109 SÜDJAPANISCHE ANNELIDEN BEARBEITET VON DK EMIL V. MARENZELLER. (AMPHraOMEA, APHRODITEA, LYCORIDEA, PHYLLODOCEA, HESIONEA , SYLLIDEA, EUNICEA, GLYCEREA, STERNASPIDEA, CHAETOPTEREA , CIRRATULEA, AMPHICTENEA.) (311.U 6 e«feEit-,) VORGELEGT IN DER SITZUNG DER MATHEMATISCH-NATURWIS-SENSCHAKTMCHEN CLAUSE AM 19. JUNI 1879^ Die zoologische Literatur besitzt nur wenige Angaben über die Auftiudung von Anneliden an den Küsten Japans. Ancb die vorliegende Arbeit kann nicht beanspruchen, diese Lücke auszufüllen, sie versucht nur künftigen Forschungen die Bahn zu eröffnen. Das Material fand sicli theils in einer grossen Sammlung wirbel-loser Thiere, welche Herr Dr. Eichard Ritter von Dräsche-Wartinberg auf seiner geologischen Keise um die Erde in den Jahren 1875 und 1876 durch seinen Reisebegleiter Herrn Dr. Carl Koerbl anlegen liess und dem k. k. zoologischen Hofcabinete zum Geschenke machte, theils wurde es von einem anderen Österreicher, Herrn Dr. A. v. Roretz, der seit Jahren in Japan weilt, acquirirt. Dr. Koerbl sammelte an der Ostküste der Insel Euo-sima bei Yokohama und an einem südlicher gelegenen Punkte, in der Bai von Miya, unweit Nagoya in der Strandzone bis zu Tiefen von 20 Metern. Herr Dr. A. v. Roretz hielt sich gleichfalls in Yokohama und an mehreren Punkten der Inseln Kiuschiu und Shikoku auf, leider fehlten aber meist bei den einzelnen Objecten nähere Angaben. Es gehören also die Anneliden, welche ich sämnitlich mit Ausnahme der Terebella-, Sabella-, Myxicola-und Serpula-kxia-ü in diesem vorliegendem I. Theile bearbeitete, Süd-Japan au und hier wieder nur der OstkUste ; der westlichste Punkt ist Nagasaki. Unter den dreissig Arten, welche ich hier aniühre, sind 24 neu. Üie sechs übrigen waren bereits aus anderen Meeren bekannt, so Lysidice collaris Ehrenb. Gr. aus dem rotheu Meere und von den Philippinen, l'ectinaria ai^gyi^tia^isiX. von Suez, Polynoe (Harmothoe) imbricata'L., Nereis pelagtca L., Nereis DumeriUi Aud. et M. Edw., Nereis diversicolor 0. F. Müller aus den europäischen Meeren. Weniger als die grosse Zahl der neuen Arten wird auffallen, dass ich für die Identität von vier Arten mit europäischen Formen ein-trete. Ich halte aber letztere fest, weil ich die feinen Fäden, welche zwischen den japanischen und den durch zahlreiche vortreffliche Beschreibungen und durch reiches Vergleichsmaterial der Jluseen leicht zugänglichen europäischen Arten bestehen, nicht zerreissen will, indem ich Abweichungen, die ich gewissenhaft ausein-andergesetzt zu haben glaube, ein allzu schweres Gewicht beilege. Es liegt auch kein Widerspruch in der