m Ueber die Systematik der Cetoniden. Yoii G. Schoch. I. Theil. Allgemeines. Die Cetoniden oder Melitophila Latreilles gehören wohl zu den beliebtesten Familien der Käfer, wenigstens für die Sammler von Exoten. Nur einige Ruteliden und Buprestidcn können mit deren Farbenpracht concurriren. Durchweg grosse oder doch mittelgrosse Thiere, haben sie sehr mannigfaltige architectonische Formen und robusten Körperbau, trotzen daher den gewöhnlichen Schädigungen besser als die meisten andern Insecten. Es ist darum nicht auffallend, dass sie im Handel die allerhöchsten Preise erreichen und dass man desshalb nur selten grösser angelegte Specialsamnilungen dieser Gruppe findet. Preise von 20 — 50 Fr. für einzelne Arten sind keine Seltenheit, Das alte Genus Cetonia von Fabricius ist heute in dritt-halbhundert Genera aufgelöst, und rechnet man dazu noch das Genus Trichius Fab., so erreichen die heute bekannten Ceto-niden die respectable Zahl von nahezu 300 Genera, die meistens gut begrenzt sind. Ueber den genetischen Zusammenhang dieser durch circa 1600 Arten vertretenen Gattungen ist man aber bis-her noch sehr im Unklaren und wird erst mehr Licht gebracht werden, wenn die Larvenstadien etwas bekannter werden, was heute leider nicht der Fall ist. Die Cetoniden sind zum ersten Mal in einer grössern zu-sammenfassenden Monographie von Gory und Percheron (Mono-graphie des Cétoines, Paris, 1833) bearbeitet worden. Eine zweite, einlässlichere Bearbeitung verdanken wir Burmeister (Handbuch der Entomologie, III. vol. Berlin 1842). Schaum bemüht sich (1844, observations critiques sur la famille des lamellicornes mélitophiles, Annales de la société entomol. de France) die zahlreichen Unterabtheilungen und Genera Bur-meisters zu widerlegen, aber inzwischen wuchs das Material aus den Tropen so enorm an, dass man davon abstrahiren muss, mit wenigen Genera auszukommen, welche sehr heterogene Species umfassen. Auch in Lacordaire's Genera des Coléoptères (Paris 1856) ist kein wesentlicher Fortschritt bemerkbar, indem viele gute Burmeister'sche Genera w^ieder zusammengezogen wurden. In allen diesen älteren systematischen Versuchen spielen eine Hauptrolle die kleinen Unterschiede der Mundwerkzeuge,