Revision der von Hartig beschriebenen Ichneumoniden-Arten (Hymenoptera) Von Klaus Horstmann''' Zoologisches Institut der Universität Würzburg Abstract Revision of the species of Ichneumonidae described by Hartig (Hymenoptera) Hartig's collection of Ichneumonidae (main collection in Munich, small parts in Berlin and Göttingen) is descri-bed. The species described by him are revised, 10 iectotypes are designated, 8 species are interpreted from the origi-nal description, and 16 new synonyms are indicated. The genus Scirtetes Hartig is interpreted, and placed as a senior synonym of Spudastica Förster. In an appendix, the material of 3 species of Ratzeburg, originating from the Ratze-burg collection and preserved in Göttingen, is described, and a lectotype is designated for Pimpla pudibundae Ratzeburg. Einleitung Theodor Hartig (Biographie vgl. Ratzeburg, 1872: 228 ff.; Anonymus, 1880) hat zvv^ischen 1837 und 1847 49 Arten der Familie Ichneumonidae neu beschrieben und ein Nomen nudum publiziert. Da die meisten dieser Arten als Parasiten von Forstschädlingen gezogen wurden, sind einige von ihnen zwi-schenzeitlich mit Hilfe der Beschreibungen oder einer Untersuchung der Typen gedeutet und in der Li-teratur oft genannt worden. Andere sind aber ungedeutet geblieben und gelten als verschollen. Deshalb wird hier eine Übersicht über alle Arten vorgelegt. Die Hymenopteren-Sammlung Hartig wird in der Zoologischen Staatssammlung München aufbewahrt. Die Tiere stecken dort in kleinen alten Kästen, aber nicht im ursprünglichen Zustand, denn die Sammlung wurde minde-stens einmal umgesteckt, und die ursprüngliche Ordnung ist nicht mehr zu erkennen. Die Arten der parasitischen Hymenopteren (anderes Material habe ich nicht gesehen) sind nach Gattungen geordnet, sonst aber mehr oder we-niger ungeordnet, und die Sammlung ist deshalb recht unübersichtlich. Ein Teil des Materials wurde inzwischen in die allgemeine Sammlung des Museums oder in Dublettenkästen umgesteckt (vgl. unten), und in der Sammlung Hartig befinden sich deshalb entsprechende Lücken. Offensichtlich fehlen aber auch ganze Kästen. Innerhalb der Gattungen ist das Material Reihe nach Reihe sehr eng gesteckt, ohne Rücksicht auf Artgrenzen, und offensichtlich sind auch Tiere in irgendwelche Lücken dazwischengesteckt. Man muß aber annehmen, daß die Sammlung ur-sprünglich weiter auseinandergesteckt und durch Bodenetiketten wohlgeordnet war. Drei Typen von Etiketten aus Hartigs Zeit sind vorhanden: An vielen Tieren stecken sehr kleine, dreieckige oder viereckige, weiße oder farbige Etiketten, entweder ohne Beschriftung oder mit zwei-bis vierstelligen Zahlen (Abb . 1 a und 2 a) . Durch diese Etiketten werden der Fundort, das Fangdatum und gegebenenfalls der Wirt und der Sammler verschlüsselt angegeben. Bis vor 20 Jahren (TOWNES, 1965: 413) war in der Staatssammlung München ein Notizbuch Hartigs vorhanden, in dem die Entschlüsselung für diese Etiketten verzeichnet war. Seit einigen Jahren Mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft 323