[Deutsche Entomologische Zeitschrift XXXI. 1887. Heft II.]
Zur Species-Kenntnifs der Maikäfer
aus Europa und den angrenzenden Ländern.
Von
Edm. Reit t er in Mödling bei Wien.
Ueber dieses Thema ist bisher und namentlich in den letzten
Jahren ^) schon viel geschrieben worden, dafs es den Lesern
fraglich erscheinen dürfte, wefshalb ich über den gleichen Gegenstand
auch noch ein Scherflein beizutragen versuche, zumal bereits von
Dr. G. Kraatz in der Deutschen Ent. Zeitschr. 1885, pg. 70, die
Abgrenzung der Species sicher gestellt wurde, an der sich kaum
mehr Wesentliches ändern lassen dürfte. Gleichwohl befriedigte
mich der bisherige Abschlufs der Species-Kenntnifs gar nicht, weil
die einzelnen Arten durch nicht genügende Schärfe, wenig constante
Unterschiede von einander abgetrennt wurden, und dieser Umstand
ist es, welcher mir es wünschenswerth erscheinen liefs, das zu ver-
suchen, was bisher Niemanden gelungen ist, nämlich prägnante
Charaktere für die einzelnen Arten aufzufinden und zur allgemeinen
Kenntnifs zu bringen. Sollte mir dies gelungen sein, so sind dann
auch meine kurzen Mittheilungen neben den vielfach vorhandenen
wohl gerechtfertigt 2).
Die Variabilität der Melolonthen ist bereits bekannt; die Ver-
änderlichkeit der dorsalen Behaarung, namentlich deren Dichtigkeit,
welche sogar in beiden Geschlechtern in verschiedener Weise ab-
1) Kraatz, Berl. Ent. Zeitschr. 1864, pg. 1: Ueber die Art-
rechte der europäischen Maikäfer; G. Metzler, Deutsche Entom.
Zeitschr. 1882, pg. 229: Ueber die europäischen Melolont ha-Arten;
Fr. Westhoff, Berl. Ent. Zeitschr. 1884, pg. 55: Ueber die Farben-
und Behaarungs-Varietäten der Melolontha vulgaris Fbr. und Hippo-
castani Fhr.; Kraatz, Deutsche Ent. Zeitschr. 1885, pg. 49: Ueber
die Artrechte der europäischen und die Varietäten der deutschen
Maikäfer.
2) Die vorliegenden Maikäfer-Untersuchungen machte ich zum
gröfsten Theile ohne oder nur mit einer sehr schwachen Loupe
und zwar in längeren Intervallen, während einer sehr ausgesproche-
nen Augenkrankheit.
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