Dodekas neuer Cladoceren nebst einer kurzen Übersicht der Cladocerenfauna Bölimens. Von Wilhelm Kurz, Gynmasialproj'essor in DeutsrJibrod. (Mit 3 Tafeln Abbildungen.) Nachdem ich mich durch mehrere Jahre mit den Cladoceren beschäftigt und aus zahlreichen (gegen 200) Fundorten des mitt-leren Böhmen eine beträchtliche Anzahl theils bekannter, zum Theil aber auch neuer Arten gefunden und beobachtet habe, glaube ich nicht länger mit der Veröffentlichung meiner Resultate warten zu dürfen, da ich, auf mich selbst und meine geringen Mittel angewiesen, keine Hoffnung habe, in nächster Zeit die bisher gesammelten Kenntnisse über diese Thiergruppe in irgend etwas Bedeutendem erweitern zu können. Durch zahlreiche Ausflüge, wiederholte Untersuchung bereits bekannter Gewässer zu verschiedenen Jahreszeiten und endlich durch künstliche Züchtung x gelang es mir, eine Zahl von Männ-chen (über 40) kennen zu lernen, wie sie bisher von keinem meiner Vorgänger erreicht wurde. Wie es aber die Lebensweise der Cladoceren schon mit sich bringt, sind meine Untersuchungen ungleichmässig ausgefallen, je nachdem manches bereits bekannte Thier mir seltener vorkam, oder aber weniger bekannte Formen mir in grösserer Zahl und unter günstigen Umständen zu Gebote standen. Daher bin ich auch nicht im Stande, eine allgemeine Naturgeschichte der beobachteten Thiere zu liefern, sondern 1 Man vergleiche: Über androgyne Missbildung bei Cladoceren (Sitzungsberichte der kais. Akademie in Wien; 1874.