[Berl. Eiitomol. Zeitschrift, Band LVI. Jahrgang 1911.1 197 Uebersicht der Lycaeniden des Indo-Australischen Gebiets. Begründet auf die Ausbeute und die Sanimkmg des Autors. Von H. Fruhstorfer, Genf. Mit 4 Abbildungen. Schon seit Jahren war es mein Wunsch, die Lycaeniden -Funde meiner Reisen nach Ceylon, Java, Celebes-Lombok und endlich nach ganz Ost-und Südasien bearbeitet zu sehen. Die darüber geführten Verhandlungen scheiterten aber immer wieder an der begreiflichen Bedingung der Ueberlassung der Unica an die in Frage kommenden Autoren, und so blieb das Material liegen bis ich vor vier Jahren anfing, einige Genera selbst zu revidieren, denen jetzt die Gruppe der Thecliden folgt. Die größte Schwierigkeit bei der Durcharbeitung lag nun darin, die vielen aufgestellten Genera richtig zu bewerten, ich fand aber bald, daß das Geäder allein kein ausreichendes Hilfsmittel sei, und versuchte einige Gruppen durch Untersuchung der Genitalorgane schärfer zu um-grenzen. Bei der Zartheit der Objekte ist es aber fast unmöglich, immer mit Sicherheit ein Resultat zu erzielen, so ist mir bei der Präparation z. B. der einzige verfügbare Hinterleib von Lipliyra brassolis verloren gegangen und durch keinen zweiten zur Zeit zu ersetzen. Im allgemeinen ergibt sich, daß die Genitalorgane der Lycaeniden mit den Hesperiiden den geteilten Uncus, die Valvenform mit gewissen Nymphaliden gemeinsam haben. Am weitesten von der Norm scheinen sich die Species der Gattung Loxiini zu entfernen, deren einfacher Uncus an jenen von Terias erinnert. Bei der Bestimmung der Genera wurde von früheren Autoren der Hauptwert auf die Verzweigung der dritten Subcostalis gelegt, ob einfach oder gegabelt, ein Charakteristikum, das häufig die nahe verwandten Arten trennt, entfernte Species vereinigt. Ähnlich wechselnd ist auch die Stellung der ersten SubcostaHs, die bald mit der Costaiis verwachsen ist, bald frei steht.