Beiträge zur Kenntnis der Arten Chicoreus aculeatus (Lamarck, 1822) und Chicoreus rossiteri (Crosse, 1872) (Gastropoda, Muricidae) Von Heinrich Mühlhäusser und Heinz Gert de Couet Abstract The study presented here is a critical review of the species complex Chicoreus aculeatus (La-marck), Ch. rossiteri (Crosse) and Ch. artemis Radwin & D'Attüio. From conchological, zoogeo-graphical and morphological data the authors conclude that there are no distinctive features which would allow a clear Separation of Ch. rossiteri and Ch. artemis and a possible identity of both spe-cies is discussed. Furthermore the authors suggest to rise Ch. aculeatus into the State of a vahd spe-cies since there is no evidence for an extant primary homonyniy. 1. Einleitung Seit etwa 1975 werden im Gebiet der Philippinen wertvolle Sammlerschnecken als Bei-fänge mit speziellen Grundnetzen, sogenannte ,,tangle nets", aus Tiefen bis zu 200 m er-beutet. Zahlreiche Spezies dieser zum Teil in größerer Menge gefundenen Mollusken wa-ren bis dahin unbekannt oder gehörten zu ungenügend untersuchten Gruppen. Hierzu zählt Chicoreus aculeatus (Lamarck, 1822), der häufig und derart variabel auftrat, daß bald Zweifel an der Artzuordnung einzelner Formen auftauchten. 1976 benannten Rad-win & D' Attilio eine dieser Formen in Chicoreus artemis um, auf Grund einer vermute-ten Homonymie mit Muricites aculeatus Schlotheim, 1820. Der Neubeschreibung der Art lagen dabei Exemplare japanischer Herkunft zugrunde. Schließlich wurden sämtliche Philippinenfunde in das Konzept von Chicoreus artemis einbezogen (D'Attilio, 1979). Dieser Auffassung können sich die Autoren auf Grund eigener Untersuchungen nicht an-schließen. 2. Material und Methoden Die vorliegenden Befunde basieren auf der Untersuchung von 160 Gehäusen. Für die Präparation der Radula wurden die Weichteile frisch gefangener Tiere mittels einer Drahtöse aus dem Gehäuse gelöst und die Proboscis in 5-10%iger Kalilauge maze-riert. Die Radulae wurden nach intensivem "Wässern in 50% Aethanol überführt. Die Präparate wurden unter lichtmikroskopischer Kontrolle auf einem Objektträger ge-35