[Berl. Entom. Zeitschrift, Band LVI, Jahrgang 1911.] 11 Entomologische Ergebnisse einer Reise nach Oberitalien und Südtirol (1910). (Neuroptera, Odonata, Orthoptera, Lepidoptera, Diptera, Hymenoptera, Rhynchota). Von Willy Ramme, Charlottenburg. Mit Tafel II. Die von Mitte Mai bis Anfang August 1910 bereisten Gebiete — Gardasee und unteres Eisacktal — bieten in faunistischer Beziehung ein besonderes Interesse dar, da sich hier die mitteleuropäische (im engern Sinne) und die mediterrane Fauna berühren. Ich habe daher auch nicht gezögert, alle gesammelten und beobachteten Arten aufzuführen; gerade in solchen Grenzgebieten wird es von Wichtigkeit sein, eine genaue Kenntnis der Fauna zu gewinnen, da wir nur so in der Lage sind, die Bewegung derselben, d. h. ein Vordringen bezw. Zurückweichen einzelner Arten zu erkennen, abgesehen davon, daß wir über die Verbreitung vieler Arten vorläufig überhaupt nur ungenau orientiert sind. Zudem dürfte es ganz allgemein jedem, der zu entomologischen Studienzwecken ein Gebiet bereisen will, willkommen sein, wenn möglichst viele und genaue Sammelberichte aus demselben vorliegen. Soweit biologische Beobachtungen gemacht werden konnten, sind dieselben angeführt; ferner finden sich Beschreibungen einiger be-merkenswerterer, wenn auch nicht neu zu benennender Abweichungen; das bisher unbekannte (f von Hoplisinenus pica Wesm. ilchneum.) wurde bei Klausen aufgefunden. Die Reise begann ich am 19. Mai und durchstreifte bis zum 16. Juni das Gardaseegebiet; hauptsächlich sammelte ich bei Gardone (am Süd-westufen, wo ich mich vom 21. Mai bis H.Juni aufhielt; für die andern von mir besuchten Orte ("Sirmione, Salö, Toscolano— GaYno, Malcesine, Torbole, Riva) ist das Datum jedesmal angegeben. Der zweite Teil der Reise galt dem unteren Eisacktal; Standquartier war während der ganzen Zeit Klausen (18. Juni bis 3. August). Von einer im Juli 1905 nach dem Gardasee und nach Venedig unternommenen Reise sind einige wenige Notizen beigefügt. In beiden Gebieten wurden fast ausschließlich die tieferen Lagen (bis zu etwa 600 m) durchforscht; in Gardone kommt also hauptsächlich die Olivenregion und die sich anschließende Region der Eichen (Büsche