69 DIE ZWEIFLÜGLER DES KAISERLICHEN MUSEUMS ZU WIEN. IV. 1 VORARBEITEN ZU EINER MONOGRAPHIE DER MUSCARIA SCHIZOMETOPA (EXCLUSIVE ANTHOMYIÜAE). PARS I. VON Prof. Dr. FRIEDRICH BRAUER, \V. M. K. AKAD. UND J. Edl V. BERGENSTAMM. (9tli^: 11 Safein.) VOUGEI.EOT IN DKR SITZUNG AM 9. MAI 1S89. Einleitung. Es ist in der Entwicklung des ganzen Dipteren-Stammes begründet, dass, von den niedersten Formen angefangen fOrthorrhapha nematoceraj bis zu den diifereneirtesten, höchsten (CyclorrJiapJia schizometopaj, die Trennungswerthe der Gattungen, und überhaupt der systematischen Kategorien, vermindert werden. Dieser Satz scheint für alle Thievgruppen anwendbar zu sein, überall sind die zuletzt auftretenden Formen einander viel näher stehend und schwerer zu charakterisiren als ältere Formen. So z. H. bei den Landschnecken im Ver-gleiche zu den Meeresschnecken und Muscheln. Der Grund liegt in den noch zahlreich vorhandenen Zwischen-formen bei einer in ihrer BlUthe befindlichen Thiergruppe. Im besonderen Falle darf aber dieser Satz nicht überall als richtig hingestellt werden, weil ja einzelne Zweige schon viel älterer Thiergruppen erst in der Jetztzeit zur mannigfacheren Formentfaltung gelangen. Abgesehen von diesem Einwände ist es aber richtig, dass die verwandtschaftlichen Gruppen der Orthorrhajjhen und selbst der Cyclorrhaijlien älteren Ursprunges, der Syrphiden, viel schärfer von einander getrennt und leichter durch Merkmale zu fixiren sind, als jene der Muscaricn. Die hier abgehandelten Muscarla sc/iizometopa, mit Ausschluss der Anthomyiden, wurden zwar wiederholt in verschiedene verwandtschaftliche Gruppen getheilt, alter keiner der .\utoren hat für seine angenommenen Gruppen Charaktere feststellen können, Avelche ohne Ausnahme in allen Fällen zutreffen würden. Bei der Beschreibung der Gattungen ist fast jeder über die von ihm selbst gesteckten Grenzen unbemerkt oder mit Absicht hinausgegangen. Alle in Anwendung kommen-1 I.: B<1. XLII, 18^0; II.: Bd. XLIV, 1^82; III.: Bd. XLVII, 1SS3.