374 Die Verbreitung der Batrachier auf der Erde. Prof. Dr. J. Palacky. (Eingelaufen am 6. Mai 1898.) Die Verbreitung der Batrachier auf der Erde zeigt manche Eigenthünilich-keit. Insbesondere gibt es weder arktische, noch antarktische Frösche. Es mag jetzt ca. 1000 Arten Frösche geben, von denen fast die Hälfte Amerika, mehr als ein Viertel Asien, über ein Sechstel Afrika, aber höchstens 16 Species Europa angehören. Sclater gab einst (1858) seiner paläarktischen Eegion 15 Species, der nearktischen 20; aber Canada hat bei Cope nur 9 Species, bei Boul enger 11. Madagascar aber z. B. hat schon heute 57 Species und zwei fast endemische Familien: die Djscophiden (grösstentheils, bis auf eine Species in Pegu) und die sonst amerikanischen Dendrobatiden (Mantella). Ja selbst Celebes bat 21 Species, darunter 8 endemische! Nur die Discoglossiden könnten als paläarktische Familie gelten, wäre nicht Liopelma Jwchstetteri auf Neuseeland — eine an die Hatteria erinnernde Erscheinung. Die Hauptmasse der Arten ist tropisch, hat ja Südamerika mehr als ein Viertel aller Arten (jetzt ca. 295). Cope z. B. zählte in Brasilien allein 80 Hy-liden und 67 Cystignathiden. Boulenger hatte allein im britischen Indien 125 Species! Mexiko bei Cope 135, soviel fast, als Boulenger im Cat. B. B. M. für ganz Afrika angibt. Die drei beinahe kosmopolitischen Gattungen Bana, Bufo und Hyla haben zusammen über 400 Arten (ca. 160, 100, 150). Hyla fehlt der äthiopischen Region und Bufo in Australien. Sonst sind alle Gattungen (120) normal verbreitet, d. h. neotropisch, paläotropisch, indisch, afrikanisch oder local (Neu-Guinea 6, Mada-gascar 12); bis auf das Genus Nectofryne (4 Species [endemisch] auf Borneo, 1 in Malabar) mit 1 Species in Kamerun {afra Peters) und Bhacoforus (s. w.), endlich Calofrynus und Phrynomantis (s. w.). Nicht tropisch sind ausser den Disco-glossiden (3 G., 6 Sp., ausser Liopelma) nur Pelohates (3) und Peloclytes (2); so könnte man Scaphiopus nicht einbeziehen, da er 4 Species in Mexiko hat. Die südlichsten Formen sind in Chile, Patagonien und Tasmanien (7, bei Krefft 4), aber australische Species Hyla, Crinia, Limnodynastes, Pseiidofryne, bis auf zwei endemische Crinien (Tasmaniensis und levis). Auch die chilenischen Frösche sind meist Cystignathiden; das früher zahlreichere Genus Borhorocoetes hat Werner auf 2 Species reducirt. Fast kein antarktischeres Genus ist en-demisch, denn Hylorhina und Rhinoderma sind doch keine antarktischeren Formen, wie z. B. Paludicola bufonia = Leiupems salarins (Pt. Desire). Nördlich der Alpen gibt es bekanntlich keine endemische Form, und auch in Nordamerika scheinen sie im Norden zu fehlen, bis auf Chlorofilus septen-trionalis am grossen Bärensee ('?C/t. maculatus Agnsf^h [Hyludes] am Oberen See).