75 Zweiter Beitrag zur Herpetologie von Ost-Algerien. Von Dr. Franz Werner. (Vorgelegt in der Versammlung am 7. Februar 1894.) In meinem ersten Bericht über Eeptilien und Amiihibien von Ost -Algerien^) konnte ich kaum etwas für die herpetologische Fauna dieser Gegend Neues oder sonstwie Bemerkenswerthes mittheilen. Diesmal glaube ich aber schon einen wesentlicheren Beitrag zur Kenntniss dieser Fauna liefern zu können, namentlich was die geographische Verbreitung einer Anzahl von Arten anbelangt, über welche ich in Bezug auf ihr Vorkommen theils durch eigene Beobachtung, theils durch Nachfragen (soweit dies solche Arten betraf, die auch von Eingebornen und Colonisten sicher identificirt werden können) ein ziemlich reichliches Material von Daten gesammelt habe. Die vorige Aufzählung nach den Fundorten habe ich diesmal fallen ge-lassen; einige Fundorte sind bisher in der Literatur nicht verzeichnet gewesen, andererseits muss ich eine Anzahl von Fundorten als irrig beanständen. Neu für die Wissenschaft ist eine Art. Die Eeise erstreckte sich von der Hafenstadt Philippeville über Constan-tine, Batna und Lambesa, Biskra, Mraier und Tuggurt bis Temacin, etwa 510 km von der Küste. Dem naturwissenschaftlichen Verein zu Magdeburg bin ich für die gewährte Subvention sehr zu Dank verpflichtet. Nachstehend theile ich das Verzeichniss der gesammelten oder blos beob-achteten Arten mit; die Eeihenfolge ist wieder nach Boulenger's trefflichem Katalog angeordnet, auf welchen sich auch die Seitenzahlen beziehen. Reptilia. I. Chelonia. 1. Testudo ibera Fall. (p. 104). Ich erbeutete ein grosses Exemplar bei Constnntiue, ein grosses und ein kleines bei Lambesa. Die Stücke unterscheiden sich in der Färbung und in der ') In tliesen „VerlKiudliingen", XLII, 1892, S. 350. 10*