l)io von Schnuse in Südamerika gefangenen Anthomyiden. Von Prof. P. Stein in Treptow a. R. Scliön ist, Mutter Natur, Deiner Erfindung Pracht, Auf die Fluren verstreut, schi^ner ein froh' Gesicht, Das den großen Gedanken Deiner Schöpfung noch einmal denkt. (Klopstock.) ,,\Veun sie vom Schimmel unangetastet bleiben, der Rost die Nadeln nicht verdirbt, wenn sie die Erschütterungen des Transportes gut überstehen und mir weder gestohlen noch vom Meer verschlungen werden, dami darf ich wohl hoffen, daß f.uch Sie einst Freude an unsern Lieblingen erleben werden." So schrieb mir mein leider zu früh verstorbener Freund Schnuse am 5. Februar 1904 von Lima aus, nachdem er seine große Sammelreise durch Chile, Peru und Bolivia glücklich beendii^t hatte. Er kannte und verstand meine Vorliebe für • • •••11 die Anthomyiden und hat deshalb auf meine Bitten sein besonderes Augenmerk auf diese Familie gerichtet und mit Fleiß und Verständnis eine große Menge teilweise hochinteressanter Formen zusammen-gebracht. Er war der erste, der längere Zeit Höhen von 4000 m und darüber durchforschte, und die reiche Ausbeute, die er von dort mit-gebracht hat, läßt vermuten, daß noch weit über diese Höhen hinaus Fliegen vorkommen dürften, ja daß eine Höhengrenze für diese Insekten vielleicht überhaupt nicht existiert. Überraschender aber noch als die Anwesenheit von Fliegen in solchen Höhen ist die wunder-bare Schönheit vieler dortiger Formen, die sich weniger in Färbung als in Bau und Beborstung gewisser Körperteile zeigt und die mii' beim ersten Anblick wiederholt Ausrufe des Entzückens entlockt hat. leh muß bekennen, daß ich selten einen so ungetrübten Genuß gehabt habe, als beim Bearbeiten der südamerikanischen Anthomyiden. Die allgemeinen Beobachtungen, die ich schon früher bei der Durchsicht der aus gleichen Gegenden stammenden Authomyiden des Berliner und Buda])ester Museums gemacht hatte und über die ich in den Ann. Mus. Nat. Hung. IL 414 (1904) berichtet habe, finde ich auch durch die Schnuse'sche Ausbeute bestätigt. Bemerkenswert ist wieder einerseits das gänzliche Fehlen einiger europäischer Gattungen, andererseits der Artenreichtum der Gattungen Mydaea, Limnophora, Coenosia, Fannia und namentlich auch Schoenomyza, während die bisher nur durch eine Art bekannte Gattung Euryomma ebenfalls mit mehreren neuen Arten vertreten ist. Ein Freund der Gattungs-macherei hätte reiche Gelegenheit gefunden, seiner Neigung nach-zugeben; ich habe aber verhältnismäßig nur wenig neue Gattungen aufgestellt, da ich es für praktischer hielt, wenn irgend tuidich, die neuen Formen in alte bekannte Gattungen unterzubringen. So habe