n 39 Vergleichende Untersuchungen zur Temperatur-, Feuchtigkeits-und Helligkeitspräferenz bei einigen Arten der Lycosidae, Hahniidae und Linyphiidae (Araneae) MCZ LIBRARY Von Barbara Baehr Zoologische Staatssammlung München APR Q • 1^00 Abstrac. HARVARD UNIVERSITV Comparative investigations to the preference of temperature, humidity and light intensity of some Spiders (Araneae: Lycosidae, Hahniidae, Linyphiidae). Temperature, humidity and light preferences of some typical species of spiders (families: Lycosidae, Hahniidae, Linyphiidae) from different forest habitats were investigated in the laboratory. Species of humid forest habitats (e. g. densely grown edges of small forest pools) and species of the forest f loor or of the leaf litter, respectively, exhi-bit very different reactions with regard to the factors mentioned. All riparian species in the laboratory react rather hygrophilous, most forest floor species prefer drier conditions. No species of the forest floor showed any change of its temperature when the degree of the humidity was altered, while all riparian species do so . The investigated Lyco-sidae give an Impression, in which way the abiotic factors are subordinated one another, or interact, respectively. For most species humidity is probably the most important or limiting factor. In some cases, however, humidity is replaced by other factors, e. g. light intensity, Vegetation structure, food supply or concurrence by other predacious species. Einleitung Im Rahmen vergleichender Untersuchungen zur Habitatbindung von Spinnen in Wäldern des Schönbuchs bei Tübingen erhob sich die Frage, inwieweit abiotische Faktoren, wie Temperatur, Feuchtigkeit und Licht, die Ein-nischung der Arten bestimmen. Es ist schon länger bekannt, daß kleinklimatische Schwankungen die Habitatwahl der Arten besonders beeinflus-sen (BODENHEIMER & SCHENKIN 1928). Auch KNÜLLE (1952) und Wasner (1977) weisen darauf hin, daß für die Bindung der Arten an unterschiedliche Biotope neben der Raumstruktur gerade diese Faktoren von großer Bedeu-tung sind. Diese können jedoch nicht absolut ermittelt werden, da sie teilweise miteinander verknüpft sind und sich gegenseitig bedingen können. Für Präferenzversuche zur Hygrophilie stellt Wasner (1977) für die Europhilus-Ar-ten (Carabidae) fest, daß ,,ein von den jeweiligen physiologischen Ausgangsbedingungen unabhängiges, konstantes und von der Versuchsdauer unabhängiges Präferendum nicht existiert, sondern daß artspezifische Unterschiede in der Geschwindigkeit der Veränderung der momentanen Hygrophilie auftreten". Untersuchungen zur Thermophi-lie der Spinnen (NORGAARD 1 95 1 , WOLSKA 1 957) zeigen, daß außerdem die aktuelle Biotoptemperatur die Tempe-raturpräferenz der Tiere deutlich beeinflußt. An einigen für bestimmte Habitate typischen und häufigen Spinnenarten wurden in Laborversuchen unter Be-rücksichtigung der oben genannten Einschränkungen die Lebensansprüche bezüglich Temperatur, Feuchtigkeit und Helligkeit untersucht. 101
Vergleichende Untersuchungen zur Temperatur-, Feuchtigkeits- und Helligkeitspräferenz bei einigen Arten der Lycosidae, Hahniidae und Linyphiidae (Araneae)