Carlgren, Die Brutpflege der Actiniarien. sein sollten, zumeist nicht nur uichts verstuuden, soudern geradezu unfahig waren, dein Gedankengang des Fachmaunes zu folgcu". Hatte ich dies bittere Urteil nicht erwahnt, es fehlte ein Zug iin Bilde dieses sonst so milden mid nachsichtigen Geistes. Er hat ein ideales Leben gelebt, eiu edler Meusch, wahr durch und durch, hochbegabt und das gesamte naturwissenschaftliche Gebiet wie selten einer iibersehend. In gllicklichstem Familienleben, von zahl-reichen Freunden umgeben, von alien verehrt, die ihn kannten, so ist er seiuen Forscherpfad gewaudelt, ein leuchtendes Beispiel dafur, wie sehr die innige.Beschaftiguug mit einer wissenschaftlicheu, speziell uaturwissenschaftlichen Disziplin das geistige Lebeu veredelt, gerade das Leben des Arztes. Er hatte dies klar erkannt und daher seiu verstiinduisvolles Interesse fiir die arztlicheu Standesfragen, fiir die heutige Lage der Aerzte, deren nur noch wenige in der Lage sind, solchem Ideale uachzuleben. 0. Hofmann's Sammlung der Tineeii im weitesteu Sinue, seine Manuskripte imd Praparate sind in Lord Wal|singham'sBesitz iiber-gegangen ; --so sind die vielen kostbaren Typeu, die sie enthalt, in guter Hut -in Deutschland war wieder eininal niemand, weder ein Privat-mann noch eiu Staat ; der sie uns erhalten hiitte. Zwar hat es unseren liebeu Freund manchmal bedriickt, dass ruit ihni die Blittezeit der Entomologie in Regeusburg zti Ende gehen werde, aber er war der Meinung, dass endlich wieder sich Interesse und Ver-staudnis fiir die Entomologie auch im Kreise der Zoologen zu regen be-ginne ; dass die entomologischen, speziell die lepidopterologischen Studien einer bessereu Zukunft entgegengingen. Weun dem so zu sein scheiut, so verdankeu wir dies uicht zum geriugsten Teil seiner Lebensarbeit und unsere Dankbarkeit gegen den Meister wird darin am besten zum Ausdruck gelangen, dass wir neue Arbeitskrafte seinem Lieblingsgebiete, dem klassischen tierischen Objekte fiir experinieutell phylogeuetische Arbeiten ; zuweudeu, soweit es uns moglich ist. [74] Er Ian gen, Friihjahr 1901. Arnold Spuler. Die Briitpflege der Actiniarieii von Oskar Carlgren, Dozent an der Hocbschule zu Stockholm. Zu den interessantesteu biologischen P>,scheinungen gehort wohl die Art uud Weise, auf welche die Brut von den Eltern gepflegt wird. Bei den hb'heren Tieren, den Vertebraten, ist diese Pflege eine weit verbreitete Erscheinung, die wohl immer mit eiuem Bewusstseiu in Zusammenhang steht. Je tiefer man im Tierreich hiuuntersteigt, urn so seltener trifft man eine Briitpflege; die Befruchtung geschieht bei den Wassertiereu gewohulich auCerhalb des Muttertieres imd die Juugeu