E. Strand: t^bers. d. in Gisters ,,820 neue od. nnlipsehr. wirbell. usw. 75 Übersicht der in QISTEL's ,, Achthundert und zwanzig neue oder unbeschriebene wirbellose Thiere" (1857) behandelten Insekten. Von Embrik Strand. Vor uns liegt (aus der Bibliothek des Deutschen Entomolog. Museums) ein kleines entomologisches Büchlein, das, trotzdem es Beschreibungen von 820 Insekten enthält und also in nomenkla-torischer Hinsicht von großer Bedeutung ist, ganz oder fast ganz in Vergessenheit geraten ist. Es heißt auf dem Titelblatt: ,, Acht-hundert und zwanzig neue oder unbeschriebene wirbellose Thiere. Charakterisirt von Doctor Johannes Gistel. Straubing, 1857. Verlag der Schorner'schen Buchhandlung. Druck von J. F. Rietsch in Landshut". Auf der ersten Textseite findet sich als Überschrift ,, Achthundert und zwanzig neue und unbeschriebene Insekten", was eine zutreffendere Fassung des Titels ist, denn in der Tat sind darin nur Insekten behandelt und zwar bei weitem größtenteils Coleoptera. Das Buch ist 94 Seiten stark; Format 20x13 cm. Es ist eigentlich eine Sonderausgabe aus dem zweiten Bande, p. 513 — 606, des in demselben Verlage und in demselben Jahre erschienenen zweibändigen Werk ,,Vacuna" Gistel's, was aber nicht angegeben ist, wohl aber hat Hagen, Bibliotheca Ento-mologica, darauf aufmerksam gemacht. Ob beide Ausgaben genau gleichzeitig erschienen sind, läßt sich wohl nicht mehr feststellen und spielt auch wohl keine Rolle, jedenfalls datieren diese Gistel-schen Arten vom Jahre 1857; ich zitiere im folgenden die Pagi-nierung der Separatausgabe, weil ich ,,Vacuna" nicht habe be-kommen können.*) Wie gesagt, ist diese Schrift in Vergessenheit geraten; man findet die darin aufgestellten Arten nicht in den Katalogen, die Gattungen nicht in den Nomenciatoren. Schuld daran sind, soweit die Coleopteren in Betracht kommen, in erster Linie Gemminger (& Harold, die in ihrem bekannten Katalog willkürlicherweise alle Gistel'schen Namen absichtlich nicht aufgenommen haben, weil, wie sie sich im Vorworte ausdrücken, ,,mit einer sonst seltenen Einstimmigkeit das gesammte wissenschaftliche Publikum sein Verdikt" über Gistel ,, ausgesprochen hat". Daß Gistel in Verruf gekommen ist, stimmt schon; wer die Menschen kennt, weiß aber, daß Neid und Nichtswürdigkeit in erster Linie die Leute ,,in Verruf" bringen, die es am wenigsten verdient haben, und dass *) Nachher habe ich „Vaeuna" aus der Bibliothek in München, be-kon^nen. (Anm. bei der Korrektur.) 5. Heft