gattung Melanopsamma. Die Gattung wurde ursprünglich von Niessl in Verh. naturf. Ver. Brunn 1876, XIV. Bd., p. 205 aufgestellt. Derselbe versteht darunter solche Melanommaceen, die zweizeilige Sporen haben. Nachdem er aber hierbei nicht angibt, ob die Sporen hyalin oder gefärbt sind, die Gattung auch nicht beschrieben hat und keine Grundart für dieselbe namhaft macht, muß Melanopsaimna Niessl 1876 als ein nackter Name betrachtet werden, Saccardo (Michelia 1878, I. Bd., p. 347) hat nun die Gattung Niessl's auf die hyalinsporigen Arten beschränkt und in dieselbe fünf Arten gestellt, die aber in wenigstens vier Gattungen gehören, daher die erste von ihm angeführte Art, Melanopsamuia pomiforuiis (P.) Sacc. als die Grundart von Melanopsamma Sacc. 1878 betrachtet werden muß. Die zweite Art, M. horealis Karsten (Mycol. fenn. 1873, p. 94) ist, wie Karsten selbst sagt, eine noch weiter zu prüfende Form, deren Perithecien sich mit einem Spalt öffnen sollen' und die daher vermutlich eine Lophiostomacee ist. Fragmente zur Mykologie. -^t) < Die dritte und vierte Art, M. Pustula (Ciirr.) Sacc. und M. Rliodomphdlos (Berk.) Sacc. sind nicht näher bekannt, anscheinend verschollene Arten, deren Stellung daher un- gewiß ist. Die fünfte Art, Melanopsamma latericollis (Fries) Sacc. ist nach meinem Fragm. z. Myk. Nr. 159, IV. Mitt., 1907 wahrscheinlich schlecht entwickelte Cevatosphaeria rhenana (Awld.), wenn Fuckel's Trematosphaeria latericolla (Symb. myc. 1873, II. Ntr., p. 31) in den F. rhen. derselbe Pilz ist, den Fries meint. Was nun Melanopsamma pomiformis (P.) Sacc. anlangt, so wurde dieser bekannte Pilz bisher stets als echte Sphaeriacee betrachtet, allein die Untersuchung hat mir gezeigt, daß derselbe eine echte Nectria ist, mit dunklem Gehäuse. Die Perithecien desselben entwickeln sich in den äußersten Schichten abgestorbenen Holzes und brechen ganz hervor. Sie sind etwa 320 [x breit und 280 [x hoch, unten fast kugelig, oben meist etwas abgeflacht und daher fast breit urnen- förmig. Am Scheitel findet sich meist eine kleine, vorstehende Papille mit der etwa 25 bis 28 (x breiten rundlichen i\Uindung, die deutliche, strahlig angeordnete Periphysen zeigt und auch von radiär gebautem Gewebe begrenzt ist. Die etwa 36 bis 40 [X dicke Perithecienmembran ist durchaus nicht braun oder kohlig, sondern schmutzig weinrot und fleischig-häutig und leicht schneidbar. Sie besteht aus 10 bis 15 Lagen von derb- bis dickwandigen, etwas abgeflachten, etwa 6 bis 10 [x großen, unregelmäßigen, oft gebogenen Zellen (ganz so wie bei vielen Nectria- Arten), deren Wandung hyalin oder weinrötlich ist. Sie sind teils leer, teils besitzen sie einen dunkelweinroten, homogenen Inhalt, der die dunkle Färbung der reifen Peri- thecien bedingt. In der Mündungspapille ist das Gewebe senkrecht oder schief parallelfaserig. Die jungen Perithecien, die noch keine Schläuche zeigen, sind weichfleischig, blaß, und nehmen allmählich eine weinrötliche Färbung an. Außen zeigen die Perithecien einen hyalinen, meist anscheinend strukturlosen dünneren oder dickeren Überzug, wie er bei vielen Nectria-Avlen vorkommt. Der Nucleus derselben ist von dem einer Nectria nicht zu unterscheiden. Paraphysen 568 F. Hühnel, sind reichlich vorhanden, aber wie bei vielen Nectria-Arten sehr zarthäutig und bald verschleimend und dann wenig deutlich. Öfter bleiben mehr minder .zahlreiche Schläuche unentwickelt und stellen dann 3 bis 4 [x breite, inhaltsreiche, steife, schmal spindelförmige, spitze Fäden dar, die Paraphysen vortäuschen, was auch bei Nectria-Arten vorkommt. Außen sitzen auf den Perithecien manchmal steife, spitze hyaline Borsten in geringer Zahl. Das sind Entwicklungszustände der Fuckelina albipes (B. et Br.) v. H., von der es feststeht, daß sie in den Entwicklungskreis der Melanopsanima gehört. Auch diese hyalinhyphige Nebenfrucht zeigt, daß der Pilz eine Nectriacee ist. Ich betrachte daher Melanopsamma Sacc. 1878 als gleich Nectria Fries 1849. Auf Grund der Nebenfruchtform die Gattung MeJatio- psamma aufrecht zu erhalten, erscheint kaum möglich, da die Nectria-Avten höchst verschiedene Nebenfruchtformen auf- weisen. Ein von mir 1908 auf noch hartem abgestorbenen Laub- holz bei Tjibodas auf Java sehr spärlich gefundener Pilz weicht von Nectria poniifonnis (P.) v. H. kaum ab. Ich halte denselben für Nectria nigella Penzig et Sacc. (Icon. Fung. Javanic. 1904, p. 43, Taf. XXX, Fig. 2), die angeblich auf abgestorbenen Rinden auf demselben Standorte wächst. Das untersuchte Urstück davon erwies sich als ganz un- brauchbar. Melanopsamma pomiforniis (?) Sacc. var. monosticha Keissler (Beih. bot. Centralbl. 1912, XXIX. Bd., Abt. II, p. 400) ist nach dem Urstücke aus dem Wiener Hofmuseum die 0///r/>//a-Notreifform von Cucnrhitaria siibcaespitosa Otth 1870 (Syll. Fung., XIV. Bd., p. 607) gleich Ctictirhitaria Sorbi Karst. 1873 (Mycol. fenn. II. T., p. 62) und hat zu heißen Ciictirbitaria siibcaespitosa Otth Status otthielloideiis. Die teils einzeln, teils in meist gestreckten Rasen stehen- den, schwarzen, matten, selten kugeligen, meist kegeligen, knollenförmigen oder oft ganz unregelmäßigen Fruchtkörper .sind dothideale Strömen, meist mit einem Lokulus, seltener 2 bis 3 undeutlich voneinander getrennten. Eine Mündung Fragmente zur Mykologie. o69 fehlt völlig. Die Wandung ist oben oft dick. Ich fand nicht bloß zweizeilige 20 bis 26^8 bis 10 [i große Sporen, sondern auch eine elliptische einzellige (17^9[x) und viele 3-, meist 4- zellige bis 25 i:= 10 [x große Sporen. Endlich auch eine noch hyaline, die eine Längswand aufwies (20 i:^ 8 [x). Die Frucht- körper stehen nach dem Abwurf der Rinde (scheinbar) ober- flächlich, sind also der Entstehung nach eingewachsen. Offenbar denselben Pilz, aber in einem anderen Zustande, haben Theissen und Sydow (Ann. myc. 1918, XVI. Bd., p. 19) vor sich gehabt, mit braunen, einzelligen 11 bis 14^:^5 bis 6 |x großen Sporen und ganz entwickelten Qiciirbitaria- Sporen. Die Cncurbiiaria-Arten bilden oft Notreifeformen aus, worauf ich in Fragm. Nr. 1046, XX. Mitt., 1917 zuerst hin- gewiesen habe. Die an dieser Stelle besprochene Notreifeform von Cnciirhitavia protrada Fuckel {= C. acerina Fuck.) ist offenbar der Pilz, den Rehm Oühia Winteri genannt hat. Daß die Gattung Cucurbitaria mit den dothidealen Pilzen nahe Beziehungen hat, habe ich schon seit langem erkannt und einigemale erwähnt, indessen die Frage noch nicht weiter verfolgt. Die bei dieser Gelegenheit gefundenen Tatsachen zeigen nun klar, daß Cucurbitaria eine sichere Dothideacee ist. Zu einem ähnlichen Ergebnisse kamen a. a. O. auch Theissen und Sydow. Es ist kein Zweifel, daß Cucurbitaria Sorbi Karst. 1873 derselbe Pilz ist, den Otth 1870 C. subcaespitosa nannte. Beide Beschreiber betonen die unregelmäßige Gestalt der Strömen. Ich vermute, daß Melanopsamma AmphispJiaeria Sacc. et Schulz er (Revue myc. 1884, VI. Bd., p. 69) auch eine ähnliche Notreifform auf Quittenzweigen ist. Sporen manchmal vierzellig. Siehe Ann. myc. 1911, IX. Bd., p. 81. Die Form wird daher wohl als Otthiella einzureihen sein. Ebenso glaube ich, daß Otthia populina Fuckel (Symb. myc. 1869, p. 170) mit zweizeiligen, blaßbraunen, 12 =: 6 [t großen Sporen, ausgegeben in den Fg. rhen. Nr. 966, nur eine Notreifform von Cucurbitaria populina (Bacc. et Av.) Rehm (Syll. F., XL Bd., p. 348) ist. Denn Rehm (Hedwigia 570 F. Hühnel, 1882, 21. Bd., p. 148) fand in der Nr. 966 nur die Cncnrhitaria, während Feltgen (Vorst. Pilz-Fl. Luxembg., Ntr. III, p. 276) auf Pappel eine OttJna popiilina Fuck. genannte Form mit 20 bis 28^10 bis 15[ji großen hell- bis dunkelbraunen Sporen fand. Sind beides offenbar Notreifzustände der Cncnrhitaria. Eine solche P'orm ist offenbar auch Ottliia populina (P.) Fuck. var. diminnta Karsten (Mycol. fenn. 1873, II. Bd., p. 58) mit 10 bis 12 ^ 5 bis 6 (x großen blaßbraunen Sporen. Melanopsamma Salviae Rehm (Ann. myc. 1911, IX. Bd., p. 80) hat nach Fragm. z. Mykol. 1913, XV. Mitt., Nr. 798 Metaspliaeria Salviae (R.) v. H. zu heißen. Doch ist letztere Gattung noch nicht aufgeklärt. Melanopsaiuma inendax Sacc. et Roumeg. (Revue myc. 1881, III. Bd., p. 45) beruht auf groben Fehlern und ist ganz zu streichen, siehe das folgende Fragment Nr. 1166. Melanopsamma suecica Rehm (Hedwigia 1882, 21. Bd , p. 120) ist Amphisphaeria applanata (Fr.) Ces. et de Not.;, siehe Ann. myc. 1906, IV. Bd., p. 260. Afelanopsamma Rnhornm (Lib.) Sacc, Libert, Fl. crypt. Ard. 1837, Nr. 340. Nimmt man die Perithecien als ganz kahl an, so wäre der Pilz eine Alelanopsammina v. H. Allein dieselben sind, wie schon Rehm (Hedwigia 1889, 28. Bd., p. 357) angab, unten mit langen Borsten spärlich besetzt. Daher ist derselbe eine Eriosphaeria Sacc. 1875. Melanopsamma hypoxyloides v. H. (Fragm. z. Myko]., III. Mitt, 1907, Nr. 119). Die nun wiederholte Prüfung dieser Art zeigte mir, daß dieselbe ganz gestrichen werden muß. Die beschriebenen dickwandigen, kohligen Perithecien sind die eines alten, ganz entleerten Hypoxylon, in welchen ein Pezizclla-artigev Pilz nistet. Wenn man die Perithecien durch einige Stunden in Wasser einquillt und dann den scheiben- förmigen Scheitel derselben abschneidet, so sieht man in der Höhlung den Discomyceten sitzen. Derselbe ist mehr minder kugelig, hyalin, außen ganz glatt und glänzend, zeigt oben eme stumpfrandige, etwas knotige, ziemlich weite Mi^indung. Man kann ihn leicht herauslösen. Öfter erscheint er seitlich von einer braunen, aus 2 bis 3 |x breiten parallelen Hyphen Fragmente zur Mykologie. >?' ' bestehenden dünnen Membran umgeben, welche abei- nicht mit dem Excipulum verwachsen ist, sich leicht ablöst und offenbar die innerste 'Lage der alten Perithecienwände ist, also nicht zum Discomyceten gehört. Dieser ist eine Pezizellee, kann aber in keine der bestehenden Gattungen eingereiht werden. Ich stelle für denselben die neue Gattung Cryptopezia auf. Cryptopezia n. G. Apothecien kahl, ungestielt, weich- fleischig, hellfarbig, Hypothecium dick, mikroplectenchymatisch. Excipulum aus vielen parallelen Lagen von sehr dünnen Hyphen bestehend. Paraphysen sehr dünn, oben nicht ver- breitert, sehr zahlreich. Schläuche gestielt, zylindrisch, oben stark verdickt, mit Jod keine Blaufärbung gebend. Sporen spindelförmig, ein-, selten zweizeilig, im Schlauche sich deckend einreihig. In alten Perithecien nistend. Einzige Art: Cryptopezia mirabilis v. H. Dies ist meines Wissens der einzige bisher bekannt gewordene Fall, daß ein Discomycet in alten Perithecien nistet. Die Cryptopezia ist unten angewachsen und füllt die Perithecienhöhlung fast ganz aus, nur oben einen Teil frei- lassend. Die Sporen habe ich in reichlicher Menge außerhalb der Schläuche gesehen. Sie haben ein lockerkörniges Plasma und sind einzellig, nur selten ist eine undeutliche Querwand zu sehen. Das Hymenium erinnert an das von Stictis, doch ist der Pilz keine Stictidee, wie ich ursprünglich meinte. Die Untersuchung desselben ist schwierig und nur auf die oben angegebene Art kommt man schließlich zu einem sicheren Er- gebnisse. Melanopsamnia Kansensis Ell. et Ev. (Syll. Fung., XI. Bd., p. 304) ist nach dem Stücke in Ellis a. Everh., Fg. Columh. Nr. 317 ein unreifer Pilz. Man erkennt, daß die Sporen noch zwei weitere Querwände zu bilden im Begriffe sind. Ist vermutlich eine unreife Strickeria. Siehe Ann. myc. 1918, XVI. Bd., p. 90. Melanopsainnia mimerosa Fautrey (Revue myc. 1891, XIII. Bd., p. 76) ist nach dem Urstück in Roumeg., Fg. sei. 572 F. Höhnel, exs. Nr. 5629 nichts anderes als Winferiua tristis (?). Siehe Ann. myc. 1918, XVI. Bd., p. 104. Melanopsawima Petrticciana Cal'desi (Syll. Fg., I. Bd., p. 580) ist nach dem Urstück in Rabenh., Fg. europ. Nr. 335 Nectria Petrncciana (Cald.) v. H. zu nennen. Verhält sich genau so wie M. pontiformis. Die bis 800 [a großen, wenig abgeflacht kugeligen Peri- thecien sind eingewachsen und brechen stark hervor. Stroma- gewebe fehlt. Die fleischige Perithecienmembran ist gegen 100 [Jt, dick und besteht aus dicht verflochtenen, dickwandigen, 2 bis 3 [JL breiten, hyalinen Hyphen. In der äußeren 80 {x dicken Schichte ist zwischen und in den Hyphen ein lebhaft rotbrauner Farbstoff eingelagert. Die innere 16 [jl dicke Schichte ist ganz dicht mikroplectenchymatisch und hyalin. Die sehr gut entwickelten Paraphysen sind nur 1 [x breit und oben stark netzig verzweigt. Die Mündung ist flach, rund und ganz so wie bei vielen Arten der Gattung parallelfaserig gebaut. Jod gibt keine Blaufärbung. Die Sporen sind stark stachlig- rauh, so wie bei Cosmospora. Eine ganz ähnliche Form ist in Roumeg., Fg. gall. e.\s. Nr. 1193 auf Eichenrinde unter demselben Namen ausgegeben. Gleicht mikroskopisch ganz derselben, aber die Penthecien sind etwas kleiner und die sonst gleichen Sporen nur 15 bis 20^8 bis 10 [1 groß (gegen 18 bis 24 ^ 1 1 bis 13). Kann als Var. mimiscnla v. H. unterschieden werden. Melanopsamnia catilmcohim R e h m in Rabenh.- Pazschke, Fg. europ. Nr. 4160, später (Ann. myc. 1911, IX. Bd., p. 81) von Rehm zu Gihhera gestellt, ist eine Montagnellee, ganz genau so wie Rosensclieldia gebaut, aber mit zweizeiligen, hyalinen Sporen. Ist eine neue Gattung, Didymoddthis v. H., D. caiiUncola (R.) v. H. Die von W egelin (Mitt. Thurgau natf. Gesellsch. 1894,, XI. Bd., p. 3) beschriebenen Melanopsamma iimhratilis und M. sphaerelloides könnten trotz den Beschreibungen ganz wohl dunkle Nectr^ia- Arien sein, was nur durch die Prüfung der Urstücke festzustellen wäre. Allein ich fand 1901 auf Erlenzweigen bei Hüttenberg in Kärnten einen Pilz, der den beiden Arten Wegelins Fragmente zur Mykologie. 0/3 offenbar sehr nahe steht und keine Nectria ist. Mein Pilz hat oberflächlich stehende Perithecien, keulige, 140 ^ 20 [Ji große Schläuche, in welchen die Sporen lV2-reihig stehen und schön zweizeilige, ziemlich derbwandige, 25 bis 30 ^ 8 bis 1 1 [JL große, keulig-elliptische, an den Enden verschmälert abgerundete Sporen, deren untere Zelle wenig schmäler ist und die an der Querwand nicht eingeschnürt sind. Jod gibt keine Blaufärbung. Daher glaube ich, daß auch Wegelin's Pilze keine AVc'/r/tz-Arten sind. Diese Pilze können nicht zu Zignoella- Zignaria Sacc. (Syll. Fung. 1883, II. Bd., p. 219) gestellt werden, denn die Grundart dieser Untergattung Z. Cmnpi- Silii Sacc. hat, wie ich sah und auch Berlese's Abbildung (Icon. Fung. 1894, I. Bd., Taf. 87, Fig. 1) zeigt, schließlich dreizellige Sporen. Ich stelle für diese Formen mit deutlich und bleibend zweizeiligen Sporen, oberflächlichen kohligen Perithecien, die also nach der Gattungsbeschreibung zu Afi?/awo/?5rtwwß Sacc. gehören würden, indes keine Nectria-Avten sind, die Gattung Melanopsammina v. H., mit der Grundart: M. carinthiaca V. H. auf. 1166. Über Melanopsamma mendax Sacc. et Roumeguere. Melmiopsamma mendax Sacc. et Roumeg. (Revue mycol. 1881, III. Bd., p. 45, Taf. XIX, Fig. 6) existiert nach dem Originale in Roumeg., F. gall. exs. Nr. 1585, nicht und beruht auf groben Fehlern. Das Original zeigt zwei Pilze. Der eine ist die Sphaeria Rubornm Libert überreif und mit entleerten Perithecien, der andere ist Otthia Ruhi v. H. n. sp., nicht ausgereift; die Autoren haben nun die Schläuche und Sporen der Otthia der Sphaeria Rubornm zugeschrieben, ihre Beschreibung bezieht sich daher auf zwei voneinander ganz verschiedene Pilze. Es ist klar, daß die nur 170 bis 220 [i großen Peri- thecien der Sphaeria Rubornm nicht 120 bis 210 {x lange Schläuche enthalten werden. Sphaeria Rnbornm hat am Grunde der Perithecien, oben zum Teile anfangs hyaline, 574 F. Höhnel, spindelförmige, einzellige, 14 bis 16 ^ 2 [i große, wenig gekrümmte Conidien tragende, durchscheinend rotbraune, septierte, steife, einfache, 100 bis 250 (x lange, unten 5*5 [x, oben 2" 5 {i dicke Borsten, ist daher jedenfalls keine Melanopsamma, sondern eine Trichosphaeriacee, die bis auf weiteres als Eriosphaevia Sacc. (Syll. F. 1882, I. Bd., p. 597) betrachtet werden muß. Die beschriebene Conidienform des Pilzes ist vielleicht die Rul)iis-¥ orm von Acrothechun (Acrothecnla) delicaUilum Berk. et Br. 1885. 1167. Über die Gattung Julella H. Fahre. Die Gattung wurde aufgestellt 1880 in Ann. scienc. nat., IX. Bd., p. 113 auf Grund von Julella Buxi H. Fab. Der Pilz hat nach der Beschreibung und Abbildung bei B erlese, Icon. Fung. 1900, II. Bd., p. 108, Taf. 139, Fig. 1 bleibend eingewachsene, nur 250 [i große, sehr zarthäutige Perithecien, mit einem deutlichen, schwarzen Clypeus und zweisporigen Schläuchen. Die großen mauerförmig geteilten Sporen sind hyalin bis schwach gelblich. Darnach ist es nicht zweifelhaft, daß es sich um eine Clypeosphaeriacee handelt, die sich von Peltosphaeria Berlese 1888 wesentlich nur durch die zweisporigen Schläuche unter- scheidet. In die Gattung Julella gehört zweifellos auch J. Buxi Fab. var. Microineriae Sacc. 1881 (Revue myc, III. Bd., p. 27), die sich von der Stammart kaum unterscheidet, obwohl die Nährpflanze (Satureja) eine ganz andere ist. Die weiteren sieben Formen, die heute in der Gattung Julella stehen, gehören indessen nicht in dieselbe. Von diesen konnte ich nur die Julella luzonensis P. Henn. (Hedwigia 1908, 47. Bd., p. 257) untersuchen. Dieser Pilz hat herden- weise stehende, kugelige, meist 1-4 bis I'Swot große schwarze Perithecien, die ganz im dicken Periderm ein- gewachsen sind. Sie sind oben nur mit einer ganz dünnen Schichte des Peridermgewebes bedeckt und fehlt ein Clypeus vollständig. Fragmente zur Mykologie. 57o Die Perithecien ragen schließlich fast halbkugelig vor, bleiben aber mit einer dünnen weißlichen Peridermschichte bis fast zum Scheitel bedeckt, so daß nur dieser mit dem flachen, scharf schwarz begrenzten runden, etwa 160(1. breiten Ostiolum frei vorragt. Die Wandung der Perithecien ist oben etwa 200 bis 230 \i dick, weiter unten nur wenig dünner. Wie wohl bei den meisten dicken Perithecienwänden, ist auch hier der Bau dieser nicht ganz einfach. Man kann in der durchaus nicht kohligen, sondern fest lederigen, leicht schneid- baren Wandung oben drei scharf geschiedene Schichten unter- scheiden. Außen ist eine etwa 90 (a dicke SchiclTte vorhanden, die aus etwa 15 bis 20 [x breiten, unregelmäßigen, stark flachgepreßten Zellen besteht, die hyaline Wände, aber einen homogenen dunkelbraunen Inhalt besitzen. Darauf folgt eine fast ebenso dicke Schichte, die kleinzellig-faserig gebaut ist, mit braunen Zellwänden. In dieser Schichte liegen anscheinend in Zwischenzellräumen sehr zahlreiche, unregelmäßig geformte, bis über 40 [>. große Krystallmassen von Kalkoxalat, die meist nur durch schmale Gewebsplatten voneinander getrennt sind, weshalb diese Schichte eine grobnetzige Beschaffenheit an Schnitten zeigt. Die dritte innerste Schichte ist nur etwa 20 [i dick und besteht aus nur 2 bis 3 |jl großen braunen Zellen und Hyphen, die dicht verwachsen sind. Diese Schichte geht oben in die hyalinen Periphysen über, die fest-schleimig verwachsen und reichlich entwickelt einen Pfropf bilden, der das Ostiolum lange geschlossen erhält. Der Nucleus besteht aus sehr zahlreichen, dünnfädigen, schleimig verbundenen, langen Paraphysen und den keuligen, mäßig und gleichförmig derbwandigen, sitzenden oder kurz- und dickgestielten, 250 bis 300 [x langen und 35 bis 48 \x dicken Schläuchen, die meist ly.^-reihig 3 oder 4 Sporen enthalten. Die länglich-spindeligen, geraden oder wenig bogig gekrümmten Sporen haben verschmälert abgerundete Enden, sind braun, 100 bis 156 i:; 25 bis 30 (x groß und haben 10 bis über 17 Querwände und einige Längswände. Aus dieser Beschreibung ist zu ersehen, daß JiUella luzonensis P. Henn. gewiß keine Jnlella ist. Da die Sporen keine Schleimhülle haben, ist sie auch keine Pleomassaria. 576 F. Höhnel, Da die Perithecien stark vorragen, mit dem Scheitel frei werden und infolge des Baues der Perithecienmembran ist sie auch keine Karstennla, deren Grundart in gut entwickeltem Zustande auch oft eine kurze Längswand in den Sporen aufweist. Der Pilz stellt demnach eine neue Gattung dar, die ich Pleamphisphaeria nenne. Seine Stellung ist unsicher. Er mag bis auf weiteres zu den Amphisphaeriaceen gestellt werden, doch dürfte er vielleicht dem Baue der Perithecienmembran nach den Ceratostomeen näher stehen. Letztere Familie ist eine unnatürliche und künstliche, da sie nur auf ein nebensächliches Merkmal, dem Schnabel, gegründet ist. In Ann. myc. 1918, XVI. Bd., p. 90 habe ich gezeigt, daß Phomatospora trotz dem fehlenden oder kurzen Schnabel eine Ceratostomee ist. Nach den Beschreibungen urteilend halte ich vorläufig auch Julella Zenkeriatia P. Henn. (Engler's Jahrb. Syst. 1907, 38. Bd., p. 127), J. dadylospora Rehm (Hedwigia 1901, 40. Bd., p. 110) und /. monosperma (Peck) Sacc. (Syll. Fung. 1883, II. Bd., p. 289) für Arten der Gattung Pleamphisphaeria. Julella leopoläina Rehm (Ann. myc. 1908, VI. Bd., p. 319) hat nach der Beschreibung achtsporige Schläuche und ist, obwohl von einer Schleimhülle der Sporen nicht die Rede ist, vielleicht eine Pleoniassaria, wenn nicht doch eine Plea mphisphaeria. Verwandt mit dieser Art scheint Julella argentina Speg. (Ann. Mus. nac. Buenos Aires 1898, VI. Bd.. p. 298) zu sein. Hier werden acht Sporen angelegt, von denen sich aber nur eine entwickelt, die eine dünne Schleimhülle hat. Die Peri- thecien sind nur bis O'o min groß. Ist wahrscheinlich eine Pleoniassaria. Bei diesen beiden Arten brechen die Perithecien nicht vor. ■ Julella Tulasnei (Crouan) Bert, et Vogl. (Syll. F. Additam. I— IV, 1886, p. 178; IX., p. 899) auf Moosen wachsend, ist wahrscheinlich doch nur eine Rosellinia (Sacc. Syll. F. I., p. 276) mit zweisporigen Schläuchen. Fragmente zur Mykologie. o77 1168. Über Didymella praeclara Rehm. Der Pilz ist beschrieben in Ann. myc. 1906, IV. Bd., p. 39 und in Krieger, F. saxon. Nr. 1972 ausgegeben. Der Pilz hat zerstreute unter der Epidermis eingewachsene, etwas abgeflacht kugelige, etwa 260 [i breite, 200 [x hohe Perithecien mit flachkegeligem Scheitel, der mit der niedrigen Mündungspapille wenig vorbricht. Die Mündung ist unregel- mäßig rundlich, 12 bis 16 [a breit. Die Perithecienmembran ist 5 bis 10 [JL dick und besteht aus vielen Lagen von sehr zartwandigen, flachgepreßten Hyphen, ist weich, schmutzig hellbraun, unregelmäßig plectenchymatisch faserig, bis stellen- weise deutlicher zellig. Paraphysen sehr zahlreich, zarthäutig, lang, schleimig verklebt. Die Schläuche sind zarthäutig, keulig- spindelig, oben zylindrisch vorgezogen, an der 3 [x breiten stumpfen Spitze fast halbkugelig verdickt. Unter dieser Ver- dickung färbt sich eine dünne Querplatte mit Jod blau. Sie sind 66 bis 100 fj. lang und 10 bis 12 [jl breit. Die acht 2- bis 3-reihig stehenden Sporen sind hyalin, gleich zweizeilig, beidendig spitz spindelförmig, meist etwas verbogen, zart- wandig mit reichlichem, gleichmäßigem Inhalte ohne Öltropfen und bis 30 bis 32^5 bis 5-5 jx groß. Der Pilz ist keine Didymella, welche Gattung wahrscheinlich mit Didytno- sphaeria, Rehentiscliia, Nodtilosplmeria, Ophiohohis Riess (non Aul), Entodestniiun Riess, Leptospora Rbh. (non Aut.), Pleospora eine eigene Familie (Pleosporeen) bildet, was noch zu erkunden ist. Didymella praeclara ist vielm.ehr eine Ceriospora Niessl mit Sporen ohne Cilien. Sie stellt eine eigene Gattung dar, die ich Lejosphaerella nenne, welche mit Anisostomnla v. H., Physosporella v. H., Pemphiditini Mont., Merrilliopeltis P. H., Oxydothis P. et S., Ceriospora Niessl, Griphosphaeria v. H. die Sphaeriaceen-Familie der Physosporelleen bildet. Physosporelleen v. H. n. Farn. Sphaeriaceen. Perithecien eingewachsen, mit flachkegeliger Mündung wenig vorbrechend, meist braun bis blaß, weich- häutig, selten schwarz, selten ohne deutliche' Mündung. 578 F. Höhnel. Perithecienmembran aus zarthäutigen Hyphen bestehend, selten senkrecht parallelfaserig, meist unregelmäßig plectenchymatisch bis mehr minder deutlich parenchymatisch gebaut. Paraphysen meist zahlreich (selten spärlich), lang, gesondert fädig oder schleimig verschmolzen. Schläuche zarthäutig, zjdindrisch bis keulig-spindelig, oben verschmälert abgestutzt und mehr minder bis halbkugelig oder kurz zylindrisch verdickt. Jod färbt eine dünne Querplatte unter der Verdickung blau. Sporen hyalin, mit homogenem Plasma, einzellig bis mauerförmig geteilt. Die bisherigen Gattungen der Familie können wie folgt unterschieden werden. A. Perithecien stark flachgepreßt, von einem (Schein?-) Clypeus bedeckt; Sporen lang, beidendig meist lang zugespitzt. a. Mündung mittelständig. a. Sporen einzellig: Peinphidium Mont. ß. Sporen zweizeilig: MerrilUopeltis P. Henn. h. Mündung am Rande des Clypeus: Oxydothis Penz. et Sacc. B. Perithecien wenig abgeflacht kugelig. Ohne deckenden Clypeus. a. Perithecienmembran senkrecht parallelfaserig. Schläu- che zylindrisch; Paraphysen gesondert; Sporen mit einigen Querwänden und öfter auch einer Längs- wand: Giyphosphaeria v. H. b. Perithecienmembran unregelmäßig plectenchymatisch- faserig bis parenchymatisch. Paraphysen verklebt, selten fast fehlend. a. Sporen einzellig. X Ostiolum oft undeutlich; Perithecien klein: Anisostomiila v. H. XX Ostiolum deutlich; Perithecien größer: Physosporella v. H. ß. Sporen zweizeilig. X Sporen mit je einer Endcilie: Ceriospora Niessl. XX Sporen ohne Cilien: LejosphaeveUa v. H. Fragmente zur Mykologie. 579 Die Grundarten dieser Gattungen sind: Anisostoniiila Cookeaiia (Awld.) v, H. (M. F. CGI). Ceriospora Dnhyi Niessl (M. F. CCXXIX). Lejosphaevella praeclara (Rehm) v. H. Merrilliopeltis Calami P. Henn. (F. z. AI. 694). Oxydotliis grisea Penz. et Sacc. (M. F. CCX). Pemphidium nitidtmt Montagne (F. z. M. 694). Physosporella Fragaviae (Krieg, et Rehm) v. H. (M. F: CCIII). Lejosphaerella v. H. n. G. Sphaeriacee. Perithecien eingewachsen, kugelig, dünn- braun- und weichhäutig, plectenchymatisch faserig bis un- deutlich parenchyrnatisch. Ostiolum rundlich, flachkegelig, wenig vortretend. Paraphysen zahlreich, langfädig, schleimig verklebt. Schläuche spindelig-keulig, oben zylindrisch vor- gezogen, abgestutzt und fast halbkugelig verdickt. Jod färbt oben eine dünne Querplatte blau. Sporen zarthäutig, länglich- spindelig, zweizeilig. Grundart: Lejosphaerella praeclara (Rehm) v. H. Syn.: DidyiiicUa praeclara Rehm 1906. 1169. Über Didymella sambucina Rehm. Der in Ann. myc. 1907, V. Bd., p. 538 beschriebene Pilz wächst auf entrindeten Zweigen des Traubenhollunders. Das Original davon habe ich nicht gesehen, allein es ist mir nicht zweifelhaft, daß ein von mir 1900 am Stuhleck in den steirischen Alpen auf d6r gleichen Unterlage gefundener Pilz, der mit Rehm's Beschreibung gut übereinstimmt, derselbe Pilz ist. Der auf dem etwas vergrauten Zweigholz wachsende Pilz entwickelt sich unter den äußersten Faserschichten und brechen die Perithecien einzeln, in kurzen Reihen oder kleinen Gruppen mehr minder, oft fast ganz hervor. Sie sind kugelig, meist 300 bis 350 [j, groß, mit der etwas vorgezogenen Basis eingewachsen, glatt oder wenig rauh, kahl. Die Perithecien- membran ist ringsum 40 bis 48 |jl dick, nur an der ein- 580 F. Hühnel, gesenkten Basis dünner und besteht aus vielen Lagen von abgeflachten, dunkelbraunen, 5 bis 8 [jl großen Zellen. Der Basalteil der Perithecien ist blaß bräunlich. Um die rundliche, flache, 40 \l breite Mündung ist die Membran auf 50 bis 60 |JL verdickt, wodurch ein ebenso langer Mündungs- kanal zustande kommt. Dieser ist nun bemerkenswerterweise innen mit vielen Reihen von schwarzen, oben kürzeren, unten längeren und bis 30i;2'5[j. großen Borsten aus- gekleidet, die oben nicht vorstehen. Die untersten dieser Borsten sitzen an der Innenseite der Perithecienmembran gegen den Rand hin und krümmen sich in die Mündung hinein. Derselbe ist nun keine Didymella, sondern eine sehr bemerkenswerte Form, die in Bau und Beschaffenheit der Perithecienmembran genau mit Ceratosphaeria übereinstimmt, von dieser Gattung aber durch die dünnfädigen Paraphysen, keuligen Schläuche und den Mangel eines Schnabels stark abweicht. Überdies sind die Sporen stets zweizeilig und zeigt sich die von Rehm ganz übersehene Eigentümlichkeit, daß der Kanal der flachen Mündung dicht mit dünnen, schwarzen, einzelligen Borsten ausgekleidet ist, die nicht vorstehen. Scheinbar näher liegt die Verwandtschaft des Pilzes bei den Amphisphaeriaceen, die allerdings noch näher geprüft werden müssen. Doch kann der Pilz kaum als eine Amphisphaeria de Not. mit hyalinen zweizeiligen Sporen betrachtet werden. Für diese Formen fehlt noch eine Gattung, denn dieselben wurden bisher in die Gattung Melanopsamma Niessl (Verh. nat. Ver. Brunn 1876, XIV. Bd., p. 40 Sep.) gestellt. Niessl hat diese Gattung für solche Melanommen (mit ganz ober- flächlichen Perithecien) aufgestellt, die zweizeilige gefärbte oder hyaline Sporen haben. Indessen hat er keine in die Gattung zu stellende Grundart namhaft gemacht. Saccardo (Michelia 1878, 1. Bd., p. 347) hat diese Gattung ganz im Sinne Niessl's aufgenommen und führt (so wie in der Syll. Fung. 1882, I. Bd., p. 575) Melanopsamma pomiformis (Pers.) als Grundart an. Dieser Pilz ist aber nach dem Fragmente Nr. 1 165 in dieser Mitteilung eine Nectria. Daher entfällt die Gattung Melanopsamma ganz. Fragmente zur Mj'kologie. Ool Mehrere Arten dieser bisherigen Gattung, wie M. anaxaea (Speg.), recessa (C. et P.) und jedenfalls auch M. texensis (C.) scheinen Ainphisphaeria-Avten mit hyalinen Sporen zu sein und wurden zum Teile auch als solche ursprünglich be- schrieben. Für derartige Formen stelle ich die neue Gattung Amphisphaeriua auf. Man sieht also, daß der in Rede stehende Pilz nichts weniger als eine Didymella ist. Es ist kein Zweifel, daß derselbe auf den entrindeten Zweigen nicht seinen normalen Standort hat. Normal wird er sich jedenfalls unter dem Periderm der Rinde entwickeln und durch dasselbe vor- brechen. Solche abnormale Standortsformen sind sehr schwer richtig einzureihen und wurde mir die wahre Verwandtschaft des Pilzes erst klar, als ich mich erinnerte, auf Roßkastanien- zweigrinde 1916 einen Pilz mit ganz ähnlichen, einge- schlossenen Mündungskanalborsten gefunden zu haben. Es ist dies die in Fragm. z. Myk. Nr. 1047, XX. Mitt., 1917 beschriebene Otthiella Aesciili v. H. Da bei dieser Form die Mündungskanalborsten etwas vorragen, hielt ich sie für gewöhnliche Peristomialborsten, wie sie z. B. bei Ventnria auftreten. Das ist aber durchaus nicht der Fall, wie mir die Durchsicht meiner Präparate zeigte. Auch bei der Otthiella AesciiU sitzen die hier etwas größeren Borsten nur im Mündungskanal und die untersten an der Innenseite der Perithecienmembran am Rande. Es ist, wie der Vergleich zeigte, kein Zweifel, daß diese zwei Pilze nahe miteinander verwandt sind und in dieselbe Gattung gehören. Diese Gattung habe ich bei der Otthiella Aesculi nicht aufgestellt. Da nun aber eine zweite hierher- gehörige Form bekannt ist, halte ich es für nötig es zu tun. Obwohl bei beiden Formen ein deutliches Hypostroma fehlt, stelle ich dieselben doch zu den Cucurbitarieen, da viele •dieser auch kein ausgesprochenes Hypostroma aufweisen und die stark hervorbrechenden Perithecien auf die Curcubitariaceen- Natur derselben hinweisen. Ich nenne diese neue Gattung Keissleriella nach dem bekannten Mykologen Dr. Karl v. K ei ssler, Kustos am Wiener Hofm.useum. Sitzb. d. mathem.-naturw. Kl., Abt. I, 128 Bd. 41 582 F. Höhnel, Keissleriella v. H. n. G. Cucurbitariaceen. Wie Otthiella, Hypostroma aber kaum vorhanden. Mündung flach, Mündungskanal mit vielen Reihen von schwarzen Borsten, die wenig oder nicht vorragen, aus- gekleidet und deren unterste am Rande der Innenseite der Perithecienmembran sitzen. Grundart: Keissleriella Aesculi v. H. Syn.: Otthiella Aesculi v. H. 1917. Zweite Art: Keissleriella sambucina (Rehm) v. H. Syn.: Didytiiclla sainhttcina Rehm 1907. Noch bemerke ich, daß diese Gattung als Amphi- sphaeriacee trotz der Ähnlichkeit der Holzform mit einer solchen nicht aufgefaßt werden kann. Übrigens muß diese Familie noch näher geprüft werden. 1170. Über Kalmusia Lactucae Rehm. Der in Annal. myc. 1909, VII. Bd., p. 528 beschriebene Pilz hat nach dem Urstücke in Rehm, Ascom. exs. Nr. 1865 keine Spur eines Stromas, doch verschmelzen öfter 2 bis 3 Perithccien miteinander. Der Pilz ist nichts anderes als Leptosphaeria Galioriim Sacc. (non Roberge) in Atti Soc. Ven.-Trent. sc. nat. Padova 1873, II. Bd., p. 104. Er stimmt voUkomnien mit den Angaben und Bildern in Berlese, Icon. Fung. 1894, I. Bd., p. 66, Taf. 52, Fig. 2 und 3 überein und wurde bisher auf Stengeln von Galmm, Gentiana, Cirsinm, Senecio, Lampsana und Veronica beob- achtet. Derselbe ist keine echte Leptosphaeria de Not., sondern eine Nodtilosphaeria Rbh. und hat N. Galionim (Sacc.) V. H. f. Lactucae R. zu heißen (siehe Ber. deutsch, bot. Ges. 1918, 36. Bd., p. 135). 1171. Haplovalsaria v. H. n. G. Sphaeriaceae. Perithecien rundlich, eingesenkt, fleischig- häutig, schwarz, oben mit hellem Diskus, der von dem Fragmente zur .MyUoIogie. 58o zylindrischen Halse durchsetzt ist. Mit Periphysen und steif- fädigen Paraphysen. Schläuche keulig, lang gestielt, acht- sporig, ohne Jodfärbung. Sporen mehrreihig, braun, zwei- zeilig. Scheint mir mit Valsaria verwandt, aber mit einem einfrüchtigen Stroma, das nur als Diskus entwickelt ist. Hat mit Didyniosphaeria und den verwandten Gattungen nichts zu tun. Haplovalsaria simplex v. H. n. sp. Perithecien in dichten Herden, einige Zellschichten unter der Epidermis eingewachsen, kugelig, 400 bis 450 [x groß, mit brauner, fleischig-häutiger, 16 bis 20 |j. dicker, aus vielen Lagen von stark zusammengepreßten dünnwandigen Zellen bestehender Membran, oben mit einem zylindrischen 80 bis 100 [x dicken, 140 bis 180 [j. langen schwarzen Hals mit 30 bis 40 [X weitem Kanal, der mit kurzen Periphysen aus- gekleidet ist und einen 200 [x breiten weißlichen, paren- chymatischen zylindrischen Diskus durchsetzt, aber nicht vorragt. Ostiolum als schwarzer Punkt auf weißer Scheibe erscheinend. Nährhyphen im Parenchym reichlich, hyalin. Paraphysen reichlich, l"6[x dick, steiffädig, einfach, lang, schleimig verbunden. Schläuche spindelig-keulig, mäßig dünn- wandig, oben verschmälert abgerundet, kaum verdickt, unten in einen 1 bis 2 ;x dicken, 30 bis 140 [J. langen Stiel ver- schmälert, ohne Jodfärbung, 85 bis 190^ 11 bis 12 jx groß. Sporenführender Teil 50 [x lang. Sporen zu acht, mehrreihig, dunkelbraun, etwas durchscheinend, länglich, an den Enden verschmälert abgerundet, zweizeilig, an der Querwand wenig eingeschnürt, 14 bis 16i=;5"5 bis 6. An einem Zweig- oder Stengelstück, bei Buitenzorg, Java, 1907 von mir gesammelt. Ist eine bemerkenswerte Form, die herkömmlich als Didymosphaeria gelten würde, aber damit nichts zu tun hat. Der deutliche weiße Diskus ist offenbar ein Stroma, das nur um den Hals herum entwickelt ist. Die Perithecien wölben die Epidermis fast halbkugelig vor und erscheint oben der Diskus mit der schwarzen flachen Mündung. 584 F. Höhnel, Didyniosphaeria im heutigen Umfange ist eine Misch- gattung mit Formen mit und ohne Paraphysen und Clypeus, mit zylindrischen und keuligen Schläuchen mit und ohne Jodfärbung und sehr verschieden großen. Sporen. 1172. Clypeoporthe n. G. v. H. Diaportheen. Ohne Stroma und Saumlinie. Perithecien- membran und Nucleus wie bei Diaporthe. Oben mit Epidermal- clj^peus, der in der Mitte knopfartig oder kegelig vorbricht und vom Mündungskanal durchsetzt ist. Clypeoporthe monocarpa v. H. l^erithecien einzeln stehend oder zu 2 bis 3 gereiht, tief eingewachsen, kugelig, 600 bis 700 [j, groß, weich- und dünn- häutig, mit violettgraubrauner, undeutlich zartzelliger Membran, oben mit einem kleinen 80 ;x dicken Epidermalclj^peus, der in der Mitte knopfig oder kegelig verdickt ist und vorbricht. Knopf 200 [A hoch oder wenn kegelig höher, 360 |i breit. Mündungskanal 360 [j, lang, 30 ;j. breit. Gewebe des Knopfes (Kegels) hartknorpelig, dicht ziemlich senkrecht plectenchy- matisch, aus 2 bis 3 [x breiten dickwandigen Hyphen be- stehend. Paraphysen fehlend. Schläuche spindelförmig, zart- häutig, oben verschmälert abgerundet, unten spitz, 60 bis 70 5=; 9 bis 12 [x, ohne Jodreaktion. Sporen zweireihig zu acht, zylindrisch-spindelförmig mit verschmälert abgerundeten stumpf- lichen Enden, zarthäutig, mit sehr zarter Querwand, daselbst nicht eingeschnürt, gerade oder schwach gekrümmt, mit körnig-wolkigem Inhalte oder vier Plasmatropfen, 20 bis 29 ^ 3 bis 5 [i. An den Halmen eines größeren Süßgrases, botanischer Garten Buitenzorg, Java 1907 von mir gesammelt. Ist eine eigenartige Form, die den Eindruck einer Choro- statc mit nur einem Perithecium im Stroma macht. Der Clypeus jedoch und das Fehlen einer Saumlinie zeigen, daß es sich um eine eigene neue Gattung handelt. In diese gehört gewiß auch Diaporthe (Etipovthe) Bainhtisae Patouill. 1897 (Syll. Fg., XIV., 517), welche aber kleinere Fragmente zur Mykologie. OöO Perithecien (350 ^ 2öO u.) und größere zylindrische Schläuche (130^ 10 (x) hat. Hat ClypeoportliL' Bambusae (Pat.) v. H. zu heißen. Die fünf noch auf Süßgräsern beschriebenen Diaporthe- Arten, die alle als Enporthe gelten: D. zeina Speg., Sacchari Speg., vadicina Ell. et Ev., incongrua E. et Ev. und Keller inanniana E. et Ev. sind ganz andere Pilze. Diaporthe Maydis (Berk.) EUis et Everh. (North Ann. Pyren. 18')2, p. 452) ist ungenügend bekannt, könnte aber eine Clypeopo^the sein. 1173. Über Sphaeria palustris Berkeley et Broome. Der 1852 in Ann. Magaz. nat. bist. IX. Ser., II. Bd., p. 383 beschriebene, Taf. XII, Fig. 39 abgebildete Pilz ist in der Syll. Fg. 1882, I. Bd., p. 708 in die Gattung Didymo- sphaeria gestellt und von Rehm (Ann. myc. 1906, IV. Bd., p. 270) zu Massaviopsis Niessl im Sinne Rehm's. Allein, wie schon Berkeley und Broome angaben, haben die Sporen an jedem Ende ein hyalines Anhängsel. Wie mir das Urstück des Pilzes in Rabenhorst, Fg. europ^ Nr. 1936 zeigte, sind die 450 (x großen kugeligen Perithecien im Blattparenchym eingewachsen und haben eine 16 \x dicke Membran, die aus mehreren Lagen von stark zusammen- gepreßten dunkelbraunen, dünnwandigen, etwa 8 p- breiten Parenchymzellen besteht. Das Ostiolum ist kurz-papillenförmig- Paraphysen lang, zahlreich, zarthäutig, dünn bis bandförmig^ 2 bis 4 ;x breit. Schläuche meist zylindrisch, kurzgestielt, oben abgerundet und stark verdickt. Jod färbt an der Innen- seite der Verdickung eine dicke, 4 \x breite Platte stark blau. Die acht Sporen stehen meist einreihig, selten anderthalbreihig, sind zweizeilig, schön braun, länglich-spindelig, an der Quer- wand deutlich eingeschnürt, gerade, an den Enden abgerundet stumpf und 16 bis 22 ^ 7 jx groß. Sie sind mit einer meist kaum sichtbaren dünnen Schleimhülle überzogen, die an den Enden in je einen spitzkegeligen, oft gebogenen, 3 [x breiten, 8 bis 12 [x langen festen Schleimfortsatz ausgezogen ist, samt welchen sie 40 bis 44 [x lang sind. Demnach ist der Pilz keine Heptaineria, wie man vermuten könnte, sondern 586 F. Höhnel, eine neue Gattung, die ich Ceriophora nenne und die bis auf weiteres als Massariopsis N.-Rehm mit geschwänzten Sporen beschrieben werden kann. 1174. Über Diatrypeopsis laccata Spegazzini. Der 1886 beschriebene Pilz, die einzige Art der Gattung, ist im südlichen Südamerika sehr häufig. Spegazzini hält ihn für mit Hypoxyloii und Diatrype verwandt und von diesen Gattungen durch die h^^alinen Sporen geschieden. Theissen hat in Ann. mycol. 1908, VI. Bd., p. 91 den Pilz ausführlich behandelt. Er hält ihn für eine nur wenig abweichende Nnmmiilaria und erklärt ihn für gleich Kuutmn- laria piinctiilata (B. et Rav.) Sacc. und wahrscheinlich auch Hypoxylon stygiuni (Lev.) Sacc. Allein diese seine Angaben sind alle unrichtig. Er hat gerade die wichtige und wie man leicht feststellen kann, ganz richtige Angabe Spegazzini 's, daß Paraphysen völlig fehlen, nicht in Betracht gezogen. Nun aber haben alle echten Nmnmularia- Arien, ins- besondere auch die Grundart, A^. nininiiiilarmin (Bull.) Keissler in Crypt. exs. Vind. Nr. 516, gleich A^. Bnlliardii Tul., lange fadenförmige, freie oder schleimig verklebte Para- physen. Dazu kommt noch ein weiterer Umstand. Die Schläuche der echten Nmnintilaria- Arien sind oben ausnahms- los nur wenig verdickt und färbt sich mit Jod eine dünnere oder dickere Querplatte an der Innenseite dieser Verdickung schön blau. Wenn die Schläuche kleiner sind, wie bei A^. repanda (Fr.), ist diese blaue Querplatte sehr dünn und leicht zu übersehen, bei K. nniuuinlqrinni (Bull.), discreta (Schw.) und rcpandoides Fuck. ist sie ziemlich dick, am stärksten bei letzterer Art und stets leicht zu sehen. Die Schläuche der Diatrypeopsis sind hingegen oben stark, halbkugelig verdickt und färbt sich mit Jod in dieser Verdickung ein 2-5 bis 2-8 [jl großer kugeliger Teil sehr auffallend dunkelblau. Schon diese Tatsachen zeigen, daß es sich nicht um eine Xiuuiiudaria handeln kann. Fragmente zur Mykologie. 587 Ntminmlaria pnncHilata (Berk. et Rav.) Sacc. ist bisher mit Sicherheit nur in Nordamerika und nur auf Eichen- rinden gefunden worden. Die Strömen verlaufen am Umfange nicht ganz allmählich, sondern sind gut, oft sogar erhaben berandet. Die Oberfläche derselben ist zwar glatt, aber nicht glänzend. Die ganz flachen Mündungen der Perithecien gleichen kleinen, scharf begrenzten Nadelstichen. Wie mir der Vergleich der Diatrypeopsis mit den Stücken von Ntmminlaria ptuictiiJata in Ellis, F. Nova-Caesarensis Nr. 75 und Thümen, Mycoth. Univ. Nr. 658 zeigte, sind diese Pilze schon äußerlich als völlig verschieden zu erkennen. Die auffallende Tatsache, daß die Angaben über die Schläuche und Sporen beider Arten gut miteinander übereinstimmen, erklärt sich daraus, daß die A^ pimctulata bisher noch nie gut ausgereift gefunden wurde und sich die unreifen Schläuche wahrscheinlich aller A' lunimilaria- Arien ganz ähnlich verhalten, wie die reifen der Diatrypeopsis. Noch sei bemerkt, daß K. ptmctiilata faden- förmige Paraphysen hat; siehe Ellis und Everhart, North- Am. Pyrenomyc. 1892, p. 627. Was Hypoxylou stygimn (Lev.) Sacc. anlangt, so kenne ich von dieser Art nur die Beschreibung Leveilles in Ann. scienc. nat. 1846, 3. S., V. Bd., p. 258. Hier heißt es, daß die Strömen schwarz, ausgebreitet abgeflacht sind. Daß sie glänzend sind, wird nicht gesagt. Die Perithecien sollen kugelig sein und ein papillenförmiges Ostiolum haben, das glänzend ist und in einer leicht vertieften Kreisfläche sitzt. Die Sporen sollen einzellig, eiförmig und durchscheinend sein. Sie sind offenbar gefärbt, wie schon daraus hervorgeht, daß Leveille den Pilz zwischen zwei sicheren Hypoxylon- Arier\ anführt. Diese Angaben stimmen durchaus nicht zur Diatrypeopsis, daher Theissen's \'ermutung, daß Hypoxylon styginiu ein Synonym derselben ist, gewiß falsch ist. Um diese drei Punkte zu erledigen, habe ich im vor- stehenden stillschweigend mit Spegazzini, Berlese (Icon. Fung. 1902, III. Bd., p. 120, Taf. 162) und Theissen an- genommen, daß Diatrypeopsis laccata ein im Sinne der Beschreibung wirklich bestehender einfacher Pilz ist. Das ist aber nicht der Fall. 588 F. Höhnel, Diatrypeopsis laccata Speg. ist vielmehr ein bisher, wie es scheint, stets nur im überreifen und entleerten Zustande gefundener Pilz, vermutlich eine Ntuninnlaria, in deren leeren Perithecien ein bis auf weiteres als Sphaeriacee zu betrach- tender Kernpilz lebt, mit den beschriebenen Schläuchen. Bricht man ein brauchbares Stück von Diatrypeopsis quer durch, so bemerkt man an der Querbruchfläche, daß die meisten Perithecien ganz leer sind. Einzelne Perithecien werden jedoch ganz von einem sehr zarthäutigen, sack- förmigen, blassen oder bräunlichen, etwa 500 [x hohen und 340 [X breiten Perithecium ausgefüllt, das oben einen meist verbogenen bis 300 [j. langen, unten 120 [x, oben 80 (x dicken Schnabel besitzt, der den Mündungskanal der entleerten Perithecien der vermutlichen Nummularia ausfüllt. Diese zart- häutigen Perithecien sind es allein, in welchen sich die beschriebenen Schläuche befinden, die sie ganz ausfüllen. Solche in anderen, bereits ganz entleerten, oder noch lebenden Pykniden oder Perithecien schmarotzende Kernpilze gibt es mehrere. So die Passerinnla Candida Sacc. (Syll. F., II. Bd., p. 537) in Tliyvidimn und Valsaria; Laaseomyces micro- scopictis Ruh 1 and in Diplodia (Verh. bot. V. Brandbg. 1900, 41. Bd., p. 83); Nectriella biparasitica (v. H.) Weese (Ann. myc. 1903, I. Bd., p. 395) in Evitypa ßavovirescens; Didyuio- sphaeria conoidea Niessl-v. H. in Leptospliaeria Doliohim (Ann. myc. 1905, III. Bd., p. 551); Didymosphaeria Eutypae Sureya (Bull. soc. myc. 1911, 27. Bd., p. 220) in Entypa lata; Debaryella hyalina v. H. (Ann. myc. 1904, II. Bd., p. 274) in Etitypa scabrosa; Cryptonectriopsis biparasitica v. H. (Ann. myc. 1918, XVI. Bd., p. 136) in Leptospliaeria doliolioides. Der in der Diatrypeopsis auftretende .Schmarotzer kann natürlich auch vollständig fehlen; so in einem von mir 1899 bei Theresiopolis bei Rio gesammelten Stücke. Der Schmarotzer stellt eine eigene Gattung dar, die ich zu den Sphaeriaceen stelle, da das Gehäuse oben und der untere Teil des Schnabels deutlich zart bräunlich paren- chymatisch gebaut sind. Fragmente zur Mykologie. 589 Xenothecimn n. G. Sphaeriacee. Gehäuse, alte Perithecien ausfüllend, dünnwandig, weichhäutig, oben mehr minder lang geschnäbelt, deutlich braun-parench^-matisch, unten blaß, ohne deutliche Struktur. Schläuche zahlreich, zylindrisch, sitzend oder kurzgestielt, sehr zarthäutig oben halbkugelig verdickt, in der Verdickung eine kugelige, verhältnismäßig große Partie mit Jod sich auffallend dunkelblau färbend. Sporen zu acht, einreihig, einzellig, hyalin oder fast so, oft mit zwei Öltropfen, länglich, sehr lang im Schlauche bleibend, wie es scheint erst durch Zerfall desselben frei werdend. Paraphysen fehlend. Grundart: Xenothecium jodophilum v. H. Die Verwandtschaft des eigenartigen Pilzes ist noch unklar. 1175, Über die Gattung Graphyllium Clements. Von dieser 1901 aufgestellten Gattung (Syll. Fung., XVI. Bd., p. 1145) kenne ich die Grundart Graphyllhim Chloes Gl. (1. c, XVII. Bd., p. 913) nicht, es ist aber sicher, daß Graphyllium dacotense Rehm (Ann. mycol. 1915, XIII. Bd., p. 3) der Grundart ganz nahe steht. Da ersteres im Original in Rehm, Ascom. exs. Nr. 2131 ausgegeben ist, konnte ich es prüfen. Graphylliiun wird von Clements (Genera of Fungi 1909, p. 57) zu den Hysteriaceen gestellt und soll sich von Hysterograpliium durch die häutigen Fruchtkörper unter- scheiden, während Rehm wieder eine Verwandtschaft mit Lophodermmm vermutet. Die Untersuchung des Originals von Gr. dacotense hat mir gezeigt, daß dieses nichts anderes als eine sehr stark in die Länge gestreckte Pleosporee, die weit hervorbricht, ist. Die Perithecien sind durchaus nicht immer linienförmig, sondern häufig nur länglich. Auch wenn sie langgestreckt sind, reißen sie oben nicht mit einem Längsspalt auf, sondern öffnen sich nur mit einem rundlichen kleinen Ostiolum. An Ouetschpräparaten sieht man allerdings auch öfter LängsrifTe, allein diese sind Kunstprodukte. Nie sieht man natürliche 590 F. Höhnel, Öffniingsrisse. Die Schläuche gleichen vollkommen denen der echten Pleosporeen- Arten. Paraphysen sind reichlich vorhanden, stark verschleimend und etwas verworren. Infolge der starken Streckung der Perithecien stehen die Zellen der 15 bis 30 [x dicken Membran auf den Längsseiten derselben in senkrecht parallelen Reihen, die oben in einem etwas heller gefärbten 20 bis 35 [x breiten Längsstreifen zusammentreffen. In diesem Längsstreifen findet man manchmal ein kleines rundes schlecht entwickeltes Ostiolum. In der Regel fehlt ein solches jedoch. Dadurch nähert sich der Pilz den Pseudosphaeriaceen. Da indes sehr zahlreiche Schläuche und Paraphysen vorhanden sind, betrachte ich ihn als Sphaeriacee. Die Sporen sind etwas flachgedrückt. Auf der Schmalseite zeigen sie nur drei Querwände, zu welchen auf der Breitseite noch eine Längswand hinzutritt. Daher ist der Pilz eine mehr minder langgestreckte, stark hervorbrechende Clatlirospora Raben- horst 1857 (Hedwigia, I. Bd., p. 116), mit wenig entwickeltem oder fehlendem Ostiolum. Ob Graphyllmm Chloes eine Form von Clatlirospora oder Pleospora ist, läßt sich nach der Beschreibung nicht sagen. Noch sei bemerkt, daß auch dann, wenn diese Pilze mit einem Längsspalt aufreißen würden, sie doch weder mit LopJioderminm noch mit Hysterographiinu verwandt wären, da diese ganz anders gebaut sind. 1176. Über Dothidea Visci Kalchb rennen Von diesem Pilze kenne ich nur die kurze Beschreibung in Hedwigia 1869, VIII. Bd., p. 117. Es ist aber nicht zweifel- haft, daß ein von \W. Krieger 1876 an dürren Mistelzweigen bei Königstein a. d. Elbe gefundener Pilz damit identisch ist. Die Untersuchung desselben zeigte mir nun, daß es eine Botryosphaeria mit braunen Sporen ist und daher in die Gattung Phaeobotryon Th. et Syd. (Ann. myc. 1915, XIII. Bd., p. 664) gehört. Phaeobotryon stelle ich so wie Botryosphaeria zu den Dothideaceen und nicht zu den Pseudosphaeriaceen. Fragmente zur Mykologie. 591 Die Dothithecien von Phaeobofryon Visci (Kalchbr.) v. H. bedecken die Mistelzweige ringsum dicht, fast rasig. Sie stehen einzehi oder zu wenigen mehr minder verschmolzen, häutig auch in verschieden gerichteten Reihen, sind' kohlig, rundlich, etwa 400 bis 500 [j, groß. Sie entwickeln sich der Hauptsache nach in der Epidermis, sind unten abgerundet, oben flach und mit der dicken Epidermisaußenwand verwachsen. Diese zerreißt über den Dothithecien und treten letztere mit dem Scheitel etwas hervor. Die Wandung der Dothithecien ist oben diskusartig ent- wickelt und bis 200 (x dick. Dieser Diskus ist von einem 80 [X weiten Kanal ohne eigene Wandung durchsetzt, der anfänglich mit blassem Parenchym ausgefüllt ist. Unten und seitlich ist die Wandung 80 bis 120 \i. dick. Die äußere 40 bis 50 |j. dicke Schichte derselben ist opak, die innere 40 bis 80 [j. dicke deutlich zellig. Das Gewebe ist violett-kohlig und besteht aus dünnwandigen, offenen, leeren, mehr minder deutlich senkrecht gereihten, 8 bis 20 [j. großen Zellen. Der Dothithecien-Nucleus besteht aus hyalinen, 3 bis 5 [j, breiten, senkrecht parallel verwachsenen Hyphen mit 12 bis 16 [JL großen Gliedern. In diesem Gewebe sind die zahlreichen bis 240^30 bis 36 [x großen Schläuche, die sich mit Jod nicht färben, eingelagert. Diese sind zylindrisch- keulig, oben abgerundet, nicht gestielt und haben eine sehr gleichmäßig 3 bis 4 \x. dicke Wandung. Die 5 bis 8 Sporen stehen 1- bis IVo-reihig, sind schmutzig dunkelviolett, elliptisch bis fast zitronenförmig» einzellig und 28 bis 36:^ 16 bis 20 [x groß. Es ist sicher, daß Fuckel's Angabe falsch ist, daß Ceuthospora Visci (A. et C.) Sollmann eine Nebenfrucht von Gibheridea Visci Fuck. (Sym'b. mycol. 1869, p. 169) ist, denn die Untersuchung der Cetithospora zeigte mir, daß sie dothidealer Natur ist. Die Fruchtkörper derselben entwickeln sich in der Epidermis und sind oben mit einem etwa 100 [jl dicken Diskus mit der Epidermisaußenwand verwachsen. Dieser Diskus ist von einem 60 bis 70 jx weiten Kanal durchsetzt, der anfänglich mit einem kleinzelligen hyalinen 592 r. Höhne:, Parenchym ausgefüllt ist. Die Lokulus-Wandung ist unten und seitlich etwa 25 [jl dick. Der Pilz ist keine Sphaerioidee, sondern eine dothideale Nebenfruchtform. Er kann daher nicht als Sphaeropsis im Sinne der Handbücher aufgefaßt werden. Wenn man aber die Gattung Sphaeropsis im Sinne von Saccardo in Michelia 1880, II. Bd., p. 105 nimmt, wo Sphaeropsis Visci die Grundart der Gattung ist, dann müssen die übrigen Sphaeropsis- Arien in eine neue Formgattung gestellt Werden, soweit es einfache Sphaerioideen sind, die zu Sphaeriaceen als Nebenfrüchte gehören. Mir ist es nicht zweifelhaft, daß Sphaeropsis Visci (A. et S.) Sacc. die Nebenfrucht von Phaeohotryon Visci (Kalchbr.) v. H. ist. Sphaeropsis Saccardo 1880 (non Syll. Fung.) ist am nächsten mit DothiorelJa Sacc. verwandt. Die Gattung Phaeohotryosphaeria Spegazz. 1908 (Syll. F., XXII. Bd., p. 120) ist vermutlich identisch mit Phaeohotryon Th. et S. 1915. 1177. Über Otthia Symphoricarpi (Ellis et E verhart). Dieser Pilz ist der Gegenstand einer bemerkenswerten Verwirrung. Derselbe wurde zuerst in Proc. Acad. nat. science, Philadelphia 1890 bis 1891, p. 249 als Plowrighlia symphori- carpi E. et Ev. beschrieben, dann aber 1892 in Ellis und Everhart, North-Am. Pyrenomycetes p. 249 zu Otthia gestellt. Da die Autoren dem Pilze zweizeilige gelbbraune Sporen zuschreiben, ist kein Zweifel, welchen Pilz sie meinen, und daß die in Rehm, Ascom. exs. Nr. 2040 als Psendotthia Symphoricarpi Rehm und in Brenckle, F. dacotenses Nr. 98 als Otthia ausgegebenen Pilze mit dem identisch sind, den Ellis und Everhart meinen. Andrerseits ist es aber sicher, daß das von mir nicht gesehene Originalexemplar in Ellis a. Everhart, N. Am. F., Nr. 2374, das als Plovvrightia Symphoricarpi bezeichnet ist, ein anderer Pilz sein muß, denn dieser Pilz wurde von Theissen und Sydow (Ann. mycol. 1915, XIII. Bd., p. 327) Fragmente zur Mykologie. Oc^o untersucht und für eine echte Valsaria erklärt. Diese Autoren sagen, daß die Perithecien tief im Stroma eingesenkt sind und einen sehr langen Periphysen führenden Hals haben. Da sie die Sporen dieses Pilzes, entsprechend den Angaben von Ellis und Everhart für braun und zweizeilig hielten, stellten sie den Pilz zu Valsaria. Dieser Pilz hat aber vierzellige, bleibend hyaline Sporen und ist völlig verschieden von jenem, dessen Schläuche und Sporen Ellis und Everhart 1891 beschrieben. Diese haben daher zwei auf derselben Nährpflanze (Symphoricarptis occidetitaJis) auftretende, einander äußerlich nicht ganz un- ähnliche Pilze für eine und dieselbe Art gehalten. Ihre Beschreibung ist ein Gemenge der Merkmale beider Pilze. Daß ihnen dies geschehen sein muß, hat schon Rehm ^Annal. mycol. 1913, XI. Bd., p. 169) bemerkt, ohne indessen völlige Aufklärung zu bringen. Es ist kein Zweifel, daß der in Rehm, Ascom. exs, Nr. 1974 als Plowrightia Symplioricarpi E. et Ev. ausgegebene Pilz mit dem in Ellis a. Everh., N. Am. F., Nr. 2374 identisch ist. Die Untersuchung dieser zwei Pilze ergab folgendes: 1. Der als Pseiidotthia Svtnphoricarpi Rehm beschriebene xmd ausgegebene Pilz ist eine ausgesprochene Eumonta- gnellee mit Paraphysen, zweizeiligen braunen Sporen und einem deutlichen Hypostroma. Er unterscheidet sich von Pyreno- botrys Th. et S. (Ann. myc. 1915, XIII. Bd., p. 179 und 629) durch das deutliche Hypostroma, von Crotone Th. et Syd. (1. c, p. 179 und 629) durch die regelmäßig rasigen Dothi- thecien und das Vorhandensein deutlicher fädiger Paraphysen. Ich stelle für den Pilz die neue Gattung Dothidotthia V. H. auf. Dothidotthia v. H. n. G. Eumontagnellee. Dothithecien rasig hervorbrechend, einem gut entwickelten aus mehr minder deutlich senkrecht verlaufenden Hyphen- und Zellsträngen be- stehenden Hypostroma aufsitzend, rundlich; Ostiolum dothideal, unregelmäßig. Paraphysen fädig. Schläuche keulig, achtsporig; -Sporen braun, zweizeilig. 594 F. Höhnel, Grundart: Dothidotthia Symphoricarpi (Rehm) v. H. Syn.: Pscudollhia Symphoricarpi Rehm 1913. Otthia Syinphoricarpi E. et Ev. in Brenckle, F. dakot. Nr. 98. Das 500 ji dicke Hypostroma besteht aus dünnwandigenr bis 16 [X großen licht gefärbten, offenen Parenchymzellen und 5 bis 8 [1 breiten Hyphen. Beide bilden senkrecht stehende Streben, auf denen die fast kugeligen, 300 |x breiten Dothi- thecien sitzen. In der 200 [i dicken Basalschichte des Hypo- stromas, das dem Holzkörper aufsitzt, ist das Gewebe locker schwammig plectenchymatisch, mit mehr horizontal vei'- laufenden Hyphen und ohne Parenchym. Die Membran der Dothithecien ist gleichmäßig etwa 30 |jl dick und besteht aus 5 bis 6 Lagen von 8 bis \Q> \h großen Zellen mit schwarzer Mittellamelle und sehr starker hyaliner Verdickungsschichte. Das Ostiolum ist klein, unregelmäßig, spaltig-rissig. 2. Der in Rehm, Ascom. exs. Nr. 1974 Plowrightia SympJioricatyi, in Ann, myc. 1915, XIII. Bd., p. 327 Valsaria Symphoricarpi (E. et Ev.) Th. et Syd. genannte Pilz hat bleibend hyaline Sporen. Die kleineren derselben sind zwei- zeilig, die an Zahl weit überwiegenden größeren, bis 2b ^ ~ bis 9 \x großen Sporen sind vierzellig. Die zwei mittleren .Zellen sind mit 4 [i viel kürzer als die Endzellen. Die Sporen sind elliptisch -länglich und liegen in den zylindrischen Schläuchen einreihig. Die Paraphysen sind sehr zahlreich und langfädig. Der kürzere oder längere dicke Schnabel der Perithecien zeigt Periphysen und ist schwarz und derb- wand ig. Die Perithecienmembran ist dünn, weich, blaßbraun, an der Basis unregelmäßig parenchymatisch, aber seitlich mehr weniger deutlich senkrecht parallelfaserig. Die Perithecien sitzen in einem länglichen, flachpolstrigen Stroma. Dieses sitzt unten dem Holzkörper auf und ist hier oft kaum entwickelt, blaß und weich. Nur oben ist dasselbe schwarzbraun, aber auch hier wenigstens stellenweise locker und schwammig. Man sieht, daß der Pilz eigenartig gebaut ist. Man könnte ihn in die Gattung Calospora stellen. Allein die Fragmente zur Mykologie. 595 Gattung Calospora Nitschke (in Fuckel Symb. mycol. 1869, p. 190) ist niemals beschrieben worden und ihre Grundart ist eine Diaportlte, wie ich feststellte. Calospora Saccardo 1883 (Syll. Fung., II. Bd., p. 231) hat als Grundart eine Diaporthe mit deutlich vierzeliigen Sporen. Daher hat Schröter 1897 in Pilze Schlesiens, IL Bd., p. 442 mit Recht den Namen Calospora ganz fallen gelassen und die Gattung Calosporella aufgestellt. Darunter sind Diaporthe-Arten mit deutHch vierzeliigen Sporen zu ver- stehen. Schröter sagt zwar bei seiner Gattung, daß Paraphysen vorhanden sind, allein diese Angabe kann sich nur auf die Pseudoparaphysen beziehen, die bei Diaporthe meist vor- kommen. Die Verwandtschaft des in Rede stehenden Pilzes liegt in der Tat ganz wo anders, nämlich bei der Sphaeria corticola Fuckel rr Sph. cinerea Fuckel (Symb. myc. 1869, p. 114). Dieser auffallende Pilz ist im wesentlichen nur durch den Mangel eines Stromas verschieden. Bei ihm ist die Perithecienmembran sehr schön senkrecht, dünn parallel- faserig gebaut. Ich habe für denselben die Gattung Gripho- sphaeria (Ann. myc. 1918) aufgestellt. Der behandelte Pilz ist eine stromatische GripJtosphaeria. Ich stelle daher für denselben die neue Gattung Griphosphaerioma v. H. auf. Gripliosphaerioma n. G. Sphaeriaceae. Stroma diatrypoid, hervorbrechend. Perithecien mit Hals. Perithecienmembran dünn, seitlich mehr minder deutlich senkrecht parallelfaserig gebaut. Paraphysen fädig, lang. Schläuche achtsporig, zylindrisch. Sporen einreihig, hyalin, länglich, zweizeilig oder mit einigen Querwänden. Ist eine stromatische Griphosphaeria. Grundart: Griphosphaerioma Symphoricarpi (Rehm) v. H. Syn. : Plowrightia Symphoricarpi Ell. et Ev. N. Ann. F. Nr. 2374. Plowrightia Symphoricarpi Rehm, Ascom. exs. Nr. 1974. Valsaria Symphoricarpi (E. et Ev.) Theiss. et Syd. 1915. Der Autorname Ellis et Everhart kann nicht an- gewendet werden, wie aus dem oben Gesagten hervorgeht. 596 F. Höhnel, Der in Brenckle, Fg. dakotenses Nr. 100 als Zignoella Morthieri (Fuck.) Sacc. ausgegebene Pilz ist falsch bestimmt und ist Griphosphaevioina Symphoricarpi (Rehm) v. H. (= Plowrightia Symplioricarpi in Ell. et Ev., N. Am. Fg., Nr. 2374 und Rehm, Ascom. exs. Nr. 1974). 1178. Über Karschia Araucariae Rehm. Der Pilz ist in Hedvvigia 1900, 39. Bd., p. 84 beschrieben. Wie das sichere Stück in Theissen, Dec. Fung. brasil. Nr. 136 zeigt, wächst derselbe als Schmarotzer auf den lebenden Nadeln. Schon dieser Umstand hätte zeigen können, daß es keine Karschia-Avt ist, denn diese treten niemals als Blattschmarotzer auf. Da Rehm's Beschreibung daher auf einer nicht näher geprüften falschen Voraussetzung beruht, ist sie in fast allen ihren Teilen falsch. Die Untersuchung zeigte mir, daß es sich um eine mit Blasdalea S. et Syd. verwandte Munkiellee handelt. Bei dieser Gelegenheit seien auch die äußerlich sehr ähnlichen Gattungen Dielsiella und Cycloschizon besprochen. Die Dielsiella Pritzelii habe ich in Fragm. z. Myk. Nr. 634 (Xll. Mitt., 1910) beschrieben. Eine zweite Beschreibung findet sich in Ann. myc. 1915, XIII. Bd., p. 208. In beiden Be- schreibungen heißt es, daß das Hj^postroma durch die Epidermis 250 bis 260 [x breit bricht, sich dann auf derselben ausbreitet und das Schlauchstroma bildet. Allein das Hypo- stroma bricht nicht breit ganz nach außen durch, sondern sprengt nur ein 250 bis 300 [x breites rundliches Stück der Epidermis ab, hebt dieses Stück nur wenig empor und bleibt oben mit demselben verwachsen. Das Hypostroma ist daher oben bleibend mit der Epidermis oder wenigstens ihrer Außenwand verwachsen. Nun dringt das Gewebe des Hypo- stromas durch den schmalen so entstandenen Ringspalt, sich nach allen Richtungen strahlig ausbreitend hervor und bildet auf der Epidermis das ringförmige vSchlauchstroma aus. Es ist daher nur das letztere ganz oberflächlich, der sterile Mittelteil bleibt von dem abgesprengten Epidermisstück bedeckt. Fragmente zur Mykologie. 597 Im wesentlichen denselben Vorgang habe ich in Fragm. Nr. 635 für Cydoschizon Brachylaenae (R.) P. H. beschrieben; nur ist hier das Hypostroma viel schwächer entwickelt, sprengt nur die Epidermisaußenwand ab, hebt aber diese viel stärker empor, so daß hier das ringförmige Schlauch- stroma mit dem kurz säulenförmig emporgewachsenen Teil des Hypostromas in einer Ebene liegt, während bei Dielsiella das Schlauchstroma etwas höher zu liegen kommt, als der hier nur di^inne sterile Mittelteil. Man sieht, daß sich die zwei Gattungen im Bau und in der Entwicklung des Stromas ganz gleich verhalten. In der Tat heißt es, daß sich dieselben nur durch die Färbung der Sporen voneinander unterscheiden (Ann. myc. 1915, XIII. Bd., p. 208). Allein das ist unrichtig, denn es besteht noch ein Unterschied in den Paraphj'-sen. Dielsiella hat zahlreiche, auffallende, lange Paraphysen. Cydoschizon hat aber eigentlich keine. Ich selbst gab an, daß spärliche vorhanden sind. Nun fand ich aber, daß sie eigentlich fehlen. Die Karsdiia Araucariae R. hat meist blattuntcrseits, oft in kleinen Gruppen stehende, flache, rundliche Strömen, die am Rand uneben, gekerbt bis schwach gelappt, selten und nur stellenweise mit hellbraunen dichtstehenden bis 40 ix langen Wimpern versehen, etwa 400 [a breit, schwarz und ziemlich glatt sind. Sie sind außen mit einem flachen Ring- vvulst versehen, in der Mitte genabelt und öfter mit kleiner Papille. Die Strömen lösen sich leicht ab und sind scheinbar ganz oberflächlich, allein an Querschnitten sieht man, daß sie mit einer dünnen hyalinen Schichte überzogen sind, die offenbar die Cuticula ist, unter der sie entstanden sind. Ein Hypostroma ist nicht nachzuweisen. Von unten gesehen zeigen sie in der Mitte einen dunklen Punkt, der in einer blassen Ringzone liegt, die von dem kreisförmigen Lokulus herrührt. Der dunkle Mittelpunkt ist offenbar die Anheftungsstelle. Offenbar ist das Hypostroma sehr blaß und schwach ent- wickelt und greift nicht über die Epidermisaußenwand tiefer. Die Strömen sind in der Mitte 110 jx, über dem ringförmigen Sitzb. d. mathem.-nalurw. Kl., Abt. 1, 12S. Bd. 42 598 F. Hühnel, Lokiilus 120 [X dick. Hier ist die kohlige Decke sehr dünn, außen 16 bis 44 [x dick, opak. Das vom Lokulus ein- geschlossene Mittelsäulchen ist 70 [x dick und aus sehr kleinen senkrecht parallel gereihten olivschvvärzlichen, weichen Zellen aufgebaut. Das ganze Stroma ist strahlig gebaut, am Rande sind die derbwandigen schwarzen Hyphen etwa 3 [x breit, in der Basalschichte, die oft fast fehlt, doch auch bis 12 [X dick und bräunlich olivfärbig ist, sind die Hyphen nur 1-5 bis 2 [X dick. Der Lokulus ist 120 bis 140 [x breit, 90 [x hoch. Paraphysen sehr zahlreich, verbogen-steiffädig, in dicken Schleim eingebettet, l-7[x dick, oben schwach keulig aut 2 [X \-erbreitert. Schläuche sitzend, eiförmig, oben bis 10 [x stark verdickt, 60 bis 80 i^ 40 bis 48 [x. Jod färbt den Nucleus braungelb. In den Schläuchen färben sich die zweizeiligen Sporen nur blaßbräunlich. Wenn aber die Strömen alt werden, findet man die nun ganz reifen Sporen braunschwarz und bis 30^:^ 15 [x groß, also viel größer -als sie Rehm angibt. Diese alten Strömen sehen ganz anders aus als die gut entwickelten; sie sind dick scheibenförmig, mit senkrechten Seitenwänden, so daß man einen ganz anderen Pilz vor sich zu haben meint. ■ Aus der Beschreibung geht hervor, daß der Pilz im wesentlichen sich unter der Cuticula entwickelt und daher eine Munkiellee ist, die sich von Blasdalea fast nur durch die zweizeiligen Sporen unterscheidet. Nur im Mittelpunkte scheint ein kaum feststellbares Hypostroma vorhanden zu sein, das sich aber nur auf die Epidermisaußenwand er- streckt. Cycloschizon Brachylaenae weicht schon weiter ab, da sich hier in den Epidermiszellen ein kleines, aber ganz deutliches braunes lockeres Hypostroma zeigt, das ein Epidermisaußen- wandstück aussprengt, das oben mit dem sterilen Mittelteil des Stromas verwachsen bleibt. Indessen zeigt sich hier, daß auch das Schlauchstroma öfter mit der Epidermisaußenwand teilweise oben verwachsen bleibt. Überdies sind hier die Sporen hyalin und fehlen Paraphysen. Fragmente zur Mykologie. o99 Noch weiter weicht Diesiella ab, die aber andrerseits dieselbe Beschaffenheit des Nucleus hat. Offenbar stellt der Pilz eine neue Gattung dar, die ich Cycloscliizella nenne. Cycloschizella v. H. n. G. Munkiellee. Wie Blasdalea; aber Sporen zweizeilig, Lokulus ununterbrochen ringförmig, Stroma oben mit der Cuticuia verwachsen. Grundart: Cyclo- schizella Araticariae (R.) v. H. Syn.: Karschia Arancariae Rehm 1900. Über Blasdalea S. et Syd. siehe Ann. m}^. 1913, XI. Bd., p. 499; 1915, p. 255; 1917, p. 403. 1179. Über Sphaeria? Himantia Persoon. Persoon beschreibt den Pilz in Observationes myco- logicae, II. Bd., 1799, p. 69 mit den Worten »Sphaerulis in maculam a fibrillulis centrifugis constantem aggregatis.« Er bezeichnet den Pilz als sehr selten und sagt nur allgemein, •daß er auf Pflanzenstengeln auftritt. In der erklärenden Be- schreibung heißt es weiter, daß der Pilz schwärzliche, ver- schieden große, bis drei Linien breite Flecke bildet, die mit der Lupe betrachtet aderige Fäden Zeigen, die aus der Mitte der Flecke nach allen Seiten zur Peripherie laufen. In der Mitte sieht man schwarze Pusteln. Man sieht, daß die Beschreibung nichts weniger als gut zu dem Pilze paßt, den man heute darunter versteht. Nach- dem aber seit Fries alle Autoren in der noch heute gültigen Deutung desselben einig sind und insbesondere das von Desmazieres in PI. crypt. France 1843, Nr. 1342 unter dem Namen Asteroma Himantia Chev. Fl. paris. ausgegebene Exemplar zu Persoon's Beschreibung ziemlich stimmt, auch anzunehmen ist, daß Desmazieres und Fries das Persoon- sche Original des Pilzes kannten, so schließe ich mich der bisherigen Ansicht an. Persoon hat den Pilz später (Mycol. europ. 1822, I. Bd., p. 52) nochmals als Actinonema canllncola P. angeführt. Es ist dies offenbar eine schlechter entwickelte Form des Pilzes, noch ohne Pusteln: »saltem nullas sphaerulas vidi«. Bei dieser Form führt Persoon ausdrücklich Umbelliferen-Stengeln als Substrat an. 600 F. Höhnel, Im Systema mycol. 1823, II. Bd., p. 559 führt Fries den Pilz als Dotliidea (Asteroma) Himaiitia an. Er sagt, daß derselbe auf Umbelliferen-Stengeln gewöhnlich ist und gibt eine Beschreibung, aus der wohl zu ersehen ist, daß er die Form meint, die man heute darunter versteht. In Fries, Summa veget. Scand. 1849, p. 425 wird der Pilz als zweite Asteroma-Avi angeführt. Rehm erkannte den Pilz als Ascomyceten (Ber. nat. Ver. Augsburg 1881, 26. Ber., p. 35) und gab ihn als Ascospora Himaiitia (Fries) Rehm in Ascom. exs. Nr. 131 aus. Rehm beschrieb die Sporen als einzellig mit zwei kleinen terminalen Kernen. Obwohl Winter die Sporen ganz richtig zweizeilig zeichnete (in Rabh. Kr. Fl., Pilze, II. Bd., p. 335), beschreibt er sie doch nach Rehm's Angaben unrichtig als einzellig. Die Gattung Ascospora wurde 1825 von Fries in Syst. orb. veget. Pars I. PI. homonemae, p. 112 aufgestellt. Hier erklärt Fries ausdrücklich die Sphaeria Aegopodii P. als den Typus der Gattung. Diese gehört aber, wie feststeht, zu Carlia Rbh.-Bon.-v. H. {■= Mycosphaerella Joh. p. p.). Darnach wäre Ascospora Fries 1825 rr Sphaerella Fries 1849 = Carlia Rbh. Allein Summa vegetab. Scand. 1849, p. 425 führt Fries als erste (Typusart) bei Ascospora die .4. brnnneola Fries an und die A. Aegopodii (P.) erst als fünfte Art. Die .4. brnnneola gilt heute als Sphaerella Fr. Ob es eine echte Sphaerella ist, muß ich dahingestellt lassen, da ich auf den untersuchten Exsikkaten stets nur eine eigentümliche Plecto- phoiua-a.Yt\ge Nebenfrucht und keinen Ascomyceten" fand. Jedenfalls scheint aber Sphaerella brnnneola keine Dothideacee zu sein. Man könnte nach dem Gesagten Ascospora Fries ver- schieden deuten; es wird am besten sein, die Gattung fallen zu lassen. Sphaeria Himantia kann daher nicht als Ascospora gelten. Siehe Fragment Nr. 1181. Diedicke hat (Ann. myc. 1911, IX. Bd., p. 534) eine Revision der Gattung Asteroma veröffentlicht. Derselbe hat indessen versäumt, vorher festzustellen, was eigentlich Asteroma D. C. ist. Das habe ich nun in Fragment Nr. 961. Fragmente zur Mj-kologie. 601 X\'III. Mitt.. 1916 getan. Darnach ist Asteroma D. C. eine Leptomelanconiee mit einem wenigstens anfänglich subcuti- culären tibrillösen Stroma und sehr kleinen Conidien, Gattung Nr. 350 in meinem neuen System der Fungi imperfecti in Falck, Mykol. Unters, u. Berichte, I. Bd., III. Heft, p. 301 bis 369). Demnach sind Die dicke's Asteroma-Avten gar keine solchen. Derselbe hat auch die Asteroina Himantia studiert und so wie schon Rehm 1881 die Ascomyceten- natur derselben festgestellt. Er fand, daß Asteroma Ronmegueri Kze., A. Buplenri S. et R. und A. Oertelii Syd. dieselbe Art sind und nannte den Pilz MycospliaereUa Hiniautia (P.) D. Allein der Pilz ist eine Trabutinee, die genau in die Gattung Omphalospora Th. et S. (Ann. m3X. 1915, XIII. Bd., p. 176 und 361) paßt. Er muß also Omplialospora Hiutanfia (P.) v. H. genannt werden. In dem subcuticulären, ausgebreiteten Stroma des Pilzes kommen auch Pykniden vor. Diese habe ich m Fragm. Nr. 166 (IV. iMitt., 1907) als Plectophoma Umbelli- feranuii v. H. beschrieben. Ich habe damals die subcuti- culären und subepidermalen Strömen noch nicht scharf von- einander geschieden, denn erst später erkannte ich die Wichtigkeit dieser Unterscheidung. Daher steht dort »Stromata unter die Epidermis eingewachsen«, was zu verbessern ist. Das untersuchte Exemplar ist jünger gewesen und daher fleischiger und noch nicht kohlig. Der Typus der Formgattung Plectophoma v. H. ist PL bacteriosperuia (Pass.), bei welcher Form kein Stroma zu finden ist. Daher gehört die PI. Uinbelliferaruui nicht m diese Gattung, sondern muß SticfochoreUa Umbelüferarnni V. H. genannt werden. Die Sticfochorella-Avten haben phyllachoroide Stromata mit Lokuli, deren Inhalt PlectopJiama-ähnWch gebaut ist. Auch Asteroiua Epilobii Fries ist eine Trabutinee, zu Enryacliora gehörig. Die Sphaerella Eryiigii (Wllr.) Fuck. b. Libanotis Fuckel (Symb. mycol. 1869, p. 105) ist nach Diedicke's Angaben (1. c, p. 541, Taf. XVIII, Fig. 12) auch mit einem subcuti- 602 F. Höhnel. culären phyllachoroiden Stroma versehen, in dem neben StictochorellaLokuVi noch unreife Schlauch-Lokuli auftreten (s. Fig. 12). Fuckel kannte den Schlauchpilz nur unreif, allein Diedicke sagt, daß er reife Gehäuse gefunden habe, die einen Mycosphaerella- artigen Nucleus besaßen, darnach ist der Pilz eine Eiiryachora, E. Libanotis (Fuck.) v. H. Da Diedicke bei Sphaerella Eryngii (Fr.) neben unreifen Perithecien auch Stictochorella-h6k.u]\ fand, muß dieser Pilz auch eine Eiiryachora sein {E. Eryngii [Fr.] v. H.), denn Diedicke sagt, daß der Pilz ganz mit der Form auf L/Z^^j-wofe übereinstimmt. Bei Euryachora Eryngii scheint übrigens, so viel ich an alten überreifen Stücken sah, das Stromagewebe nur schwach entwickelt zu sein. Noch bemerke ich, daß ich es für möglich halte, daß auch Pledoplioma hacteriospernia (Pass.) v. H. trotz des Mangels eines Stromas zu einer unbekannten Phyllachoracee gehört. Auch Dothidea Anetlii (Fries) = Sphaeropsis Aiiethi (P.) Fuckel = Sphaeria Anetlii P. =: Phoma Anethi (P.) Sacc. ist nach dem Exemplar in Fuckel, F. rhen. Nr. 1011 eine ganz unreife Phyllachoracee, deren wohlentwickelte Stromata sich aber unter der Epidermis entwickeln und mit ihr verwachsen sind. Sie enthalten viele eiförmige Schlauch- lokuli und sehr spärlich Conidienlokuli mit sehr kleinen stäbchenförmigen Conidien, deren Entstehung nicht zu er- kennen ist. Ich zweifle nicht daran, daß auch Sphaeria Cicittae Lasch (s. Fragm. Nr. 66, II. Mitt., 1906), die ich früher für eine Placosphaeria hielt und nun als eine Plectophotna erkannte, zu einer stromaarmen Phyllachoracee gehören wird. Ascospora melaena (Fries) wird in Saccardo, Syll. Fang. 1882, p. 48 als Asterina aufgeführt und wieder p. 513 als Sphaerella, während Niessl (Verhandl. naturf. Ver. Brunn 1876, XIV. Bd., p. 7) den Pilz als Asteroma beschreibt. Der Pilz hat nach dem Exemplar in Vi 11, F. bav. Nr. 930 ein phyllachoroides unter der Cuticula eingewachsenes Stroma Fragmente zur Mykologie. t'Öo mit ganz unreifen Lokuli. Die Sporen sind nach Niessl's Angaben in der Form und Größe von denen von Omphalo- spora Himaiüia (P.) v. H. kaum verschieden. Niessl beschreibt sie als einzellig und bestreitet Auerswald's zweifellos ganz richtige Angabe, daß die Sporen unter der Mitte septiert sind. Der Pilz ist, wie bekannt, ganz nahe mit Omplialospora Hiniantia verwandt, hat zweifellos ebenso geteilte Sporen und muß Omplialospora melaeiia (Fries) V. H. genannt werden. 1180. Über Asteroma Silenes Niessl. Der Pilz ist beschrieben in Verh. nat. Ver. Brunn 1876, XIV. Bd., p. 7. In der Syll. Fung. 1882, I., p. 47 heißt er Aster Ina Silenes (N.) Sacc, im XXII. Bd., p. 71 wird er zu Ascospora gestellt, wohin ihn zuerst Winter (die Pilze Deutschlands usw., II. Abt., 1887, p. 341) gebracht hatte. Da Herr Hofrat von Niessl die Güte hatte, mir den Pilz zu senden, konnte ich feststellen, daß derselbe eine typische Omplialospora Th. et S. ist (Ann. myc. 1915, XIII. Bd., p. 361), die mit den anderen Arten der Gattung: 0. mclaena (Fr.) v. H., himantia (P.) v. H., Stellariae (Lib.) und ambiens (Lib.) nahe verwandt ist. Der Pilz hat ein ausgebreitetes, subcuticuläres, 16 bis 30 {t dickes, aus einer bis wenigen Lagen von senkrecht gereihten^ offenen, 7 bis 12 [j. breiten schwarzbraunen Parenchymzellen bestehendes Trabutineen-Stroma, das nirgends zwischen die Epidermiszellen eindringt. Die zerstreuten, stellenweise dichter stehenden Lokuli sind 35 bis 40 [x breit und 25 [j. hoch. Ihre schwarze Decke ist 12 [x dick und bildet durch Ausbröckeln ein kleines Ostiolum. Die braune Basis ist flach oder wenig konkav, nur 4 bis 5 [x dick und drückt die Epidermis nicht hinab. Deutliche Paraphysen fehlen. Die wenigen Schläuche sind geballt achtsporig, keulig-eiförmig, unten breiter und dünnwandig, oben abgerundet-dickwandig, ungestielt und 20 bis 25 ^ 10 bis 12 [x groß. Die hyalinen Sporen sind länglich, gerade, oft etwas keulig, zweizeilig, 9 bis 11 «3*5 bis 4 [x groß. Die untere Zelle ist kaum 3 [x hoch, die obere Zelle enthält einige Öltropfen. 604 F. Höhnel, Der Pilz hat OmphaJospora Silenes (Niessl) v. H. zu heißen. 1181. Über Asteroma Epilobii Fries. Der Pilz wurde von Fries anfänglich im Systema myco- logicum 1823, II. Bd., p. 559 in die Gattung Dothidea Fries gestellt, zu der er Asteroina D. C. als Untergattung rechnete. In Summa vegetab. scandin. 1849, II., p. 425 steht der Pilz bei Asteroma D. C, wie noch heute. Den Typus dieser Gattung habe ich im Fragm. Nr. 961 (XVIII. Mitt., 191 G) genau beschrieben und als Pachystromacee erklärt. Da der- selbe, Asteroma Phytenmae D. C. jedoch nur von der Cuticula bedeckte, freie Conidienlager besitzt, habe ich ihn, trotz des mächtig entwickelten basalen Stromagewebes, in meinem neuen System der Fungi imperfecti (in Falck, Myco!. Unt. und Berichte, p. 338) sub Nr. 350 zu den Lepto- melanconieen v. H. gestellt. Asteroma Epilobii Fries wurde bisher nur selten reif gefunden. Die einzige mir bekannte Mitteilung über den reifen Pilz rührt von Jaczewski her (Bull. soc. myc. France 1896, XII. Bd., p. 96). Dieser fand, daß der Pilz ein Ascomycet ist, mit zweizeiligen grünlich hyalinen Sporen und nannte ihn Ascospora Epilobii (Fr.) Jacz. Allein der Pilz entspricht keiner der beiden Typen der Gattung Ascospora Fries. Diese Gattung wurde von Fries zuerst 1825 in S3^stema Orbis veget., I., p. 112 mit dem Typus Ascospora Aegopodii (P.) aufgestellt. Dieser Typus ist eine Carlia Rbh.-Bon.-v. H. = Mycosphaerclla Joh. Dann erscheint Ascospora wieder in Summ, veget. scand. 1849, p. 425 mit dem Typus Ascospora brunneola Fr. Dieser Pilz ist aber nach Jaczewski's Beschreibung (1. c, p. 94) eine Carlia mit reichlichen, eingewachsenen, die Perithecien um- gebenden Hyphen. Demnach wäre Ascospora Fries 1825 bis 1849 = Spliae- rella Fries = Carlia Rbh.-Bon.-v. H. In der Tat wird Ascospora heute noch als Schlauchfruchtgattung aufgefaßt. Allein Fries verstand unter den Ascosporei in Summa veg. scand. 1849 nur Pilze ohne Schläuche, also Nebenfruchtformen, Fragmente zur Mykologie. ÖOö die er an den noch lebenden Pflanzenteilen fand, wo die zugehörigen Schlauchpilze noch gar nicht aufgetreten waren. Diese sind zumeist erst lange nach Fries bekannt geworden. Die Untersuchung zeigte mir, daß es sich bei Ascospora um jene Nebenfrüchte von Carlia handelt, welche sehr kleine stäbchenartige Conidien haben und welche heute, soweit sie richtig eingereiht sind, bei den Gattungen Asteromella Pass. et Thüm., Plectoplioma v. H. und Stictochorella v. H. stehen. Demgegenüber ist aber Ascospova Epilobii (Fr.) Jacz. eine ganz typische Etiryachora. Daher kann Jaczewski's Benennung des Pilzes nicht aufrechterhalten bleiben, der Pilz muß nun Enryachora Epilobii (Fr.) v. H. genannt werden. Sehr schön ausgereifte, von P. P. Strasser im Mai 1916 am Sonntagsberge in Niederösterreich gesammelte Exemplare von Asteroma Epilobii Fr. versetzten mich in die Lage, über den Pilz völlig ins klare zu kommen. Die von dem Pilze befallenen Stengel von Epilobiiiui angtistifolium zeigen schwarze, schwach glänzende Flecke, die oft mehrere Zentimeter lang sind und ringsherum gehen. Am Rande sind diese Flecke oft netzig durchbrochen oder dendritisch verzweigt. Auf den Flecken stehen locker oder dicht zerstreut glänzende Höcker, die jenen Stellen entsprechen, wo sich die Ascusfrüchte befinden. Die schwarzen Flecke rühren vom Stroma her, das sich unter der Cuticula entwickelt, anfänglich und am Rande der Flecke auch bleibend aus einer einfachen Lage von dunkelbraunen Hyphen besteht, die parallel flächen- und bandartig miteinander verwachsen sind, am Rand radiär verlaufend. Diese Hyphen sind 4 bis 8 [jl breit und bestehen aus 8 bis 14 [j. langen, mäßig derbwandigen Zellen. Wo das Stroma dicker wird, etwa bis 20 [x, besteht es aus mehreren Zell- lagen. An den Stellen, wo sich die Lokuli befinden, wird das Stroma bis 80 [x dick und besteht hier aus senkrecht gereihten braunen Zellen. Doch bleibt das Stromagewebe auch an solchen Stellen meist dünner und läuft über die Lokuli hinweg, welche dann 606 F. Höhnel, peritheciumartig entwickelt sind. Diese sind dann etwas niedergedrückt kugelig, 95 bis 120 [i breit und zeigen eine dunkelbraune 16 bis 18 [x dicke aus 2 bis 4 Lagen von offenen 8 bis 10 {). breiten Parenchj'mzellen bestehende Wandung. In die Epidermis dringt das Stroma auch an den dicksten Stellen nicht ein. Die Lokuli öffnen sich oben mit einem kleinen rundlichen flach-papillenartigen Ostiolum. Paraphysen fehlen. Die wenig zahlreichen vSchläuche sind ungestielt, keulig, dünnwandig, achtsporig und etwa 40^ 10 bis 11 [i groß. Die schwach grünlich-hyalinen Sporen stehen schief einreihig oder zwei- reihig, sind zweizeilig und meist 12 bis 13 5=; 4-5 bis 6 jx groß. Sie zeigen einige kleine Öltröpfchen im Inhalt und eine charakteristische Form. Die untere Zelle ist etwas kleiner als die obere und unten abgerundet, etwa 4 bis 5 [i hoch. Die obere Sporenzelle ist etwas breiter, 8 bis 9 [x hoch und zeigt oben einen kegeligen oder zapfenartigen Fortsatz. Im ganzen sind die Sporen länglich-spindelig, mit einem spitzen und einem stumpfen Ende. Auf denselben Stengeln war auch die bekannte Didy- niella fenestrans (Duby), und zwar häufig auch unter dem Etiry achor a-Stroma entwickelt, das dann von den Schnäbeln der Didymella stachelig- rauh war. Asterina Epilobii Desm. 1857 wächst auf den Blättern und ist eine t5''pische Ventiiria, also ein ganz anderer Pilz als Asteroma Epilobii Fries. Siehe dagegen Rehm in Ann. myc. 1909, VII. Bd., p. 413. 1182. Über Excipula stromatica Fuckel. Der in Symbol, mycol. 1869, p. 400 unter obigem Namen als Dichaenacee beschriebene Pilz wurde von Fuckel 1871 (Symb. myc, I. Ntr., p. 329) als Phacidiacee betrachtet. In der Syll. Fung. 1889, VIII. Bd., p. 585 erscheint er als Dermatee in der Gattung Ephelina Sacc; Rehm (Hj^ster. und Discom. 1887 bis 1896, p. 1244) stellt ihn zu den Hetero- sphaeriaceen in die Gattung Scleroderris. Bei Boudier (Hist. et Classif Discomyc. 1907, p. 135) erscheint er wieder Fragmente zur Mykologie. Ö07 in der Gattung Ephelina, die er zu den Mollisiaceen stellt. Schließlich betrachtet ihn auch Rehm 1912 (Ben bayr. bot. Gesellsch., XIII. Bd., p. 184) als Ephelina, die er zu den. Eupyrenopezizeen stellt. Die Untersuchung von Fuckel's Originalexemplar in den Fung. rhen. Nr. 2150 zeigte mir, daß der Pilz eine Dothideacee ist. Der auf dünnen Stengeln von Silene nutans wachsende Pilz hat ein ausgebreitetes gut entwickeltes Stroma, in dem zahlreiche dicht stehende Lokuli sitzen. Das Stroma ist im wesentlichen zwischen der Epidermis und der darunter- liegenden Faserschichte eingewachsen, doch wird stellenweise auch die Epidermis vom Pilzgewebe ausgefüllt. Dasselbe ist ringsum scharf begrenzt, wo sich Lokuli befinden 70 bis 80 jj-, sonst nur 16 bis 36 \l dick. Außerdem finden sich auch Stellen, wo einfache Dothithecien-artige zerstreute Lokuli in Herden auftreten. Das Stromagewebe besteht aus rundlichen braunkohligen 4 bis 7 [x großen Zellen, die meist unregelmäßig angeordnet sind. Die Basalschichte ist etwa 25 [x, die Deckschichte über den Lokuli 8 bis 18[jl dick. Die dicht stehenden Lokuli sind scharf voneinander getrennt, flach, etwa 40 [x hoch, 120^ lang und 50 [x breit. Sie zeigen keine Spur von einer eigenen Wandung. Para- physen fehlen völlig. Die parallel stehenden Schläuche sind stiellos, keulig, unten meist, bauchig, oben bis 6 [x stark verdickt und etwa 28 - 8 bis 10|x groß. Jod gibt keine Blau- färbung. Die acht Sporen liegen zweireihig, sind hyalin, zart- häutig, mit körnig-wolkigem Inhalt, an den Enden abgerundet verschmälert, länglich-keulig, oben breiter und 7 • 5 bis 9 • 5 i=: 1 • 8 bis 2-5 [X groß. Ich fand nur wenige anscheinend reife Sporen außerhalb der Schläuche. Dieselben waren einzellig. Die untere Hälfte der Sporen ist schmäler als die obere. Der Pilz ist nicht ganz reif und wäre es möglich, daß die Sporen schließlich zweizeilig werden. Indessen gibt auch Fuckel an, daß die Sporen länglich- keulig und einzellig sind. Die Lokuli öffnen sich schließlich oben meist länglich und ziemlich weit. 608 F. Höhnel, Der Pilz wird als Scirrhinee aufzufassen sein und wäre bis auf weiteres CatacamneUa stromatica (Fuck.) v. H. zu nennen (s. Ann. myc. 1915, p. 177 und 400). 1183. Über Xyloma aquilinum Fries. Beschrieben in Fries, Observat. mj^col. 1815, I. Bd., p. 362. Im Systema mycol. 1823, II. Bd., p. 522 nannte Fries den Pilz Spliaeria aquüina. C. F. Schumacher nannte ihn 1803 Hysterium aqinlitmm. Rehm stellte denselben anfänglich zu Hypoderma, dann in seinem Discom^^cetenvverke 1888 zu Schizothyrhmi. Ebenso Boudier 1907. Die Untersuchung des Exemplares in T hürnen, Mycoth. univ. Nr. 73 zeigte mir, daß der Pilz eine Dothideacee ist. Die kleinen flachen Stromata entwickeln sich im Mittel- teile ganz in der Epidermis, deren Außenwand abgesprengt wird und mit der 20 bis 30 [x dicken dunkelbraunen Decke fest verwachsen ist. Am Rande erscheinen am Querschnitte häufig 3 bis 4 Epidermiszellen, die teilweise mit braunem Pilzgewebe erfüllt sind, unzersprengt; da ist dann das Stroma von der Epidermis bedeckt und mit ihr verwachsen. Da wird nun die erste Zellschichte unter der Epidermis gesprengt, so daß sich das Stroma in der Mitte ganz in der Epidermis und (stellenweise) am Rande in der ersten Parenchymzell- lage unter ihr befindet. Das Deckengewebe besteht aus 4 bis 5 [JL großen Parenchymzellen, die nach Innen zu ganz all- mählich fast hyalin werden. Das Innen- und das Basalgewebe sind sehr blaß bräun- lich. Ersteres besteht aus 4 bis 6 |x langen, zarthäutigen, senkrecht gereihten Zellen. Im Stroma liegen am Querschnitte zwei rundliche, etwa 80 |A große, gut begrenzte Lokuli. Im ganzen sind meist 4 bis 5 Lokuli vorhanden, die sich oben rundlich öffnen. Schläuche keulig, Paraphysen vorhanden, Sporen hyalin zweizeilig. Der ganze Pilz hat durchaus nichts kohliges und ist eher fleischig weich. Aus diesen Angaben ist zu ersehen, daß der Pilz weder eine ausgesprochene Placostroma noch eine Endodothella ist Fragmente zur Mykologie. bü9 (Ann. myc. 1915, XIII. Bd., p. 407 und 582). Immerhin scheint die Typusart Placostronta Pterocavpi (Mass.) Th. et S. ein sehr ähnlicher Pilz zu sein, daher ich den Pilz als Placostronta aquilinum (Fr.) v. H. einreihe. 1184. Über die Gattung Rhabdostroma Sydovv. In Ann. myc. 1915, XIII. Bd., p. 420 geben Theissen und Sydow an, daß Apiospora airuispora (Speg.) Rehm var. Rotthoelliae Rehm 1914 ein sphaerialer Pilz ist. - H. u. P. Sydow stellten nun für diesen Pilz die neue Sphaeriaceen-Gattung Rhabdostroma in Ann. myp. 1916, XIV. Bd., p. 362 auf. Vergleicht man den Pilz, dessen Original- exemplar ich untersuchen konnte, mit Apiospora Montagnei Sacc. in Rabenh. -Winter, F. europ. Nr. 3157, so findet man, daß sich beide Pilze bis auf die verschiedene Sporen- größe vollkommen gleichen, daher Rhabdostroma Sydow =z Apiospora Sacc. ist. Auch Apiospora Montagnei hat anfänglich ein blasses, nur oben dunkleres Stroma und Lokuli, die fast perithecien- artig aussehen. Erst wenn der Pilz ganz reif ist, wird das Gewebe dunkel. Theissen und Sydow gaben 1. c, p. 419 an, daß Apiospora Montagnei einen epidermalen Clypeus besitzt und keine Paraphysen hat. Diese Angaben sind jedoch falsch. Es sind sehr zahlreiche, zarthäutige Paraphysen mit vielen Öl- tröpfchen vorhanden und die Epidermis bleibt vom Slroma so gut wie vollkommen frei. Dies zeigt sich schon daran, daß die Stromata von außen gesehen grau und nicht schwarz sind, wie das der Fall ist, wenn ein epidermaler Clypeus vorhanden ist. Schwarz erscheinen dieselben erst dann, wenn die vermorschte Epidermis abgefallen ist. Die Stromata von Apiospora Montagnei entwickeln sich 2 bis 3 Faserlagen unter der Epidermis. Diese subepidermalen Sclerenchymfasern sind mit Stromagewebe ausgefüllt; die inneren derselben werden auch vom Stroma eingeschlossen, während an der flachen Basis der Strömen keine eingeschlossenen Gewebselemente der Nährpflanze zu finden sind. Die Epidermis- 610 F. Höhnel, Zellen über dem Stroma sterben ab, zeigen aber kein Stroma- gewebe in den Lumina, höchstens, daß ganz kurze Fort- sätze des Stromas zwischen den Epidermiszellen stellenweise eindringen. In der Mittellinie des Stromas beginnt die Epidermis abzubröckeln, wodurch daselbst die Stromaoberfläche frei- gelegt wird. Hier entsteht nun ein wenig eindringender Riß im Stroma, durch welchen die flachen Mündungen der Lokuli frei werden. Manche Strömen von Apiospora Rotthoelliae (Rehm) V. H. bilden keine Schlauchlokuli, dafür aber entstehen oben am noch weichen Stroma an rasig stehenden, schwärzlichen, meist etwas eingekrümmten, einfachen, einzelligen 14 bis 16^3 bis 4 jj- großen Trägern einzeln endständig, dick linsen- förmige 20 bis 24 [j. große, 10 bis 12 {x dicke, schwarze Conidien, die am Rande von der Schmalseite gesehen einen weißen Spalt zeigen. Diese Conidien sehen ganz so aus, wie die von Papnlaria sphaerosperma (P.) v. H., nur sind sie viel größer. Ganz gleich gebaute Conidienformen sind viele von zahlreichen Süßgräsern als Coniosporhun- und Melan- conmm-Avten beschrieben worden, mit linsenförmigen Conidien, deren Größe von 4 bis 30 [x schwankt. Alle diese Formen gehören nach meinem Fragmente Nr. 990 (XVIII. Mitt., 1916) in die Tubercularieen-Gattung Papnlaria Fries-v, H. Die beschriebene zu Agiospora Rotthoelliae (R.) v. H. gehörige Art mag Papnlaria Rotthoelliae v. H. heißen. Zu Apiospora Montagnei Sacc. gehört wahrscheinlich die Papnlaria hysterina (Sacc.) v. H. mit 18 bis 21 [x großen Conidien. Zweifellos gehört Papnlaria saccharina (Penz. et Sacc.) V. H., in Penzig et Saccardo, Icon. Fung. javanic. 1904, p. 97 als Melanconium, zu Apiospora camptospora Penz. et Sacc. (1. c, p. 12), da sie beide am selben Tage und Orte auf Zuckerrohrblättern gesammelt wurden. Die Papnlaria- Arten gehören offenbar alle zu dothidealen Pilzen, soweit bisher bekannt zu Arten der Gattungen Apio- spora und Rhopographns. Wenn die Angabe Sydow's (Ann. myc. 1916, XIV. Bd., p. 362) richtig ist, daß Scirrhiella Speg. den gleichen Bau Fragmente zur M\-kologie. bll hat, wie Rhäbäostroma Sj^d., dann muß Scirrliiella ciivvi- spora Speg. auch eine Scirrhinee sein, trotz der Angabe Theissen's und Sydow's in Annal. myc. 1915, XIII. Bd., p. 180, daß der Pilz eine Sphaeriacee ist. Für die Annahme, daß der Pilz eine Scirrhinee ist, spricht auch die dort gegebene Beschreibung, die sehr an Apiospora erinnert. Die Form der Sporen ist nach Spegazzini's Angaben ganz die von Apiospora Rottboelliae und A. camptospora, nur sollen die Sporen einzellig sein. Ich vermute, daß Spegazzini's Angabe auf nicht ganz ausgereiften Exemplaren beruht, oder daß er die Querwand der Sporen übersehen hat. Auch glaube ich, da.Q Melaiiconinm? bomhycimim Speg. (Syll. F., X. Bd., p. 474) die Papularia- Nebenfrucht von Scirrkiella curvispora ist, da beide Pilze auf Bambusrohr wachsen und aus derselben Gegend stammen. Es ist daher die Frage zu prüfen, ob nicht Scirrliiella Speg. (1884?) einfach gleich Apiospora Sacc. (1875) ist. 1185. Über Sphaeria Aspidiorum Libert. Der bekannte Pilz wurde von Niessl in Krieger, F. saxon. Nr. 240 als Monograplios microsporiis noch einmal beschrieben (Bubäk in Ber. deutsch, bot. Ges. 1916, 34. Bd., p. 324). Saccardo stellte ihn 1891 mit Zweifeln zu Scirrhia (Syll. Fung., IX. Bd., p. 1040). Theissen und Sydow (Ann. myc. 1915, XIII. Bd., p. 417) vermuten, daß er eine Didy- mella ist. Bubäk (1. c, p. 328) erklärte ihn für eine Scirrhia. Die Untersuchung des Pilzes zeigte mir, daß derselbe eine ScirrhoäotJiis Th. et S. ist. Das Stroma entwickelt sich in der Mitte direkte unter der Epidermis, am Rande und an den beiden spitzen Enden 1 bis 2 Faserlagen unter der Epidermis. Es besteht ganz aus senkrechten, parallelen Reihen von dünnwandigen, kurzprismatischen, braunen Parenchym- zellen, die oben eine dünne, schwarze Decke bilden, welche mit der Epidermis verwachsen ist. Die Lokuli stehen in einer Reihe und haben keine Spur einer eigenen Wandung. Die Mündung derselben ist flach und dothideal. Jod gibt keine Blaufärbung des Porus der Schlauche. Paraphysen sind vor banden. 612 F. hühnel, Von diesem Pilz ist bisher keine Nebenfrucht bekannt geworden. Ich fand nun bei dem oben angegebenen Exem- plare, daß öfter in den Stromaten große Conidienlokuli auf- treten, die oben mit einer 25 [x weiten Mündungspapille sich öx'fnen und bis über 500 [i lang werden. Diese Lokuli sind dicht mit einzelligen hyalinen, länglichen oder stäbchenförmigen, etwa 5 bis 7^1-6 bis 2 [x großen Conidien ausgefüllt, die ohne merkliche Träger entstehen. Ob sie durch schleimige Histolyse des Binnengewebes entstehen oder ohne Träger aus den hyalinen Wandungszellen der Lokuli sprossen, konnte nicht festgelegt werden. Diese Nebenfrucht der Scivrhodothis Aspidiorum (Lib.) V. H. ist offenbar derselbe Pilz, den Bubäk (1. c, p. 299) als Spliaeriothyrimn filicinmn beschrieben hat, dessen Zu- gehörigkeit bisher unbekannt war. Sphaeriothyriwm pvaecastrense (L. Mass.) B. muß auch zu einem verwandten Pilz gehören. Es muß noch geprüft werden, ob Scirrlwdothis conßneiis (Starb.) Th. et S. (Ann. myc. 1915, Xffl. Bd., p. 415) von Scirrhodothis Aspidiorum (Lib.) v. H. wirklich verschieden ist. Die in Ann. myc. 1915, XIII. Bd., p. 415 aufgestellte Gattung Scirrlwdothis Theissen et Sydow wird 1918 in Ann. myc, XVI. Bd., p. 7 mit Scirrhia Nke. wieder vereinigt. Dies muß indes noch näher geprüft werden, denn Scirrhia ist nach meiner Auffassung eine mit Carlia Rbh.-v. H. (= Sphaerella Fries) nahe verwandte Anpassungsgattung und es fragt sich, ob dies auch von Scirrhodothis conßuens (Starb.) gesagt werden kann. 1186. Über Leptothyrium filicinum v. H. Im Fragmente zur Mykologie Nr. 925, XVII. Mitt., 1915 gab ich an, daß Leptostroma Jilicimtm Fries ein Lepto- thyrium ist. Nun hat aber die Untersuchung der Originalexemplare dieses Pilzes gezeigt, daß derselbe ein Ascomycet ist (Bubäk in Ber. deutsch, bot. Ges. 1916, 34. Bd., p. 312). Damit stimmt die auffallende Tatsache überein, daß derselbe eigentlich seit Fragmente zur Mykologie. 'US mehr als 70 Jahren nicht wieder gefunden wurde; die wenigen unter dem Namen Leptosiroma filiciniini Fr. ausgegebenen Exsikkaten sind alle voneinander verschieden. Offenbar wußte niemand, was der Pil;: ist, denn daran, daß derselbe ein be- kannter Ascomycet sein werde, konnte nicht gedacht werden. Mein Exemplar in Roumeguere, F. sei. gall. Nr. 479 enthält nur Rliopographus Pteridis und die Nr. 3589 derselben Sammlung einen entleerten Ascomyceten, vielleicht Scirrho- pliragma regalis Th. et Syd. Mein Exemplar in D. Saccardo, Mycoth. italica Nr. 975 ist anscheinend ein ganz unreifes und steriles Cohiuiuotlivrinui. Nur der in Desmazieres, PI. crypt. France 1839, Nr. 9Vi9 auf Osmunda ausgegebene Pilz ist etwas besonderes, auf ihn beruht meine Angabe in F"ragm. Nr. 925. Derselbe ent- spricht sehr gut der Fries'schen Beschreibung und schien mir daher das echte Leptostroma ßlicinuni Fr. zu sein. Dieser Pilz scheint seit 1839 nicht wieder beachtet worden zu sein. Er bildet auf den Blattstielen meist kleinere, doch bis 16 nun lange und 1 uini bi-eite schwarze Streifen, die auch öfter zu 2 bis 3 mm breiten verschmelzen. Er entwickelt sich streng in der Epidermis und ist mit der Außenwand derselben fest verwachsen. Er besteht ganz aus senkrecht parallelstehenden. 4 p. breiten Reihen von kurzen zylindrisch - prismatischen Zellen. Die 12 bis 30 ;x dicke Deckschichte ist opak schwarz, an dünnen Schnitten erkennt man jedoch, daß dieselbe aus zahlreichen Lagen von dünnwandigen, ganz flachen Tatel- zellen besteht. Die 40 bis 50 ;j- dicke Mittelschichte besieht aus hyalinen, etwa 4 bis 5 p. hohen Zellen: die Basalschichie ist von der Mittelschicht nicht scharf abgegrenzt, bald fast hyalin, bald braun und bis 12[x dick. Der Pilz ist jedenfalls eine intraepidermale Dothideacee. Vergleicht man damit Querschnitte von unreifer Rliopographus Ptcriäis, so sieht man, daß sich diese zu'ischen der Epidermis und der darunter liegenden Faserschichte entwickelt, und daß beide voneinander sicher \'erschieden sind. Aus dem Umstände, daß Fries in Observat. m3''G. 1815, I. Bd., p. 197 sagt; In stipitibus Osnmndae regalis etc.«, Sitzb. d. malhem.-naturw. KL, Abt. I, 128. P.d. -t-^ t314 F. Hölinel, und im Syst. mj^c. 1828, II. Bd., p. oW, Pteris, Osmnnda und AspiJinm als Nährpilanzen des Lepiostronia filicinimi an- führt, geht mit Sicherheit hervor, daß es sich um eine zu streichende Mischart handelt. Die Form auf Osmunda wird wohl die oben beschriebene, reif noch nicht bekannte Scirrhinee in der Desmazieres'schen Nr. 999 sein. Die Form auf Pteris wird Rhopographus PteriJis sein, die äußerlich der auf Osinmiäa sehr ähnlich sieht und in Nr. 479 der Fungi gallic. in der Tat als Leptostroma ßlicinmn ausgegeben wurde. Die Form auf Aspidiiiin ist vielleicht ein Monographns^. 1187. Über Dothidea Prostii Desmazieres. Der Pilz ist in Ann. scienc. nat. Bot. 1847, H. Ser., VIII. Bd., p. 175 beschrieben und in Desmazieres, PI. crypt. France 1853, Nr. 87 ausgegeben. Derselbe ist jedenfalls identisch mit Sphaeria Hell ebori Chaill. in Fries, Sj^'st. myc. 1828, II. Bd., p. 512. Er wird heute als Didyntella Hellebor i (Chaill.) Sacc. (Syll. F. 1882, I. Bd., p. 553) eingereiht. Er wurde zuerst näher von Fuckel (Symb. m\x. 1869, p. 112) als Sphaeria Hellebori Chaill. beschrieben und in den Fung. rhen. Nr. 893 ausgegeben. Doch konnte ich dieses Exemplar nicht unter- suchen. Er findet sich noch in D. Saccardo, Mycoth. ital. Nr. 851. Das Exemplar in Roumeg., F. gall. Nr. 3044 ist un- brauchbar. Das in der Nr. 3428 ist eine Verniiatlaria. Die Untersuchung des Originalexemplares von Desmazieres hat mir gezeigt, daß der Pilz gewiß keine Didyntella ist, sondern nur als Phyllachorinee aufgefaßt werden kann, wo er eine neue Gattung darstellt, die ich Haplotheciella nenne, \on EndodotheUa durch die perithecienähniichen Lokuli, die in der Epidermis entstehen, verschieden. Auch die Nebenfrucht dürfte eine andere sein. Der Pilz entwickelt sich im wesentlichen in der Epidermis und ist mit der Außenwand derselben fest verwachsen. Das Fragmente zur Mykologie. ' 615 Stromagewebe ist nur angedeutet durch braune, derbe Hyphen, die in der Epidermis, meist mit der Außenwand derselben verwachsen, teils aber auch in einigen Zellschichten unter derselben verlaufen. Die Lokuli sind zumeist pyknidenartig entwickelt, mit violettbraunen, länglichen, einzelligen 5 bis H ^ 2 bis 3 [X großen Conidien. Zwischen diesen Pykniden- Lokuli stehen meist vereinzelt perithecien-artige Lokuli, welche Schläuche mit untypischen Paraphysen führen. Diese gehäuse- artigen Lokuli zweierlei Art stehen in mehr minder dichten Krusten in der Epidermis, deren Außenwand über jedem Ostiolum durchbrochen wird. Nicht selten brechen auch einzelne Conidienlokuli stärker durch. Die Schlauchlokuli sind fast kugelig, 220 |x breit und 190|x hoch, haben eine kleine, breite Mündungspapille mit einem rundlichen Ostiolum und eine ringsum fast gleich- starke 25 [j. dicke Wandung, die aus 4 bis 5 Lagen von 8 bis 10 |x großen, etwas abgeflachten, violettkohligen Par- enchymzellen besteht. Die keuligen, derbwandigen, kaum gestielten Schläuche sind etwa 80 « 1 1 ;x groß und enthalten acht 1- bis 2-reihig angeordnete, hyaline, spindelförmige, 18 bis 22 =; 5 bis 7 [x große Sporen, deren obere Zelle öfter etwas breiter als die untere ist. Die viel zahlreicheren Conidienlokuli stehen meist dicht aneinander, sind durchschnittlich etwas kleiner als die Schlauch- früchte und haben eine wenig dünnere Wandung. Conidien- träger wurden nicht gesehen. Der Nucleus der Schlauchlokuli ist ganz dothideaceen-arfig gebaut. Die Conidiennuclei könnten formell als zur Formgattung Microsphaevopsis v. H. gehörig betrachtet werden, müssen aber doch wohl in ein eigenes Formgenus gestellt werden. Haplotheciella v. H. n. G. Stroma nur durch gefärbte Hyphen angedeutet. Schlauch- lokuli kohlig, peritheciumartig, kugelig, in der Epidermis ein- gewachsen, mit der Außenwand derselben verwachsen und diese mit der Mündungspapille durchbohrend. Paraphysen vorhanden. Schläuche achtsporig. Sporen hyalin gleich-zwei- zeilig. 618 V. Hcihnel, Typusart: Haplotheciella Hellebori (Chaillet) \-. H. Syn. : SpJuicria Hdlchuri Chaillet 1823. Doth idea Prosta Desma%iei-es 1847. Didyiiicl/a Hcllchori (Chaill.) Sacc. 1882. Für die Nebenfrucht stelle ich die Gattung Dofhisphaeropsis auf, die sich von Microsphaeropsis v. H. (= Coniofhyrinm Sacc. non Cor da) durch das rasige Eingewachsensein der P3^knidenartigen Lokuli in der Epidermis, die kaum sicht- baren Conidienträger und die Zugehörigkeit zu einem dothi- dealen Pilze unterscheidet. Dothisphaeropsis v. H. n. G. Nebenfrucht von Haplotheciella \\ H. J\\'knidenartige Lokuli kohlig, rasig \'erwachsen, in der Epidermis eingewachsen, mit durch braune Hyphen angedeutetem Stroma, rundlich, mit der Epidermisaul.ienwand verwachsen. Ostiolum rundlich. Conidienträger kaum sichtbar. Conidien klein, einzellig, länglich oder rundlich, gefärbt. Typusart: Dothisphaeropsis Hellebori \. H. Da sich Haplotheciella ganz in der Epidermis entwickelt, pal.1t die Gattung weder zu den Scirrhineen noch zu den Phyllachorineen. 1188. Über die Calicieen. Rehm hat in seinem Discomycetenwerke die Calicieen zwar aufgenommen, aber nicht eingereiht, sondern nur als Anhang hinter die Patellariaceen gestellt. In dem heutigen Systeme der Flechten werden die Discomyceten-Flechten in drei große Unterreihen eingeteilt, in die Coniocarpineen, Graphidineen und CN^clocarpineen. Die Caliciaceen und die Cj'pheliaceen, welche Rehm von den ersteren nicht abtrennt, stehen bei den (Joniocarpineen und werden dadurch in einen völligen Gegensatz zu der Masse der übrigen Discomyceten gebracht. Es fragt sich nun. ob eine solche Absonderung der Calicieen von den anderen Discomyceten gerechtfertigt ist. Fragmente -/aw Mykolo.^ie. (>1 / Als Hauptmerkmal der Calicieen (und Cvplieliaceen) gilt der Umstand, daß die Schläuche derselben meist sehr zart- häutig sind urid bald zerfallen. Infolgedessen werden die Sporen nicht hinausgeschleudert, bleiben zunächst im Hymenium liegen und gelangen dann allmählich auf die Oberfläche des- selben, ein Vorgang, der vielleicht duicli das häufig \'or- kommende nachträgliche Auswachsen der Paraphysen gef('>rdert wird. Die Sporen bilden schließlich eine auf der Scheibe liegende staubartige Masse, die von den langen Paraphysen- enden durchsetzt, das sogenannte Mazaedium dai-stellt. Auf Grund dieser Eigentümlichkeit wird nun den Calicieen eine ganz gesonderte Stellung angewiesen. Diesem \'(_)rgange kann, ich mich niclnt anschließen. Zunächst ist da grundsätzlich festzustellen, daß die Mazae- diumbildung keine morphologische Tatsache, sondern ein biologischer oder physiologischer Vorgang ist, den man wohl zur Abgrenzung \on Arten oder Gattungen heranziehen kann, nicht aber zur ^Aufstellung \'on P'amilie'n oder gar großen Abteilungen. Wenn man dies tut, gelangt man zli künstlichen Systemen. Daraus erklärt sich, warum Rehm, der die Familie der Calicieen annahm, nicht wußte, wo er sie unterbringen, sollte. In einem auf den Bau begründeten .System, imd ein solches sollte ja Rehm's System sein, kann natürlich eine biologisch begründete Familie keinen Anschluß finden. Ein richtiges, möglichst natürliches S\'stem darf nur auf morphologischen Tatsachen beruhen. \'on diesem Gesichtspunkte ausgehend, war es mir klar, daß die Calicieen-Gattungen im Baue voneinander sehr ver- schieden sein werden, was die Untersuchung auch bestätigt. Dazu kommt noch der L'mstand, daß die Mazaedium- bildung bei den Calicieen durchaus keine durchgreifende Erscheinung ist. Bei dem häutigen Calicinin praeccdens sind die .Schl^iuche verhältnismäßig durchaus nicht zarthäutig und konnte ich mich \'on dem \'orhandensein eines Mazaediums nici""L über- zeugen und bei den Stenocybe- Avie,n fehlt, wie schon Rehm richtig bemerkt, ein solches stets \ollkommen. 618 F. Höhne], Mit Ausnahme von Coiiiocybe haben alle hierhergehörigen Gattungen braune bis schwarze Sporen. Wenn dies nicht der Fall wäre, wäre das Mazaedium wahrscheinlich nie für etwas besonderes gehalten worden. Bisher galten die Calicieen für eine sehr natürliche Familie, ohne nähere \"'erwandtschaft mit anderen. Das ist aber unrichtig. Schon Calicitiui und Stenocybe schließen sich sehr gut an Phialea und namentlich Poiilhiui an. Offenbar waren es die gefärbten Sporen, welche verhinderten, daß diese Verwandtschaft nicht schon längst erkannt wurde. Es gibt in der Tat nun auch Sclerotinien mit gefärbten Sporen {Lamhertella \. H.) und Ciborien {Phaeociboria v. H.). Dazu kommt noch, daß es eine von Rehm beschriebene Form gibt, deren ganz nahe Verwandtschaft mit Stenocybe er völlig übersah und die er in die Galtung Belniioscyplui einreihte. Es ist das die Belonioscyplia nielanospora R., für welche in der Syll. Fung. 1S89, VIII. Bd., p. 496 die Abteilung Scelobelouinni .Sacc. aufgestellt wurde, die ich 1905 in Anr. naturhist. Hofm., XX. Bd., zur Gattung erhoben habe. Dieser Pilz unterscheidet sich von Stenocybe fast nur durch die keuligen Schläuche und die gelatinös knorpelige Beschaffen- heit der H3'phen, Man sieht daher, daß einzelne Gattungen der Calicieen einen ganz natürlichen Anschluß in anderen Familien haben. Die Untersuchung der einzelnen Calicieen-Gattungen ergab folgendes. 1. Calieiopsis stenocyboides (Nyl.) ist nach Rehm gleich Caticiopsis pinea Peck 1880, die Grundart der Gattung. Dieser Pilz ist, wie mir die Untersuchung zeigte, kein Discomycet, sondern eine Coryneliacee, die von Capnodiella maxima (B. et C.) =1: Sorica Duseni Giess. nicht gattungs- verschieden ist (Fragm. z. Myk. Nr. 705, XIII. Mitt, 1911). Daher ist Capnottie/la Sacc. 1882 bis 1905 gleich Hypsotlicca Ell. et Ev. 1885, gleich Sorica Giessenh. 1904, gleich Caticiopsis Peck 1880. Letzterer Pilz hat Ccilicii>/Ksis maxima (B. et C.) V. H. zu heißen. l-"ragnienlL' zur .\l\'knloL;ie. t)19 '2. Sphinctrina tiiybinuta (P.) ist im wesentlichen parallei- faserig aus weichen, gelatinös knorpelig dickwandigen Hyphen aufgebaut und schließt sich gut an Phialea an. Das Excipulum ist ziemlich dick und vollständig entwickelt. 3. ('yphelium brnuHeohini (Ach.) hat ein gut entwickeltes dickes Excipulum, das so wie der Stiel aus dünnen, wenig verdickten parallelen braunen, dicht verwachsenen Hyphen aufgebaut ist. Das Gewebe ist fest, lederig. Der Pilz findet seinen besten Anschluß bei Scleroderris und Henriqiiesia, die einander nahestehen. ;i. Acolinm sessile (P.) hat hervorbrechende, ungestielte, parenchymatisch gebaute Fruchtkörper. Das sehr dicke Exci- pulum besteht aus zur Außenfläche senkrecht gereihten Zellen. Wird seinen Anschluß bei den Cenangieen finden. ö. ('ali\-inm praecedeus Nylander hat zarte, langgestielte Fruchtkörper, die streng parallelfaserig aufgebaut sind und aus weichen, dicken, deutlichen gelatinösen Hyphen bestehen. Excipulum dünn, Anschluß bei PJüalea. 6. Stenocybc major Nyl. verhält sich ganz ebenso, nur sind die Hyphen nicht gelatinös. Mazaedium fehlend. Anschluß bei PIÜLilea. 7. (oniocybc nivea {Hoiim) ist ein hellfarbiger, fleischiger, im wesentlichen parallelfaseriger Pilz, mit langem Stiel und rundlichem Köpfchen. Rehm bildet ihn in seinem Discomyceten- werke als mit gut entwickeltem Excipulum versehen ab. Allein das ist unrichtig. Coniocybe uivea (H.), von der Conio- vybe pi/curiforiiiis Rehm 1892 kaum verschieden ist, gehört zu jenen Pilzen, die bald keine Spur eines Excipulums auf- weisen, bald ein nur mehr weniger angedeutetes. Wenn der Pilz gut und üppig entwickelt ist, wie ich an einem Stücke in Thümen, Herb. myc. oecon. Nr. 626 (als Roesleria hypogacü Th. et Pass.) sah und wie auch die Stücke in Sydow, Mycoth. germ. Nr. 131 (als Roesleria pilacriformis P. H.) zeigen, ist keine Spur eines Excipulums vorhanden und das Hymenium überzieht die ganze Oberfläche der locker oder dicht plectenchymatisch gebauten Kugel an der Spitze der Stiele. Die Hymenialschichte ist dann unten nur durch eine schmale Ringfurche vom Stiele getrennt. Bei weniger 620 F. Hr.hnel. Starker Entwicklung ist die Hymenialschichte nur flach- halbkugeüg und dann wird unten der Raum zwischen dem Stiele und dem Rande des Hymeniums ganz mit einem radiärgebauten Gewebe ausgefüllt, das man als steriles Rand- hymenium oder verkümmertes Excipulum deuten kann. So in Fink, Lichens of Jowa als Conincybe pullida (P.) Fr. Nun kommt aber auch \or, wie mir ältere Präparate zeigten, daß sich an der Spitze des Stieles ein flach schüsseiförmiges, 500 |x breites, ringsum etwas eingebogenes und 80 jj. dickes Excipulum entwickelt, dessen 15 bis 20 a dicke Innenschichte aus dünnen Parallelhyphen besteht, während die etwa, 60 [x dicke Außenschichte aus radiär angeordneten, etwas gelatinös dickwandigen, 4 a breiten Hyphen gebaut ist, die senkrecht zur Oberfläche stehen. Auf dieser ganz gut entwickelten, aber niedrigen Schale sitzt nun das Hymenium, das aber nur in der Mitte gut ausgebildet und gegen den Excipularrand hin verkümmert ist. Daher erklärt sich, warum Coiiiocybe bald zu den Pilzen mit Excipulum (die Lichenologen und Rehm), bald zu jenen ohne Gehäuse gestellt (Thümen. Schroeter, Boudier) wird. Es ist durch die Untersuchungen von Di tt rieh und Durand (Ann. myc. 1908, VI. Bd.. p. 389) bekannt, daß sich letztere aus den ersteren entwickelt haben. Coniocybe ist nun eine bemerkenswerte Übergangsform. Die Helvellaceen im Sinne Rehm 's sind eine unnatürliche Gruppe, in der operculate und inoperculate Discomyceten enthalten sind. Dieselbe muß aufgelöst und zerlegt werden und die einzelnen Bestandteile müssen jenen Familien an- gegliedert werden, aus denen sie sich nachweislich entwickelt haben. Bei mehreren Gattungen ist ihre wahre Verwandt- schaft schon bekannt, hei anderen, wie Geoglossuiu, nicht. Es fragt sich nun, wo die wahre \'erwandtschaft von Coniocybe liegt. Es gibt nun einen Pilz, der der Coniocybe fiiveu ganz nahesteht, aber größer ( 1 5 bis 25 //;///- lang und 2 bis 5 mui breit) ist und eine zylindrische oder spateiförmige Fruchtkeule hat und ganz wie eine einfache kleine Clavaria aussieht. Es ist das die Xeolecta ßavovirescens Spegazz. I'"ranniente zur M\'ki)logie. b^l (Syll. Fung., VIll. Bd., p. 41). Wie aus der Beschreibung des Pilzes hervorgeht und mir auch die Untersuchung eines Stückes des Originals zeigte, gleichen sich die Neolecta und CouioL-yhe uivca in den mikroskopischen Einzelheiten fast vollkommen, so daß es zweifelhaft sein könnte, ob die beiden Gattungen nebeneinander bestehen bleiben können. -Xeoiccta hat auch Paraphj'sen, wenn auch nicht sehr zahlreiche. Da bei beiden Pilzen die vSporen ebenso breit wie die Schläuche sind, müssen sich diese wohl mit einem Deckel öffnen, was aber bei so schmalen, zarthäutigen Schläuchen nicht so leicht sichergestellt werden kann. Allein Spegazzini gibt ausdrücklich an, daß sich bei Xeolecta die Schläuche mit einem Deckel öffnen. Daher müssen Coniocybe und Neolecta zu den operculaten Kupezizeen gestellt werden. Nachdem ich feststellen konnte, daß sich bei Ncoh-cia die Schläuche mit Jod vorübergehend blau färben, so könnte sich diese Gattung aus PlicdrieUa Rehm (non Fuckel) entwickelt haben, während sich Coniocyhe wahrscheinlich von Piihvü ableiten wird, die parallelfaserig aufgebaut ist. 622 F. Höhnel, Namenverzeichnis. (iJie Nummern 154 bis 188 sind die der Fragmente 1154 bis 1188.) Acolium sessile (P.) 188. — Acrospermum Adeanum v. H. 162, compressum Tde. 162, ochraceum Sjrd. 162, parasiticum Syd. 162, Robergeanum Desm, 162. — Acrothecium (Acrothecula) delicatulum B. etBr. 166. — Actinonema caulincola P. 179. — Amphisphaeria applanata Fr. 165. — Amphisphaerina V. H. nov. gen. 169. — Anisostomula Cookeana (.A-wld.) v. H. 168. — Apiospora Sacc. 184. camptospora P. et S. 184, curvispora (Speg.) Rehm var. Rottboelliae Rehm 184, Montagnei Sacc. 184. Rottboelliae CR.) v. H. 184. — Appendiculella v. H. 160, calostroma (Desm.) v. H. 160. Cornu- caprae 'P. H.) v. H. 160, Echinus (P. Henn.) 160, larviformis iP. H.) v. H. 160. — Ascomycetella punctoidea Rehm 157. — Ascospora Fr. 17 9, Aegopodii P. 181, brunneola Fr. 179, 181, Epilobii (Fr.i Jacz. 181, Himantia (Fr.) R. 179, melaena (Fr.) 179. — Asterella olivacea v. H. 159. — Asterina Epilobii Desm. 181, Silenes (N.) Sacc. 180. — Asteroma D. C. 179. Bupleuri S. et R. 179, Epilobii Fr. 179. 181. Himantia Chev. 179, Oerteiii Sj^d. 179, Phyteumae D. C. 181, Roumegueri Kze. 179, Silenes Nssl. 180. — Barya agaricicola (Berk.) v. H. 162. parassitica Fe kl. 162. — Belonioscypha melanospora R. 188. — Blasdalea S. et Syd. 178. — Bombardiastrum andinum Pat. 162, latisporum (Syd.) v. H. 162. — Calicieen 188. • — Caliciopsis maxima (B. et C.'i v. H. 188, pinea Pe clc 188, stenocyboides (Nj^I.) 188. — Calicium praecedens Xyl. 188. — Calospora Sacc. 177. — Calothyriopsis v. H. n. Gen. 159, conferta (Th.) V. H. 159. — Calothyrium confertum Th. 159, Dryadis R.) v. H. 159. — Capnodiella Sacc. 188. — Capnodiopsis mirabilis P. Henn. 157. — Ca rlia ^ Rbh. 179, 181. 185. — Catacaumella stromatica Fckl.) v. H. 182. — Ceriophora v. H. n. G. 173. — Ceriospora Dubjä Xssl. 168. — Ceutho- spora Visci (A. et S.) 176. — ■ Cladosterigma Clavariella (Speg.) v. H. 154, fusispora Pat. 154. — Clathrospora Rbh. 175. — Cl3-peoporthe v. H. n. Gen. 172, Bambusae (Pat.) v. H. 172, monocarpa v. H. 172. — Ciyp eo- stigma V. H. 163, 164. — Coleroa alnea (Fr.) v. H. 158. — Coniocybe nivea (Hoffm.) 188, pallida (P.) Fr. 188, pilacriformis Rehm 188. — Coniophora elegans (Morg.) v. H. 156. — Cryptonectriopsis biparasitica V. H. 174. — Cryptopezia v. H. n. Gen. 165. mirabilis v. H. 165. — Cucurbitaria populina (B. et A.) Rehm 165, protracta Fckl. 165, Sorbi Gast. 165. subcaespitosa Otth. 165. — Cyanoderma viridiilum (B. et C.) V. H. 162. — Cycloschizella v. H. n. Gen. 178, .\raucariae (R.) v. H. 178.— Fragmente ?.ur Mykologie. 623 Cycloschizon Hrachylaenae R.) P. H. 178. — Cyphelium brunnenlmn (Acli.) 188. — Debaryella liyalina v. H. 174. — Diaporthe (Euporthe) Ramhusae Pat. 172, Maydis Berk.) K. et Ev. 172. — Diatrypeopsis laccata Speg. 174. — Didymella Helleboii (ChailJ.i .Sacc. 187, piaeclara Reiim 168, sambucina Rehm 169. — Didymodothis caujincola (R.) v. H. 165. — Didymosphaeria conoidea Nssl.-v. H. 174, Eutypae .S u r. 174. striatula P. et S. 163. — Dielsiella Pritzeiii 178. — Dothidea Anethi Fr. 179 (Asteroma) Himantia Fi-. 179. hysterioides C'es. 163. Pi-ostii Desm. 187, Visci Kalchbr. 176. ■ — Dothidotthia v. FI. n. Gen. 177, Symphori- carpi Rehm v. H. 177. — Dothisphaeropsis v. H. ii. (ien. 187, Helleboii V. H. 187. — Ellisiodothis .Smilacis (de Xot.) v. H. 17)9. — Euryachoru Epilobii (Fr.) v. Fl. 181, Eryngii (Fr.) v. H. 179. l.ibanotis (Fckl.i v. h'. 179. — Excipula stromatica Fe kl. 182. — Fleischhakia Awld. l.">8. laevis Awld. 158, punctata .Awld. 158. — Gibberidea \'isci Fckl. 176. — GraphylHum Chices Cl. 175, dacotense Rehm 175, — Griphosphaerioma \-. H. n. Gen. 177. .S3'mph()ricarpi Rehmi v. H. 177. — Guignardia Freycinetiae Rehm 163. — Haplovalsaria v. U. n. Gen. 171, simple.x v. H. 171. — Haplotheciella v. H. n. Gen. 187, Hellebori (Chaill.) v. H. 187. — Hypoxylon stygium (Lev.) .Sacc. 174. ■ — Hyp.sotheca F. et Ev. is8. — Hysterium aquilinum 183. — Irene Syd. et Th. 160. inerinis ( K'. et C.i 160, papiliifera Syd. 16o. — Julella argentina Speg. 167. Br..\i Fab. 167, dactylospora Rehm 167, Leupoldina Rehm 167, luzonensis P. Henn. 167. mnnosperma (Peck) Sacc. 167. Tulasnei (Cr.) Berl. et \'ogl. 167. Zenkeriana P. Henn. 167. — ■ Kalmusia Lactucae Rehm 17o. — Karschia Aiaucariae Rehm 178. — Keissleriella v. H. n. (Jen. 169. Aesculi w H. 169, sambucina (R.) v. H. 169. — Laaseomyces microscopicus Ruhl. 174. — Lambertella v. H. 188. — Langloisula spinosa E. et Ev. 155. — Lejo- sphaerella v. H. n. Gen. 168, praeclara (Relimi v. H. 168. — Lepto- meliola v. H. 160, anomala (Tr. et Karl.) v. H. 1 6o, hyalospora (Lev.) v. H. 160, javensis v. H. 160, 1(51, quercina (Pat.) v. H. 160. — Leptopelti."^ Jochromatis (R.) v. H. 159. — Leptosphaeria Gaii(MLim Sacc. (non Rob.» 170. — Leptostroma filicinum Fr. 186. — Leptothyrium lilicinum v. H. 186. — Lichenopeltella Cetrariae (Bres.) v. H. 159. maculaiT^ (Znpf v. it. 159. — Limacinia carniolica (R.) v. H. 159. — Melampsora punctitnrmis Mont. 159. — Melanconium? bambusinum Speg. 184. — Melanopsamma Amphisphaeria Sacc. et Schulz. 165, anaxaea (Speg.) 169. borealis Karst. 165, caulincolum Relim 165, hypoxyloides v. H. 165. K'ansensi> E. et Ev. 165, latericollis (Fr.) Sacc. 165, mendax S. et Rg. 165, lt)6. numerosa P'autr. 165, Petrucciana Cald. 165, 169, pomiformis (P.) Sacc. 165, 169 vai-. monosticha Keissl. 165. Pustula (Curr.) Sacc. 165, recessa (C. et P.) 169, Rhodomphalos (B.) Sacc. 165, Ruborum (Lib.i Sacc. 165. Salviae Rehm 165, spliaerelloides 165, suecica Rehm 165, texensis (C.) 169. umbratilis 165, — Melanopsammina carinthiaca v. H. 165. — Meliola Fr. 160, amphitricha Fr. 160, cladotricha Lev. 160, ? clavatispora Speg. 160, clavispora Pat. 160, Erythrinae Syd. 160, fusc