Ultrastrukturen der Zehenunterseiten einiger arborikoler Iguaniden (Reptilia, Sauria, Iguanidae) Von Hans Hermann Schleich Institut für Paläontologie und historische Geologie der Universität München und Werner Kästle Abstract In the genera Corytophanes, Polychrus and Uranoscodon there is a "honeycomb pattern" on subdigital scales si-milar to that found in arboreal Agamidae. Three genera of the subfamily Anolinae showed a rather uniform type of setae from 20 to 30 [x in length. There are transitional stages into minute coniform setae on adjacent part of toes. Einleitung Untersuchungen von Mikrostrukturen der Reptilien-Epidermis werden seit einigen Jahren mit funktionsmorphologischer und systematischer Fragestellung durchgeführt. Neben der allgemeinen Körperbedeckung (Gans 1976; Price 1982) standen dabei vor allem die Hafteinrichtungen der Gek-ko-Zehen im Mittelpunkt der Untersuchungen (Dellit 1934 u. a.). Auch andere Familien der Sauria weisen stark spezialisierte Strukturen der Subdigitalschuppen auf (Schleich & Kästle 1979, 1982, 1984, 1985), und nach Untersuchungen an Chamäleonen, Agamiden und Geckonen sollte nun ein Ver-gleich mit den nahe verwandten Iguaniden (Leguanartige) durchgeführt werden. Von primärem Interesse war, ob sich hier ein ähnliches Wabenmuster wie bei den Agamidae findet, wie es bei den untersuchten Gattungen (Schleich & Kästle 1979 u. 1982) Cophotis, Otocryptis, Apha-niotis und Sitana auftritt. Die Befunde an den Agamiden lassen vermuten, daß es sich dabei um ein re-lativ altes Konstruktionsprinzip handelt. Bei Gattungen der ylno/is-Verwandtschaft (Anolinae) sitzen auf verbreiterten Zehenlamellen Haft-borsten, die von Ruibal & Ernst (1965) untersucht worden waren. Die Gattung Norops weist nach Meinung von Williams (1974) rückgebildete Haftlamellen auf, und es erhob sich die Frage, ob eine sol-che Rückbildung auch im Bereich der Haftborsten nachzuweisen ist. Methodik und Material Das Material -mit Ausnahme von Anolis cyhotes -stammt aus der Zoologischen Staatssammlung München (ZSM) und wurde von Dr. U. Gruber freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Die Aufnahmen wurden mit Ra-sterelektronenmikroskopen der Institute für Geologie und Paläontologie der Universität München angefertigt, die Präparate mit Gold bedampft. Prof. Dr. D. Herrn (Leiter des Instituts für Paläontologie und historische Geologie, Universität München) sei für sein freundliches Entgegenkommen zur Benutzung der Institutseinrichtung herzlichst gedankt. Eine Auswahl der Aufnahmen ist auf den Tafeln I-V zusammengestellt. Soweit nicht anders vermerkt, wurde die Mittelzehe des rechten Vorderfußes untersucht. 251