DIE GATTUNGEN DER PALAEARKTISCHEN TORTRICIDAE. II. DIE UNTERFAMILIE OLETHREUTINAE VON NIKOLAUS S. OBRAZTSOV Sea Cliff, Long Island, New York, U.S.A. (Mit Abbildungen 1 — 24) Vorwort Im Laufe von vier Jahren, die sich für die VeröffentHchung des 1. Teils dieser Gattungsrevision als notwendig erwiesen, hat das Tortriciden-Studium grosse Fortschritte gemacht, was insbesonder auf die zahlreichen Arbeiten von Dr. A. Diakonoff über die tropischen Gattungen und Arten zurückzuführen ist. Auch die vom Autor dieser Zeilen unternommene Revision der nearktischen Tortricidae-Gattungen und die mit dieser unvermeidlich verbundene Untersuchung mancher neotropischen Gattungen erweiterten seinen Gesichtskreis und führten zu einer Aenderung seiner vormaligen Ansichten über die allgemeine Aufteilung der Familie Tortricidae in Unterfamilien. Als der Autor diese Aufteilung auf den Seiten 8 und 9 des 1. Teils seiner Revision besprach, war er davon überzeugt, dass die Behaarung des Kubitalstammes der Hinterflügel ein wichtiges Merkmal in der Systematik der Tortricidae darstellt und einer Aufteilung dieser Familie in Unterfamilien zu Grunde gelegt werden kann. Im Zusammenhang mit dieser Ansicht war der Autor geneigt, alle Gattun-gen mit fehlender Kubitalbehaarung und den den Olethreutinae ähnlichen Geni-talien als eine besondere Unterfamilie Melanalophinae aufzufassen. Ein näheres Studium mancher nearktischen Olethreutinae-Gattungen hat aber gezeigt, dass diese Ansicht irrig ist. Es erwies sich, dass bei den Tortricidae die Kubital-behaarung keine absolute taxonomische Bedeutung hat, während nur die Geni-talien und manche anderen Merkmale die echten phyletischen Beziehungen zwi-schen den Gattungen aufdecken. Die Unterfamilien der Tortricidae, wie sie jetzt vom Autor aufgefasst sind, unterscheiden sich voneinander wie folgt: 1 (4). Kubitalstamm der Hinterflügel ohne einen Haarkamm; falls dieser vor-handen, schliessen stets die Valvae mit ihrem Innenrand breit an das Vinculum und haben keine basale Aushöhlung. Fultura superior ist ge-wöhnlich als ein mehr oder weniger skierotisierter Querdamm zwischen den oberen Innerwinkeln der Valvae entwickelt, oder sie ist durch wohl entwickelte Processus basales der Valvae ersetzt. Signum (bei den palae-arktischen Gattungen) einzel oder fehlend. 229