301 Neue Ichneumoniden. Beschrieben von Dr. Kriechbaumer in München. Unter den Ichneumoniden der entomologischen Sammlung des Berner Museums, deren Bestimmung ich übernommen hatte und welche grösstentheils von dem verstorbenen Herrn Isen- schmid und dem gegenwärtigen Custos Herrn Steck gesammelt wurden, fand ich einige mir ganz unbekannte Arten, die ich nach sorgfältiger Prüfung für neu halten zu dürfen glaube und deren Beschreibung ich hiemit der Oeffentlichkeit übergebe. Dazu kommen auch die cf zweier Arten, von denen bisher nur die Ç bekannt waren. Es ist das ein neuer Beweis, wie wenig die Kenntniss der Arten dieser Familie erschöpft ist und dass ein fleissiger Sammler noch fortwährend Neues finden kann. Ich habe aber bei dieser Gelegenheit auch wieder die Schwierig- keiten der Unterscheidung der cf der Luctatorius - Gruppe und ihrer Verbindung mit den wirklichen Ç derselben erfahren und es desshalb vorläufig unterlassen, einige zu keiner mir bekannten Art gehörige Individuen als neu zu beschreiben und bekannt zu machen. Da diese Schwierigkeiten nur theils durch wieder- holte sorgfältige Beobachtungen über gleichzeitiges Vorkommen an denselben Orten, theils durch die Zucht von Schmetterlings- raupen allmählig überwunden werden können, so benütze ich diese Gelegenheit, wiederholt darauf aufmerksam zu machen und ebenso zu fleissigem und wissenschaftlichem Sammeln wie zur Zucht von Raupen, auch der gewöhnlichsten*), zu ermuntern. IdLneumon Bohemani (Hgr. Ç.) cf m. Niger, nitidulus, longius cinereo-pubescens, palpis, macula mandibularum , labri et clypei utrinque, orbitis faciei late, frontis anguste, externis ex parte, lineolis verticis, puncto scapi antennarum , lineola utrinque pronoti , ante et infra alas, scu- telli macula magna et macula utrinque in angulis apicalibus segmentorum l et 2 albis, tibiis tarsisquo anticis latere antico cum femorum apice plus minus testaceo-albidis. Long. 20 mm. Den 3. 9. 85 von II. Steck um Bern gefangen. Ich zweifle nicht im Geringsten , dass dieses ein cf ^er genannten Art ist, von der ich selbst ein Q bei Hohenschwangau *) Aus dem gemeinen Gabelschwanz (Cerura viniila) erzog ich z. B. schon dreimal den prachtvollen grossen Eurylabus larvatus , der mir im Freien noch nie vorgekommen ist. 302 im bayrischenl Gebirge gefangen habe. Es ist von dem cf, welches Tischbein in der Stett. Entom. Ztg. 1876 p. 273 als cT dieser Art beschrieben hat , besonders durch die schwarzen Flügelschuppen, die ganz schwarzen Segmente 3 und 4 und die ebenso gefärbten Hüften verschieden. Es ist aber wohl mög- lich, dass das cf dieser Art in der Färbung so veränderlich ist wie das des sugillatorius und bemerke desshalb noch, dass sich das fgegenwärtige von dem genannter Art ausser der etwas ansehnlicheren Grösse besonders noch durch die weniger dichte, aber gröbere Punktur, besonders des Mittelrückens und der Hinterhüften , daher den etwas grösseren Glanz derselben, sowie die längere nicht reinweisse, sondern aschgraue Pubes- cenz auszeichnet. Ichneumon liaeniorrlioicus m. Ç. Niger, linea pronoti scutelloque albido flavis, abdominis segmentis 2 et 3 castaneo-rufis , hoc basi media nigra, 6 et 7 macula parva alba, tibiis anticis latere antico testaceis, antennis subfiliformibus, albo-annulatis, postpetiolo aciculato. Long. 14 mm. Aus H. Isenschmids Sammlung mit der Bezeichnung Messina 30. 4. 77. Kopf nach hinten nur wenig verschmälert mit etwas an- geschwollenen AVangen. Fühler fadenförmig, vor dem Ende schwach verdickt und unten abgeflacht, das Ende selbst etwas verschmälert und stumpf zugespitzt. Brustrücken runzelig punktirt, vorne mit 2 deutlich eingedrückten kurzen Längs- furchen, oberes Mittelfeld fast quadratisch, etwas länger als breit. Der fein nadelrissige Hinterstiel zeigt einige einge- drückte Punkte, die Rückengruben sind nicht sehr gross, aber tief eingedrückt. An dem Bruststück ist nur eine sehr deutlich entwickelte Linie oben am Vorderrande und das Schildchen weisslich gelb, die braunrothe Farbe des Hinterleibes ist oben auf den 2. und 3. Ring beschränkt, während die entsprechenden Bauchringe und dazu auch noch der vierte hellbraun und dunkler gefleckt sind; die weissen Flecke des 6. und 7. Ringes, besonders der letzte, sind ziemlich klein. An den Beinen sind nur die Vorder- schienen vorne röthlich-braun, doch ist auch hier der Aussen- rand schwarz gesäumt, die Farbe der Vorderfüsse geht etwas in's Bräunliche, die graue Behaarung der Hinterhüften erscheint bei bestimmter Beleuchtung ziemlich dicht, ohne indess eine Bürste zu bilden. I^ach Tischbeins Tabelle schliesst sich die Art, wenn man selbe nicht etwa zu denen mit verbreitertem Wangenrande ziehen will, am nächsten an I. majusculus an (Entom. Ztg. 1873 303 p. 424), unterscheidet sich aber leicht davon durch geringere Grösse, kürzere, weniger zugespitzte Fühler und die verschiedene Färbung der Beine und des Hinterleibes. Im ganzen Aus- sehen ist sie indess dem J. inquinatus var. 1 wsm. am ähn- lichsten , unterscheidet sich aber von diesem durch die blass- gelbe Farbe des Schildchens und der Hinterleibsflecke und besonders die Kleinheit der letzteren, sowie durch die ganz schwarzen Mittel- und Hinterschienen. Ichneumon Steckii m. Ç. Niger , scutello albo , abdominis segmentis 2 et 3 lateri- busque quarti rufis, ultimis duobus macula alba notatis, femo- rum anteriorum apice, tibiis tarsisque anterioribus, tibiis posticis ultra medium tarsisque posticis summa basi rufis, antennis subfiliformibus , albo-annulatis, metathoracis area superomedia subquadrata , postpetiolo aciculato , gastrocaelis mediocribus, parum impressis. Long. 12 mm. Im Juli 1885 von H. Steck bei Grono im Misoxerthale gefangen. Dem I. extensorius sehr ähnlich, aber durch das fast quadratische Mittelfeld des Hinterrückens und die fast ganz schwarzen, kaum an der Basis des ersten Gliedes etwas röth- lichen Hinterfüsse verschieden. Yon I. cerebrosus, mit dem er in letzterer Beziehung übereinstimmt, unterscheidet ihn der Mangel des Höckers an den Hiuterhüften, die stärkeren Fühler und die kleineren weissen Flecke der beiden letzten Hinterleibs- ringe. Leider fehlt ein Fühler ganz und am andern die Spitze, doch lässt die übrige Form des letztern vermuthen, dass die- selben von denen des extensorius nicht oder nur wenig ver- schieden sind. Ichneumon altipeta m. Ç. Niger, scutello, segmentis 2 et 3 maculaque dorsali seg- mentorum 6 et 7 flavis, 3 basi fuscescente, femorum anteriorum apice fulvo, tibiis tarsisque flavis, his anterioribus apice fulvis, posticis basi summa et apice late nigris, antennis gracilibus, subfiliformibus, albo-annulatis, postpetiolo, aciculato. Long. 1 1 mm. Yon H. Steck um Zermatt im Wallis gefangen. Obwohl durch die gelbe Grundfarbe des 2. und 3. Seg- mentes mehr an I. stramentarius und confusorius erinnernd schliesst sich die Art doch durch den Mangel der Hüftbürste und die gebräunte Basis des 3. Segmentes zunächst an tcrmina- torius an , von dem sie sich jedoch besonders durch die ge- ringere Grösse , den ganz schwarzen Kopf und den Mangel eines Fleckes auf dem 5. Segmente unterscheidet. Das gelbe 304 Schildchen zeigt starken Glanz, das obere Mittelfeld ist länger als breit, der hintere Eand mitten nach vorne eingeknickt. Die zur Hälfte abgestossenen Flügel des Exemplares deuten auf lange Flugzeit und sind wohl auch in Folge derselben mehr als ursprünglich gebräunt. Die Fühler sind vor dem Ende kaum merklich verdickt und gegen das Ende selbst nur wenig verschmälert. Die Glieder der Hinterfüsse sind an der äussersten Spitze schwach gebräunt. Die Basis des 3. Hinter- leibsringes zeigt in der Mitte einen beiderseits verschmälerten schwarzen Streifen, während sie sonst eine röthliche Färbung zeigt. Ichneumon Siculus m. Ç cf. Ç. Niger, scutello albomaculato, abdominis segmentis 2 et 3 rufis, 6 et 7 macula alba signatis, femorum anteriorum apice, tibiis tarsisque rufis, posticis apice fuscis, antennis unicoloribus, filiformi-setaceis, postpetiolo aciculato, gastrocoelis parvis, alarum stigmate fusco, basi pallido. Long. 12 mm. cf. Niger, orbitis facialibus, interdum clypeo, scutello et scapo antennarum flavo-aut albosignatis, abdominis segmentis 2. 3. et interdum 4. exparte rufis antennarum flagello subtus rufescente, pedibus ut in Ç pictis, alarum stigmate fusco. Long. 12 — 13 mm. Ebenfalls aus H. Isenschmids Sammlung und nach den Etiquetten am 10. und 11. 5. 77 bei Syracus gefangen. 9 . Kopf hinter den Augen stark gerundet verschmälert, Fühler ziemlich kurz , in der ersten Hälfte fadenförmig mit stark abgesetzten Gliedern, am Ende ziemlich lang zugespitzt. Brustrücken dicht runzelig punktirt, vorn mit 3 schwachen Längseindrücken; oberes Mittelfeld viereckig, viel länger als breit. Hinterstiel fein nadelrissig, hinten mit zerstreuten ein- gedrückten Punkten; Rückengruben klein, massig tief ein- gedrückt, Schwarz , Schildchen mit grossem rundlichen weissen Fleck; roth sind der 2. und 3. Hinterleibsring, die Vorder- schenkel mit Ausnahme der Basis, die Spitze der Mittelschenkel, die Schienen und Fusse mit Ausnahme der Spitze der Hinter- schienen an der Aussenseite und der Spitze der Hinterfüsse ; der 6. Ring hat einen halbeiförmigen, der 7. einen streifen- förmigen weissen Längsfleck. Die Flügel haben ein dunkel- braunes, an der Basis blasses Mal. Das Schildchen dürfte wohl auch ganz schwarz vorkommen wie beim cf ; was dann Regel, was Ausnahme ist, lässt sich nach dem einzelnen Exem- plare nicht entscheiden. cf. Es ist kaum zweifelhaft , dass die 3 von mir hieher- gezogenen, gleichzeitig und am gleichen Orte gefangenen cf 305 zusammen und dem oben beschriebenen Ç angehören. Es ist zwar der Kopf hinter den Augen weniger gerundet, dagegen stimmt die Farbe der Beine und stimmen besonders die bräun- lich glasartigen Flügel mit den feinen dunkelbraunen Adern und dem ebenso , doch an der Basis nicht oder kaum heller gefärbten schmalen Mal und der ganze Verlauf der ersteren auf das Genaueste mit einander überein. In der Färbung zeigt jedes dieser 3 cf Eigenthümlichkeiten : a) Bei dem grössten derselben ist das 4. Segment bis auf 4 schwarze Flecken, von denen 2 kaum von einander getrennte kleinere vorne in der Mitte der Basis, die beiden andern, grösseren, jcderseits am Hinterrande stehen, roth, und das Schildchen ganz schwarz, der Kopfschild hat beiderseits einen gelben Fleck und die gelben Augenränder sind nach unten stark erweitert; die nadelrissige Sculptur des Hinterstieles ist äusserst fein und schwer erkennbar, ein kleines Grübchen in der Mitte desselben ist wohl nur als Abnormität zu betrachten; der Fühlerschaft ist ganz schwarz. b) Ein zweites weicht von dem vorigen besonders durch den ganz schwarzen Kopfschild und die auf ein ganz kleines Strichelchen beschränkten gelben Augenränder, sowie durch den ganz schwarzen vierten liinterleibsring ab, welche Färbung wohl die normale sein dürfte. c) Das dritte (kleinste) endlich stimmt mit dem ersten in der Farbe des Kopfschildes und Gesichts überein, hat aber Fühlerwurzel und Schildchen gelb gefleckt, diese gelben Zeich- nungen sind sehr blass, fast weiss. Der Hinterleib ist flacher und mehr linear, der 4. Ring ganz schwarz. Das obere Mittelfeld des Hinterrückens ist bei allen dreien breiter oder schmäler halbeiförmig. Ausser dieser Art ist mir aus der 2. Abtheilung Wes- maels nur noch J. Fabricii Gr, als eine Art ohne weissen Fühler- ring bekannt und dürfte jene daher unmittelbar an letzteren anzureihen sein; die ansehnlichere Grösse und die fast ganz schwarzen Schenkel unterscheiden den Siculus aber hinlänglich von diesem. Iclmeuinoii lateralis m. cT- Niger, palpis, orbitis facialibus, puncto ante alas et scutello albido-flavis , segmentis 2 et 3 utrinque macula castaneo-rufa notatis, femorum auteriorum apice et latere antico, posticorum macula parva basali, tarsis anticis tibiisque rufis aut fulvis, posterioribus apice nigris, antennarum scapo subtus flavo-notato, flagello subtus basin versus ferrugineo, postpetiolo aciculato. Long. 15 mm. 306 Yon H. Steck am 10. 8. 84 um Bern gefangen. Tischbeins Tabelle führt auf I. submarginatus , von dem Gravenhorst nur das 9 beschrieben hat , mit welchem "Wes- mael seinen subreptorius für identisch erklärte. Holmgren hat unter letzterem Namen beide Geschlechter beschrieben. Indem ich nun die Identität der von den 3 Autoren beschriebenen, mir in Natura noch nicht bekannt gewordenen Ç und die Dazugehörig- keit des Holmgren'schen cf annehme , bleibt mir nur noch übrig, die Unterschiede meines lateralis von letzterem çf ^ mit dem selber jedenfalls am nächsten verwandt ist, anzugeben. Bei lateralis sind fast die ganzen Taster und ebenso das ganze Schildchen weiss , der helle Augenrand des Gesichts ist sehr ausgebildet, unter der Mitte stark nach innen erweitert, die Fühler wie in der Diagnose angegeben, ebenso Segment 2 und 3, weder bei diesem noch bei Segment 4 ein heller Hinterrand vorhanden, die weissliche Linie unter den Flügeln fehlt, da- gegen ist ein solcher Punkt vor denselben vorhanden. Das obere Mittelfeld ist ziemlich gross, halbeiförmig, die areola zwar öseitig, aber vorne stark zusammengeneigt, die äussere Hälfte der Radialader ziemlich stark geschwungen. Die Fühler haben anfänglich kaum, gegen das Ende aber deutlicher abgesetzte und dann knotig erscheinende Glieder. Der zweite Hinterleibsring ist an der Basis in ziemlicher Aus- dehnung nadelrissig-runzelig, ebenso, aber viel feiner, auch noch der dritte. Idmeuinon parYulus m. Ç. Niger, nitidulus, femoribus tibiisque rufis , posticis apice nigris, antennis subclavato-filiformibus , albo-annulatis, terebra ad longitudinem ultimorum duorum segmentorum exserta, post- petiolo laevi, gastrocoelis nullis. Long. 5 7,j mm. Yon H. Frey-Gessner am 29. 7 bei Sedrun im Bündtner Oberlande gefangen. Diese kleine schwarze Art gleicht in der Körperform einem I. digrammus, ist aber von diesem durch die geringere Grösse, die kürzeren, stärkeren, allmählig etwas keulenförmig verdickten (am Ende aber doch eingerollten) Fühler, ganz schwarzes Schildchen, ebensolchen Hinterleib und längere, d. h. weiter hervorragende Legröhre leicht zu unterscheiden. Rücken- gruben fehlen und finden sich an deren Stelle 2 kleine Höcker- chen; ob letztere normal oder eine aussergewöhnliche Bildung sind , lässt sich wohl erst nach Auffindung und Yergleichung mehrerer Exemplare entscheiden. Die Felder des Hinter- rückens sind von sehr feinen Leisten eiugefasst , das obere 307 Mittelfeld ist viereckig, länger als breit, glatter und glänzen- der als die übrigen. Trotz der oben erwähnten habituellen Aehnlichkeit mit einer Art der sechsten Abtheilung Wesmaels niuss die gegen- wärtige doch in die 4. gestellt werden, wo sie durch die Fühler- bildung an nigritarius, annulator und fabricator sich anschliesst, von denen sie indess durch das mangelnde Weiss der Schienen leicht zu unterscheiden ist. Iclineuinoii polystictus m. cT. Niger, ore, clypeo, macula supra biloba faciei, orbitis in- ternis, externarum parte, antennarum scapo subtus, linea ante et lineola infra alas, scutello, squamulis alarum, segmente sexto apice, septimo fere toto cum valvulis genitalibus albis, 2 et 3, tarsis anterioribus , femoribus tibiisque rufis , posticis apice nigris , antennarum flagelle subtus rufescente , postpetiolo lae- vigato, gastrocoelis majusculis. Long. 6 mm. Das von H. Isenschmid herstammende Exemplar wurde vermuthlich in der Umgebung von Bern gefangen. Dieses cf gehört ohne Zweifel in die Div. YI. Wesmaels, w^o es sich wohl am besten an ridibundus und callicerus an- schliesst. Gesicht und Kopfschild, die kaum merklich von ein- ander getrennt sind, können auch als weiss betrachtet werden mit 2 von den Fühlern herablaufenden schwarzen Striemen, welche schwach gekrümmtundverschmälert zu den beidenzwischen Gesicht und Kopfschild liegenden Grübchen verlaufen, während der dazwischenliegende Theil durch eine von der Mitte herab eindringende feine schwarze Linie in 2 längliche Lappen ge- spalten wird. Am untern Ende des Kopfschildes erscheint auch die Spur eines blassbräunlichen Fleckes. Das Flügelmal ist blassbraun. Ämblyteles chalybeatus (Gr. Ç) cf m. Yon dieser schönen und seltenen Art, von welcher Graven- horst zuerst das Ç beschrieben, aber, wie schon Wesmael be- merkte (Rem. p. 58), für ein cf gehalten hat und von der ich' selbst auch ein Ç um Chur gefangen habe, fand ich in der Sendung ein zweifellos dazu gehöriges wirkliches cf vor. Ausser den von Gravenhorst als weiss angegebenen Theilen haben diese Farbe noch: die Taster, der Rand der Oberlippe, der Kopfschild beiderseits, der ganze Augenrand des Gesichtes breit, unter der Fühlerwurzel einen Ast nach innen absendend, statt des Punktes eine Linie unter den Flügeln, ein rundlicher Fleck an den Mittelbrustseiten, die Flügelwurzel und Schüpp- chen, die Vorderseite der vorderen Hüften und Schenkelringe, 308 die Hinterseite der vordersten Schenkelringe zum Theil, an den Mittelhüften noch ein kleinerer Fleck an der Aussenseite, die Yorderschenkel vorne grösstentheils, die Mittelschenkel an der Spitze , das 2. und 3. Glied der Vorder- und das 3. der Hinterfüsse mit Ausnahme der Spitze , bei letzterem auch der Basis. Auch bei diesem d hat wie bei dem mehrerer Amblyteles- Arten das 4. Bauchsegment eine Falte. Von H. Müller den 10. 8. 79 in der Umgegend von Bern gefangen. Diese Art ist unter den Amblyteles , was sugillatorius in der Gattung Ichneumon. Amblyteles Isenscliinidii m. Ç. Niger, antennis filiformi-setaceis, albo-annulatis, abdominis segmentis 1 apice, 2 et 3 totis rufis, 5 puncto, 6 et 7 macula apicali alba, femorum anteriorum apice, tibiis tarsisque rufis, posticis apice nigris , postpetiolo aciculato , gastrocoelis majus- culis. Long. 10 mm. Das Exemplar stammt von dem verstorbenen Herrn Isen- schmid, der seine Sammlung nebst ansehnlichen Geldmitteln dem Berner zoolog. Museum vermachte und dem zu Ehren ich die Art benannte. Leider ist über den Fundort desselben nichts bekannt. Diese Art würde zwar am besten zur Abtheilung Notho- chromi Wesmaels passen, allein die ziemlich grossen Rücken- gruben verweisen sie in die Hauptgruppe der Macrosticti, wo sie aber in keine der 3 Untergruppen passt. Abgesehen von dem stumpfen Hinterleibsende, das über die Zugehörigkeit zur Gattung Amblyteles keinen Zweifel zulässt, zeigt die ganze Form und Färbung des Thieres grosse Aehnlichkeit mit meinem lehn, pulvinatus (s. Reg. Corr.-Bl. 1874 p. 148) , unterscheidet sich aber ausser der anders geformten Hinterleibsspitze auch noch durch den hinter den Augen mehr verschmälerten Kopf, die im Ganzen etwas dünneren, aber gegen das Ende weniger zugespitzten, nur zweifarbigen Fühler, das kaum gewölbte Schildchen, die grösseren, schief eingedrückten Rückengruben und das ziemlich breit schwarze Ende der Hinterschienen. Der letzte (siebente) Hinterleibsring ist so sehr in den sechsten zurückgezogen, dass kaum die Spitze desselben sichtbar ist; von den Bauchsegmenten zeigt nur das 3. und 4. die Spur einer Faltenbildung, was allerdings von dem mehr oder minder nach dem Tode erfolgenden Eintrocknen abhängig und daher vielleicht nur zufällig ist. 309 Phaeogenes grammostoma m. cf. Niger, basi clypei , abdominis segmentis 2 , 3 et basi quarti , femorum et trochanterum apice , tibiis (posticarum summa basi et apice exceptis) basique tarsorum rufis , fronte convexiuscula , antennis crassiusculis , alis et stigmate subam- plis, hoc fusco. Long. ce. 7 mm. Wahrscheinlich aus der Umgebung von Bern; aus H. Isen- schmids Sammlung. Durch die ziemlich dicken, wenn auch etwas kürzeren Fühler an Ph. ophthalmicus, durch das grosse breite Flügel- mal aber an Ph. hybridus sich anschliessend zeichnet sich dieses ö" besonders durch den an der Basis breit roth*) ge- färbten Kopfschild aus. Der Hinterstiel zeigt ziemlich starke Nadelrisse, die Rückengruben sind ziemlich stark eingedrückt, quer, und am Hinterrande des schmalen Zwischenraumes ist noch ein flach ausgehöhltes längliches Grübchen wahrzunehmen. Ob dieses d nicht etwa einem der bereits beschriebenen Ç angehört, müssen erst noch weitere Beobachtungen ent- scheiden. Zur Biologie der Forficula-Arten. Von Fritz Rühl. Es war bisher meines "Wissens eine offene Frage in welcher Jahreszeit die Begattung der Forficula-Arten stattfinde, ob die Weibchen in befruchtetem Zustand überwintern, ob die Copula endlich erst im Frühling erfolge. Dahin bezügliche Beobachtungen scheinen bis jetzt nicht gemacht worden zu sein, mithin ist die vorliegende kleine Arbeit vielleicht eine berechtigte. Für die Ueberwinterung befruchteter Weibchen, also für eine Copula im Spätherbst schien mir die Thatsache zu sprechen, dass schon im October und November und dann bei winterlichen Excursionen im Januar und Februar beim Nachgraben in den Winterlagern sehr häufig todte cfcf neben lebenden Ç9 gefunden werden. Es liess dieses Faktum einerseits vermuthen, dass die cfcf ihren Beruf erfüllt haben, und analog so vielen Beispielen in der Natur derselben ihren Tribut früher zu entrichten haben, andrerseits war dieVermuthung nicht ausgeschlossen, dass die schwächern d